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Das ewige "shared medium"


27.01.2021 22:00 - Gestartet von little-endian
"Augenwischerei" war im Artikel ja quasi rekursiv das Stichwort.

"Will nur ein Nutzer im Internet surfen, steht ihm also die gesamte Bandbreite zur Verfügung."

Von der begrifflichen Ungenauigkeit "Bandbreite" einmal abgesehen - nein, hat er nicht, zumindest nicht garantiert zu sämtlichen weltweiten Zielen im Internet, da dieses völlig unabhängig vom Zugangsmedium überbucht und somit selbst ein ständig zitiertes "shared medium" ist.

Zugegeben, in den meisten Fällen dürften die Engpässe im Zweifel eher auf genau dieser Zuführung zum Endkunden auftreten, doch umgekehrt zeigen ja die Diskussionen um suboptimales Peering bei Telekom & Vodafone auch, dass das übliche Schwadonieren vom "shared medium" viel zu kurz greift und damit arg laienhaft wirkt, auch wenn es für manchen Stammtisch reichen wird.
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[1] hustensaftheinz antwortet auf little-endian
28.01.2021 07:31

2x geändert, zuletzt am 28.01.2021 07:32
Benutzer little-endian schrieb:

sämtlichen weltweiten Zielen im Internet, da dieses völlig unabhängig vom Zugangsmedium überbucht und somit selbst ein ständig zitiertes "shared medium" ist.

Mag ja sein. In meiner Praxis spielt das keine Rolle.

Ich habe seit Jahren gute Erfarhrungen mit DSL. Es sendet/empfängt jederzeit mit 110% der Leitungskapazität.

Berichte, dass "selbstverständlich" nur ein Bruchteil der gebuchten Kapazität zur Verfügung steht und "in Spitzenzeiten" dann noch deutlich weniger, kenne ich nur von Berichten über Vodafone Kabel, etc.
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[2] foobar99 antwortet auf little-endian
28.01.2021 11:38
Benutzer little-endian schrieb:
"Augenwischerei" war im Artikel ja quasi rekursiv das Stichwort.

"Will nur ein Nutzer im Internet surfen, steht ihm also die gesamte Bandbreite zur Verfügung."

Von der begrifflichen Ungenauigkeit "Bandbreite" einmal abgesehen - nein, hat er nicht, zumindest nicht garantiert zu sämtlichen weltweiten Zielen im Internet, da dieses völlig unabhängig vom Zugangsmedium überbucht und somit selbst ein ständig zitiertes "shared medium" ist.

Klar, das Problem ist nicht, dass es geteilt ist, sondern das Verhältnis in dem es geteilt wird. Das Verhältnis bei Kabel gibt es eben nicht her, dass man zu 99% oder 95% die versprochene Bandbreite bekommt, wie es die Backbones durchaus können.

Würde man nur 100Mbit-Tarife verkaufen, gäbe es kein Problem. Würde man die Kabel-Segmente deutlich verkleinern, auch nicht. Deshalb es ist schon fair zu sagen, dass die Kabelanbieter "zu viel versprechen" verglichen mit einem non-shared Glasfaser-Gigabit-Anschluss.

(Übrigens, ich bin trotzdem zufriedener Kabel-Kunde. Ich erreiche die Gigabit zwar vergleichsweise oft nicht, aber das ist eh viel mehr als ich brauche und der Preis ist gut. Nur der Upload schmerzt sehr. Ich habe jetzt gerade z.B. 15Mb statt der eh schon geringen 50Mb.)
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[2.1] little-endian antwortet auf foobar99
28.01.2021 23:57
Benutzer hustensaftheinz schrieb:
In meiner Praxis spielt das keine Rolle.

Dann müssen diverse Kapazitätsaufstockungen und Diskussionen um Engpässe folgerichtig reine Theorie sein:

https://www.teltarif.de/vodafone-peering-...

Es ist an dieser Stelle freilich auch amüsant, dass stets einwandfrei funktionierende und hochperformante Systeme dann weiter verbessert werden.

Ich habe seit Jahren gute Erfarhrungen mit DSL. Es sendet/empfängt jederzeit mit 110% der Leitungskapazität.

Das würde das Duo Shannon-Hartley sicherlich freuen, dass man ihr Theorem um 10% überreizen kann. ;)

Berichte, dass "selbstverständlich" nur ein Bruchteil der gebuchten Kapazität zur Verfügung steht und "in Spitzenzeiten" dann noch deutlich weniger, kenne ich nur von Berichten über Vodafone Kabel, etc.

Die gibt es eben unabhängig vom Zugangsmedium, wenn man sich ein wenig detaillierter mit dem Thema beschäftigt. Unbestritten ist, dass Engpässe tendenziell eher bei DOCSIS auftreten als bei DSL.

Benutzer foobar99 schrieb:

Klar, das Problem ist nicht, dass es geteilt ist, sondern das Verhältnis in dem es geteilt wird.

Mein Beitrag zielte darauf ab, genau diesen Umstand auch entsprechend zu benennen und es nicht bei genannter ungenauer Bezeichnung "shared medium" zu belassen.


Das Verhältnis bei Kabel gibt es eben nicht her, dass man zu 99% oder 95% die versprochene Bandbreite bekommt, wie es die Backbones durchaus können.

Das können Anbindungen in Backbones im Grunde ebensowenig. Manche Links haben da 10 Gbps, lass es ein paar hundert Gbps sein. Wie viele Kunden da theoretisch reichen, um zumindest Teilstrecken vollzumachen, sei an dieser Stelle eine individuelle Rechenaufgabe. Das Ganze funktioniert in der Praxis freilich dank CDNs, alternativen Wegen und dem banalen Umstand, dass die meisten ihren Zugang nicht annähernd auslasten, doch überbucht ist das alles deftig.