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Das wird der Wettbewerb entscheiden


10.12.2020 21:56 - Gestartet von wolfbln
einmal geändert am 10.12.2020 22:01
Es ist klar, dass ab 2021 Großbritannien nicht mehr unter die EU+EWR Roamingverordnung fällt.

Was dann passiert, steht in den Sternen. Darum sind die Äußerungen sehr vage. Die europäischen Betreiber sind nicht mehr daran gebunden und auch die britischen nicht.

Bei uns ist es eine Frage des Wettbewerbs und wie man an der Schweiz sieht, ist der im Roaming eher schwach. Sonst hätte es ja nicht diese Verordnung 2017 zur Senkung erfordert.

Vodafone und Telefónica haben Partnernetze in UK und müssen das nur intern buchen, die Telekom hält noch Anteile an BT (EE). Darum dürfte das für deutsche Anbieter nicht so schwer sein. Aber man kann auch eine Erhöhung der Großhandelspreise, die ab 2021 nicht mehr gekappt sind, als Rechtfertigung präsentieren, GB in die Schweiz-Gruppe zu schieben.

Interessant ist auch, wie es umgekehrt die britischen Betreiber machen. Viele haben auch bei uns britische SIM-Karten, da sie weiter registrierungsfrei sind.

Auf der Insel profilieren sich gerade Vodafone und Three schon traditionell mit guten Roamingangeboten. Sie sind dort die Nr.3 und 4 und müssen schwächere Netze durch Add-ons im Ausland ausgleichen. Three verkauft schon seit Jahren USA-Roaming zum Inlandspreis. Darum könnte das dort über den Wettbewerb besser halten als bei uns. Ich denke aber, dass EU-spezifische Besonderheiten wie die Gespräche in Drittländer (also z.B. mit einer britischen SIM von Deutschland aus eine italienische Nummer anrufen, was ein Roaming- und nicht Auslandsgespräch ist) auf der Kippe stehen, da sie Briten konkret kaum Vorteile bringen. In Deutschland ist es ja ein Schleichweg die sonst höheren Auslandsgebühren zu umgehen, indem man nicht von der deutschen, sondern ausländischen SIM ins Ausland telefoniert.

Warten wir es ab. Die Briten haben es so gewollt. Die Lage wird aber sicher unübersichtlicher als bisher, wie man an der Schweiz sieht.
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[1] AdrianW antwortet auf wolfbln
11.12.2020 13:33
Benutzer wolfbln schrieb:
Es ist klar, dass ab 2021 Großbritannien nicht mehr unter die EU+EWR Roamingverordnung fällt.

Was dann passiert, steht in den Sternen. Darum sind die Äußerungen sehr vage. Die europäischen Betreiber sind nicht mehr daran gebunden und auch die britischen nicht.

Bei uns ist es eine Frage des Wettbewerbs und wie man an der Schweiz sieht, ist der im Roaming eher schwach. Sonst hätte es ja nicht diese Verordnung 2017 zur Senkung erfordert.

Vodafone und Telefónica haben Partnernetze in UK und müssen das nur intern buchen, die Telekom hält noch Anteile an BT (EE). Darum dürfte das für deutsche Anbieter nicht so schwer sein. Aber man kann auch eine Erhöhung der Großhandelspreise, die ab 2021 nicht mehr gekappt sind, als Rechtfertigung präsentieren, GB in die Schweiz-Gruppe zu schieben.

Interessant ist auch, wie es umgekehrt die britischen Betreiber machen. Viele haben auch bei uns britische SIM-Karten, da sie weiter registrierungsfrei sind.

Auf der Insel profilieren sich gerade Vodafone und Three schon traditionell mit guten Roamingangeboten. Sie sind dort die Nr.3 und 4 und müssen schwächere Netze durch Add-ons im Ausland ausgleichen. Three verkauft schon seit Jahren USA-Roaming zum Inlandspreis. Darum könnte das dort über den Wettbewerb besser halten als bei uns. Ich denke aber, dass EU-spezifische Besonderheiten wie die Gespräche in Drittländer (also z.B. mit einer britischen SIM von Deutschland aus eine italienische Nummer anrufen, was ein Roaming- und nicht Auslandsgespräch ist) auf der Kippe stehen, da sie Briten konkret kaum Vorteile bringen. In Deutschland ist es ja ein Schleichweg die sonst höheren Auslandsgebühren zu umgehen, indem man nicht von der deutschen, sondern ausländischen SIM ins Ausland telefoniert.

Warten wir es ab. Die Briten haben es so gewollt. Die Lage wird aber sicher unübersichtlicher als bisher, wie man an der Schweiz sieht.

Die Telekom leitet aber ihre Kunden ins Netz von O2 UK und nicht mehr EE. Auch manueller Einwahl ins EE Netz scheitert fast immer, es klappt nur dann, wenn man sich im Bereich ganz ohne Abdeckung von O2 UK befindet. Auch eine Anmeldung in sonstige Netze (d.h. Vodafone UK und Three) wird seit einiger Zeit blockert. Früher hatte man die Möglichkeit sich für ins beliebiges Netz dort einzuwählen. O2 UK fährt dagegen zweigleisig: Es wird sowohl das Netz von O2 als auch das der Telekom erlaubt. Es gab einige Monate, wo das Netz der Telekom bevorzugt wurde und nun wird wieder das Netz von O2 erstmals versucht. Ist die Netzabdeckung durch O2 nicht vorhanden, erfolgt die Einwahl ins Netz der Telekom und umgekehrt.

Die britische Mobilfunkanbieter behaupten alle, dass sie keine Absicht haben, aus den aktuell geltenden Konditionen auszusteigen. Klar ist aber auch, dass falls sich ein besonders gieriger Roamingpartner findet, dann könnte das ein Domino-Effekt auslösen.

Ich weiß, dass die Mehrheit der teltarif.de Leser bestimmt dorthin nicht direkt von Deutschland aus anrufen bzw. SMS schicken dürfte, aber vielleicht sollte man darauf hinweisen, dass die Verbindungspreise nicht mehr reguliert werden und die Anbieter das Land in eine andere Gruppe verschieben werden.