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Mobilfunkspektrum erstmal ausnutzen


15.03.2021 12:14 - Gestartet von CBS
Isoliert betrachtet stimmen die Schlussfolgerungenim Artikel. Man muss allerdings beachten, dass ohne terrestrisches Fernsehen vieles nicht in die Gänge gekommen wäre. Gerade am Beispiel Schweiz kann man schön sehen, dass Kabelfernsehen dort seit Jahrzehten, schon zur Analogzeit, ein großer Erfolg ist, weil sämtliche in das Land unverschlüsselt einstrahlenden Fernsehprogramme landsweit verbreitet werden dürfen. Der insbesondere früher beliebte ORF war schon immer auch weit im Westen außerhalb der terrestrischen Empfangbarkeit im Kabel. Genauso ist es bis heute zusätzlich mit dutzenden franz. und ital. Programmen, meist im Zweikanalton, die via DVB-T2 in die Schweiz einstrahlen und somit verbreitet werden. Die Terrestrik hat der Kabelverbreitung den Weg erst geebnet.
Die deutschen Programme bilden mit der freien Sat-Abstrahlung nochmals ein besonderes Geschenk. Über die terr. Ausstrahlung wurde bei den dt. ÖR oft ebenso der Zweikanalton für die Originalsprache bei Serien und Spielfilmen genutzt. Leider wurde viel über Sat nur noch synchronisiert ausgestrahlt (insbesondere wegen Rechteproblemen), die ÖR eiferten hier leider den Privaten nach und gaben die Originlsprache so gut wie auf. Die Vorteile der Terrestrik, ein genaues Empfangsgebiet zu haben, wurden nicht mehr genutzt. Nicht zuletzt hilft das grenzüberschreitende frei empfangbare Antennenfernsehen bis heute, auch mehr über die Nachbarländer zu erfahren.
Vor den Internetzeiten entstanden insbesondere wegen noch fehlender Verbreitungswege für viele Programme große Privatsendergruppen, die bis heute dazu beitragen, dass auch im Streamingbereich erfolgreich produziert werden kann. Ohne diese Kooperationen gäbe es längst nicht die Streamingauswahl, die man heute kennt.
Dies ist nur ein kleiner Bereich, weshalb man terrestrisches Antennenfernsehen nicht einfach zum Alteisen packen sollte, bis heute erfüllt es wichtige Aufgaben, eine dürfte auch die oft unterschätze unabhängige Verbreitung sein.
Geht man nun noch zum technischen über, dürfte man sich auch fragen: Warum soll der noch fürs Fernsehen genutzte Frequenzbereich an die Mobilfunker gehen. Die Ausreden, nur damit könne man Deutschland flächendeckend versorgen, wurden schon oft genug als falsch enttarnt (dig. Div. I und II). Andere Länder schaffen auch eine landesweite sehr gute Versorgung mit weniger Frequenzspektrum als hier. Die niedrigen Frequenzen Bedingen außerdem wieder andere Antennen, so dass man diese auch angepasst kaum mehr sinnvoll ein ein Smartphone integrieren kann. Dann darf man wieder eine Antenne zum telefonieren rausziehen. Ich sage absichtlich telefonieren, denn datenübertragungsmäßig wird auf den tieferen Frequenzen auch nicht viel mehr gehen. Ich würde daher sagen, baut doch erstmal die 700MHz aus, die sind auch schon sehr weitreichend.