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Das wird schon etwas klarer jetzt


15.12.2020 21:25 - Gestartet von wolfbln
Ich habe ja den Autor sehr kritisiert, weil er einfach die Telefónica-Presseerklärung abgeschrieben hatte. Die hatten sehr manipulativ verlautbaren lassen, dass sie die "bundesweiten Ausbauziele" von 98% der Haushalte vor ein paar Tagen erreicht hätten. Die Kritik kann man weiter unten hier im Thread unter "nicht nur Presseerklärungen abschreiben" nachlesen.

Man kann jetzt Telefónica nicht vorwerfen, dass sie dem, einen für sie günstigen Twist geben wollen. Darum wäre es notwendig gewesen, das "bundesweite Ziel" richtig einzuordnen. Das ist eben kein Oberziel, sondern steht neben den einzelnen Bundesländern mit 97% und allen Autobahnen und einigen Bahnfernstrecken. Davon ist das 98% Bundesziel eines der einfachsten, da sie die Ballungszentren ziemlich leicht haben und dort die Masse wohnt. Das hat gefehlt.

Ich war zunächst etwas enttäuscht von der Aussage des Autors, dass Teltarif das von der Kapazität nicht nachprüfen könne. Das kann sogar ich und viele, die den Ausbau beobachten. 97% der Haushalte ist schwer ohne GIS festzustellen, aber die lückenlose Abdeckung der Autobahn eigentlich für jeden Autofahrer und der Bahnstrecken für jeden DB-Kunden.

Dennoch will ich M. Weidner jetzt klar loben, dass er trotzdem beim Betreiber nachgehakt hat und eine für mich überraschend offene Auskunft von Telefónica erhalten hat, die im starken Kontrast zur Jubelmeldung mit der "bundesweiten Abdeckung" steht. Von den mind. 19 Zielen (bundesweit, 16 Bundesländer, Bahnstrecken und Autobahnstecken) werden sie wohl nur etwa die Hälfte erreichen, die andere Hälfte nicht.

Gut, bei den Begründungen sind sie etwas in die Irre führend. Sicher gibt es Standorte, die wegen Naturschutz oder lokalen Widerstand nicht so schnell gehen, aber es gibt an der A11, A15 und A19 weiter über 20 km lange Abschnitte ohne NSG, die die anderen Betreiber schon lange abgedeckt haben, o2 aber bisher nur in 2G, das ja auch irgendwoher kommen muss.

Nochmal. O2 hat in diesen Jahr einen Riesensprung nach vorne gemacht. So muss es aber weitergehen. Es fehlt in diesen Artikel etwas, was ich dann in einen 3. Artikel erwarte. Was folgt nun daraus, dass sie die Ziele auch in der Nachfrist verfehlen? Strafe, Corona-Bonus mit Augen-Zudrücken oder Nach-Nachfrist?

Da bin ich gespannt, wie die BNetzA im Januar reagiert. Ich selbst würde gerne dann die genauen Abdeckungszahlen abwarten, die dann wohl veröffentlicht werden (zumindest war das am Anfang diesen Jahres so) und dann weitersehen.

Ich hoffe, Ihr bleibt weiter dran.
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[1] GSM-Nutzer antwortet auf wolfbln
16.12.2020 09:40
Benutzer wolfbln schrieb:
Ich habe ja den Autor sehr kritisiert, weil er einfach die Telefónica-Presseerklärung abgeschrieben hatte.

hallo wolfbln

ich möchte nur kurz in sti8chpunkten auf deinen beitrag eingehen

1. lt. einem teltarif redakteur ist telefonica weiterhin hauptsponsor
des portales , das wirft natürlich fragen auf über eine seriöse berichterstattung

2. damit sind die teltarif redakteure verpflichet vom hauptsponsor die berichte hier
den lesern anzubieten

3. absolut wichtiges merkmal ist :
die lobeshymnen über neu errichtete lte basistationen heissen nicht das die anbindung ! auch den vorgaben der bna entspricht !

4. 70% der telefonica nasten ächzen tagtäglich unter der überlast , grund mangelhafte anbindung und mangelhafte hardware ausstattung

5. der ländliche bereich ist absolut in keiner weise ausgebaut !
tröpchenweise hier und da

6. tagtäglich kaufen kunden de billigangebote der telefonica discounter
ohne das das netz darauf vorbereitet ist

7. ein einfaches beispiel aus einen extremen großen gewerbegebiet
alle ehemaligen großkunden , es waren wirklich großkunden, mussten telefonica den rücken kehren und sind zu je 50% tk und vf gewechselt
db >>vodafone wegen werksvertrag
volvo>>tk
egerland >vf
u.s.w.
der für diesen standort zuständige sendemast vermeldet über 4 (vier) jahre das
die nutzung eingeschränkt ist !
vier !!!! jahre !!!
eine offizielle anfrage an die zuständige gemeinde ergab das jetzt (2020) eine
glasfaser anbindung vorbereitet wird ! nach 4 Jahren !!!
einen termin wann dieses abgeschlossen ist konnte leider nicht genannt werden

das ist 1 (ein beispiel von vielen )
nachtrag wie mir berichtet wurde ist auch eine 4G anbindung entlang der ostsee
analog eines siebes loch an loch und hält doch !

jetzt erscheint der bericht des teltarif redakteures unter einem vollkommen anderen licht

denn auch hier erfolgte keine erfüllung der vorgaben der bna !
mittlerweile ist das netz so überlastet das fast alle telefonate abbrechen
>>>mobilfunk nicht verfügbar !
eine schande
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[1.1] wolfbln antwortet auf GSM-Nutzer
16.12.2020 15:22

4x geändert, zuletzt am 16.12.2020 16:01
Benutzer GSM-Nutzer schrieb:
Benutzer wolfbln schrieb:
Ich habe ja den Autor sehr kritisiert, weil er einfach die Telefónica-Presseerklärung abgeschrieben hatte.

hallo wolfbln

Du bist aber auch Teil des Problems, weil du sehr einseitig auf o2 einschlägst. Vielleicht sollte man eine Berichterstattung wählen, die nicht die Jubelmeldungen des Konzerns kommentarlos wiedergibt, aber auch nicht pauschal alles darauf Eindreschen für richtig hält. Es gibt nicht nur Licht oder Schatten bei o2/Telefonica - es gibt beides.

Warum wollt Ihr alle hier nur Meinungsjournalismus, der die vorgefasste Meinung bestätigt? Es gibt durchaus die Möglichkeit, alles kritisch zu sehen, was z.b. ein Telko so verlautbaren lässt und auch seine "Gegner" (zu denen ich dich wohl zählen darf) ablassen.

ich möchte nur kurz in stichpunkten auf deinen beitrag eingehen

1. lt. einem teltarif redakteur ist telefonica weiterhin hauptsponsor des portales , das wirft natürlich fragen auf über eine seriöse berichterstattung

Wenn du die Werbung hier durchklickst, wirst du genauso die Anzeigen der Mitbewerber finden. Warum ausgerechnet Telefonica jetzt dabei besser wegkommen sollte, als etwa die Telekom erschließt sich mir nicht. Man könnte allenfalls eine zu große Industrienähe des Portals ausmachen.

2. damit sind die teltarif redakteure verpflichtet vom hauptsponsor die berichte hier
den lesern anzubieten

Diese Schlussfolgerung halte ich auch nicht für zwingend. Es gibt keine Verträge, dass redaktionell ein Inhalt bearbeitet werden muss. Das suchen sich schon die Redakteure aus. Wenn ein führender Telko eine Pressemitteilung herausgibt, erwarte ich sogar, dass darüber hier berichtet wird. Allerdings haben die PM insbesondere von Telefonica immer einen sehr bewussten Twist zu manipulieren, ähnlich wie Werbung. Die Redakteure müssen das einordnen können und darstellen. Das wäre in diesen Fall nicht so schwer gewesen. M.W. hat erkannt (im Kommentar), dass es aufschlussreicher war, was sie NICHT sagten und jetzt letztendlich bestätigen.

Zum Gesamtbild gehört, dass sie die 98% bundesweit schaffen und auch die 97% in einigen Bundesländern, aber auch in einigen wohl nicht wie auf Autobahnen und Schienenwegen. Das hat sich halt jetzt auf 2 Meldungen aufgeteilt und irgendwann gibt es eine dritte (nehme ich an) darüber, was das für Folgen hat.

3. absolut wichtiges merkmal ist : die lobeshymnen über neu errichtete lte basistationen heissen nicht das die anbindung ! auch den vorgaben der bna entspricht!

Die BNetzA schreibt die Anbindung bei 4G nicht explizite vor. Sie schreiben eine mind. Downloadgeschwindigkeit vor, die zu erreichen wäre, die vielfach auch über Richtfunk möglich ist. Das sehe ich auch z.B. bei 5 MHz im Band 1 sehr kritisch, wie das dann rechnerisch zu erreichen wäre. Viele der ländlichen Stationen bei Telefonica, Vodafone und z.T. auch Telekom sind mit Richtfunk angebunden statt mit Glas. Das wird sich leider erst mit 5G ändern, wo es nicht mehr anders geht.

4. 70% der telefonica nasten ächzen tagtäglich unter der überlast , grund mangelhafte anbindung und mangelhafte hardware ausstattung

Nein, diese Gründe sind so nicht richtig. Das Telefonica-Netz hat die größten Datenzuwächse, deutlich über Telekom und Vodafone. Es ist weniger die Hardware oder die Anbindung, sondern dass die Station bzw. der Sektor überlastet ist. Das liegt daran, dass zu viele Kunden zu viele Daten zugleich runterladen wollen. Und daran, dass vom Betreiber dieses Volumen nicht über die vorhandenen Bänder gestemmt werden kann. Eine B20 Station ist in einer Großstadt- verdichteten Lage völlig unzureichend, aber bei Vodafone und Telefonica durchaus noch anzutreffend. Wenn du fehlende Nutzung von Bändern als "Hardwareproblem" siehst, kommt es hin. Häufig sind die Antennen aber multiband-tauglich und können leicht umgeschaltet werden, wie Vodafone gezeigt hat. Es fehlt lokal an Kapazität, das ist aber nur teilweise ein Hardware- oder Anbindungsproblem.

Ich beobachte den Ausbau seit längeren genau. Sie haben wirklich an einigen Tausend Basisstationen in diesen Jahr LTE aufgeschaltet und kommen damit etwa auf die Zahl von Vodafone. Ein Überlastung von 70% kann ich nicht feststellen, allerdings schon lokal von einigen Sektoren, die den Datenfluss erheblich bremsen. In Berlin, wo sie die höchsten Kundenzahlen im Netz haben, ist es durchwegs besser geworden. Auf dem Land auch, weil vielfach erstmals 4G kam. Es gibt aber auch Städte und Regionen, wo es noch sehr mies aussieht.

5. der ländliche bereich ist absolut in keiner weise ausgebaut tröpchenweise hier und da

Auch das ist einseitig dargestellt. Bisher sagt kein Anbieter, dass er alle Regionen überall abdecken kann oder will. Es geht um Bevölkerung, Haushalte d.h. besiedelte Bereiche. Da hat o2 einen großen Schritt vorwärts gemacht 2020. In Brandenburg sind sie von 60% der Haushalte auf über 90% mit LTE gekommen. Das ist schon ein deutlicher Unterschied. In allen Bundesländern in einem Jahr etwa auf das Niveau von Vodafone, teilweise lokal darüberhinaus zu kommen, ist durchaus beachtlich. Ob man jetzt das Netz mit "sehr gut" wie Connect/umlaut bewerten möchte, ist fraglich und hängt von den Kriterien ab.


6. tagtäglich kaufen kunden de billigangebote der telefonica discounter
ohne das das netz darauf vorbereitet ist

Telefonica und ihre Reseller verkaufen ihre Produkte z.T. wesentlich günstiger als die beiden anderen Anbieter. "Unlimited" für 30 € statt 90 € zu verkaufen ist ein Statement und führt lokal zu Überlastungen. Darum sollte man sich die Situation vor Ort genau anschauen, bevor man eine Datenflatrate kauft und es dann nur tröpfelt. Abseits vom "Premium-Gedöns" kann man sich auch denken, dass man zu 1/3 des Preises der Telekom kein Premium bekommt, wobei auch die Frage ist, ob Telekom wirklich "Premium" ist.

Telefonica ist aber international gesehen kein Billiganbieter. Eine Flatrate zu 30 € herauszubringen ist in Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Österreich, den baltischen Ländern oder Skandinavien zumeist von allen Marktteilnehmern der Fall. Sie sind international damit im Mittelfeld. Es bricht auch damit nicht "das Netz" zusammen, sondern es gibt lokal Überlastungen.

7. ein einfaches beispiel aus einen extremen großen gewerbegebiet alle ehemaligen großkunden , es waren wirklich großkunden, mussten telefonica den rücken kehren und sind zu je 50% tk und vf gewechselt
db >>vodafone wegen werksvertrag
volvo>>tk
egerland >vf
u.s.w.
der für diesen standort zuständige sendemast vermeldet über 4 (vier) jahre das
die nutzung eingeschränkt ist !
vier !!!! jahre !!!
eine offizielle anfrage an die zuständige gemeinde ergab das jetzt (2020) eine
glasfaser anbindung vorbereitet wird ! nach 4 Jahren !!! einen termin wann dieses abgeschlossen ist konnte leider nicht genannt werden


Ich kenne auch Telekom-Standorte die jahrelang geplant wurden oder VF-Standorte, die jahrelang unzureichend von einem mobilen Trailer versorgt werden. Der Betreiber hat selten die alleinige Schuld daran, dass es nicht so schnell umgesetzt wird. Das ist in Deutschland leider so.

das ist 1 (ein beispiel von vielen ) nachtrag wie mir berichtet wurde ist auch eine 4G anbindung entlang der ostsee analog eines siebes loch an loch und hält doch !

Ich war auch diesen Sommer viel an der Ostsee. Auch da kam es zur Überlastung aller 3 Betreiber, z.B. am Strand von Prora. Das ist aber immer so, wenn dort der Strand voll ist. Man muss fragen, auf welche Kapazität ein Telko ausbauen soll: auf einen durchschnittliche jährlichen Verbrauch im Gebiet oder eine Tagesspitze eines heißen Sommertags am Strand. Gerade an der Ostsee ist o2 wesentlich besser geworden 2020, aber auch Vodafone und Telekom stehen da. Das Problem ist dort das "Schweizer Käse"-Netz, d.h. dass jeder Anbieter mal da oder mal dort gut versorgt und anderswo schlecht oder überhaupt nicht.

jetzt erscheint der bericht des teltarif redakteures unter einem vollkommen anderen licht


Das war kein Bericht eine Teltarif-Redakteurs, sondern die weitgehende abschriebene Presseerklärung der Telefonica.
Deine "Enthüllungen" haben etwas von Verschwörungstheoretikern. Du vermutest eine Verschwörung von Redakteur und Anbieter zur Manipulation der Nachricht und kannst als einzigen "Beweis" anführen, dass der Anbieter Werbung schaltet.

denn auch hier erfolgte keine erfüllung der vorgaben der bna!

Die BNetzA überprüft jedes Jahr die Erfüllung der Vorgaben. Dabei hat sie nicht die Anbindung des 4G beanstandet, sondern die Abdeckung und eine Nachfrist auferlegt, die bald abläuft (31.12.20). Es ist z.B. in der Uckermark nicht das Problem, dass da die Anbindung dünn ist, das ist sie bei den anderen auch. O2 hat dort praktisch keine Kunden mit Datenumsatz, da sie bis Anfang des Jahres nur 2G anboten. Daher besteht auch wenig Anreiz jetzt gerade dort auszubauen, während sie in Berlin an jeden Standort Hunderte von GB täglich schaufeln. Das ist leider der schwache Wettbewerb in Deutschland.

mittlerweile ist das netz so überlastet das fast alle telefonate abbrechen

Das ist Blödsinn. Es brechen z.Zt. nicht "fast alle Telefonate" ab, auch nicht in schlecht abgedeckten Gebieten. Die Stabilität der Sprachanrufe im 2G-Netz ist inzwischen sehr hoch geworden. Die Abbruchrate war sehr viel höher zu Zeiten der eplus/o2-Netzkonsolidierung (2016-8), als technisch die Übergabe zwischen grünen und blauen Netz nicht richtig klappte. Wir sprechen hier nicht von VoIP- oder VoLTE-Gesprächen, sondern ganz normalen 2G/3G-Telefongesprächen. Das 2G-Netz ist bei allen Betreiber ganz OK, wenn ich mir auch da flächendeckende Abdeckung wünschen würde.

>>>mobilfunk nicht verfügbar !
eine schande

Das ist auch eine Kritik, der ich mich anschließe, aber für alle 3 Betreiber. Das Versorgungsniveau ist viel schlechter als in Österreich, Schweiz oder den Niederlanden, wie die umlaut-Tests auch dieses Jahr wieder zeigen. Es ist bei uns besser geworden, das muss man aber auch dazu sagen, bei o2 am stärksten, aber die hatten auch am meisten Luft nach oben.

Da ist es aber fehl am Platz nur einen Betreiber zu bashen, der seine zugegeben weiter verbesserungsfähige "Qualität" wesentlich billiger anbietet, als die beiden anderen. Es zwingt dich doch niemand zu o2 zu gehen. Ich verstehe da diese Wut nicht, die sich nur auf einen Anbieter konzentriert. Eine Wut auf das allgemeine Niveau des Mobilfunks in Deutschland (an dem o2 jedoch nur einen Anteil hat) ist dagegen durchaus weiter angebracht und hat viele Gründe und Adressaten von Politik, Anwohnern, Naturschützern, Behörden, Anbietern bis Verbrauchern.