Diskussionsforum
Menü

Datenschutz steht über Menschenleben


25.01.2021 15:59 - Gestartet von Timo-S
Leider treibt man es mit dem Datenschutz hierzulande auf die Spitze. In einigen Bundesländern dürfen Gesunheitsämter nicht auf die eigenen Melderegister zugreifen und Ü-80-jährige über ihre bevorstehdene Corona Impfung zu informieren. Man könnte sowas sicherliche aus dem Weg räumen, aber "traut" sich nicht ran...Meldergister der Post und anderen Anbietern müssen es notdürftig lösen.

Auch die Corona-App ist weiterhin ein zahnloser Tiger ohne großem Nutzen. Es gibt keinerlei Möglichkeiten Verbindungen von Infizierten anonym zu sammeln und so evtl. Infekektionsquellen zu identifizieren. Der Nutzer hat nicht mal die Möglichkeit auf freiwiliiger Basis eine anonymisierte Datennutzung zuzustimmen...Aber es heißt ja offiziell "Die App ist eine tolle Sache"....

Man könnte so viel mehr in dieser Pandemie machen, wäre nicht die Angst vor der DSGVO...Nüchtern im Nachhinein betrachtet kostet dieser Irrsinn jetzt viele viele Menschenleben...
Menü
[1] Sunny01 antwortet auf Timo-S
30.01.2021 11:38
Benutzer Timo-S schrieb:
Leider treibt man es mit dem Datenschutz hierzulande auf die Spitze. In einigen Bundesländern dürfen Gesunheitsämter nicht auf die eigenen Melderegister zugreifen und Ü-80-jährige über ihre bevorstehdene Corona Impfung zu informieren. Man könnte sowas sicherliche aus dem Weg räumen, aber "traut" sich nicht ran...Meldergister der Post und anderen Anbietern müssen es notdürftig lösen.

Auch die Corona-App ist weiterhin ein zahnloser Tiger ohne großem Nutzen. Es gibt keinerlei Möglichkeiten Verbindungen von Infizierten anonym zu sammeln und so evtl. Infekektionsquellen zu identifizieren. Der Nutzer hat nicht mal die Möglichkeit auf freiwiliiger Basis eine anonymisierte Datennutzung zuzustimmen...Aber es heißt ja offiziell "Die App ist eine tolle Sache"....

Man könnte so viel mehr in dieser Pandemie machen, wäre nicht die Angst vor der DSGVO...Nüchtern im Nachhinein betrachtet kostet dieser Irrsinn jetzt viele viele Menschenleben...

Gegen eine anonymisierte Datennutzung hätte vermutlich kaum jemand etwas einzuwenden. Allerdings müßte Vertrauen in die Anonymität vorliegen. Wenn aber z. B. der Verbrecherverein Beitragsservice (sogar trotz vorherigen Widerspruches zur Datenweitergabe beim Meldeamt) alle möglichen Daten erhält, dann besteht da kein Vertrauen.

Ein wirksamer Datenschutz für die große Masse der Bürger ist sicherlich mehr wert, als ein paar Menschenleben - sofern es überhaupt Menschenleben retten würde, wenn man den Datenschutz aushebeln würde.
Menü
[1.1] urentsch antwortet auf Sunny01
30.01.2021 12:13
Ernsthaft? Sie würden also bereitwillig Ihr eigenes Leben oder das Ihres Kindes oder Ihrer Familie opfern, um einen besseren Datenschutz der Allgemeinheit zu sichern? Respekt! Wie altruistisch (Ironie off)...
Ich kann im Grundgesetz nirgends entdecken, dass der Datenschutz das höchste Grundrecht ist und alles andere dahinter zurücktreten muss. Aber vielleicht habe ich in der Staatsrecht Vorlesung auch nur geschlafen und die entscheidende Stelle verpasst... 😊
Menü
[1.1.1] Sunny01 antwortet auf urentsch
30.01.2021 12:58

einmal geändert am 30.01.2021 12:59
Benutzer urentsch schrieb:
Ernsthaft? Sie würden also bereitwillig Ihr eigenes Leben oder das Ihres Kindes oder Ihrer Familie opfern, um einen besseren Datenschutz der Allgemeinheit zu sichern? Respekt! Wie altruistisch (Ironie off)...
Ich kann im Grundgesetz nirgends entdecken, dass der Datenschutz das höchste Grundrecht ist und alles andere dahinter zurücktreten muss. Aber vielleicht habe ich in der Staatsrecht Vorlesung auch nur geschlafen und die entscheidende Stelle verpasst... 😊

Ja, ich halte es für unverhältnismäßig die Datenschutzrechte aller einzuschränken, nur damit einige wenige Leben geretten werden können. Die Einschränkung der Datenschutzrechte aller wäre ganz sicher gegeben. Dagegen gibt es nur die Vermutung, daß vielleicht einige Leben gerettet werden würden. Mehr als diese Vermutung gibt es nicht, geschweige denn einen Beweis.

Jemand der den Eindruck erweckt, daß erein Jurastudium absolviert hat, sollte der Begriff der Verhältnismäßigkeit bekannt sein.

Der Irrsinn (ihre Wortwahl) der ganzen Freiheitseinschränkungen nur wegen der Pandemie sollte endlich aufhören. Ich bin überrascht, daß die Menschen das schon so lange mitmachen.
Menü
[1.1.1.1] urentsch antwortet auf Sunny01
30.01.2021 13:22
Zwei Staatsexamen dürften dafür gerade so noch reichen.
Verhältnismäßigkeit und Güterabwägung sind mir durchaus ein Begriff. Der sehr hohe Stellenwert des Lebens im Grundgesetz auch. Die Stellung des Datenschutzes über dem Recht auf Leben und der körperlichen Unversehrtheit allerdings nicht.
Menü
[1.1.1.1.1] Sunny01 antwortet auf urentsch
31.01.2021 23:39
Benutzer urentsch schrieb:
Zwei Staatsexamen dürften dafür gerade so noch reichen. Verhältnismäßigkeit und Güterabwägung sind mir durchaus ein Begriff. Der sehr hohe Stellenwert des Lebens im Grundgesetz auch. Die Stellung des Datenschutzes über dem Recht auf Leben und der körperlichen Unversehrtheit allerdings nicht.

Es gibt keinen absoluten Vorrang der körperlichen Unversehrtheit. Sonst gäbe es keine Autos, keine Baustellen, ... Alles was auch nur ansatzweise das Leben gefährden könnte wäre sonst verboten.