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Bis 2030


08.12.2020 15:34 - Gestartet von Otis
Glaube ich nicht dran, wenn ich ehrlich bin! Viele haben nicht mal die 16MBit/s und Glasfaser kennt man nur aus den News. Bis 2030 wird man das 50MBits ziel evtl. erreichen aber mehr auch nicht. Und wie waldemar_1976 schon schreibt. Jahrzehnte zu spät!
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[1] marius1977 antwortet auf Otis
08.12.2020 18:56
Benutzer Otis schrieb:
Glaube ich nicht dran, wenn ich ehrlich bin! Viele haben nicht mal die 16MBit/s und Glasfaser kennt man nur aus den News. Bis 2030 wird man das 50MBits ziel evtl. erreichen aber mehr auch nicht. Und wie waldemar_1976 schon schreibt. Jahrzehnte zu spät!

Glauben tut man in der Kirche. Ich finde es toll, dass es endlich mal eine konkrete Absichtsbekundung gibt. Zehn Jahre klingen realistisch. Wenn man überlegt wo wir 2010 technologisch waren...

Ich bin zuversichtlich und auch die Investition in die Brückentechnologie VDSL war der absolut richtige Weg.

Apropos „viele haben nicht mal 16 Mbit.“: fast ausnahmslos Versagen der Kommune. Viele Städte und Gemeinden haben frühzeitig ausgeschrieben und kooperieren z.B. beim Tiefbau vorbildlich. Alleine kann es die Telekom nicht stemmen.
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[1.1] CBS antwortet auf marius1977
08.12.2020 23:17
Benutzer marius1977 schrieb:
Benutzer Otis schrieb:
Glaube ich nicht dran, wenn ich ehrlich bin! Viele haben nicht mal die 16MBit/s und Glasfaser kennt man nur aus den News. Bis 2030 wird man das 50MBits ziel evtl. erreichen aber mehr auch nicht. Und wie waldemar_1976 schon schreibt. Jahrzehnte zu spät!

Glauben tut man in der Kirche. Ich finde es toll, dass es endlich mal eine konkrete Absichtsbekundung gibt. Zehn Jahre klingen realistisch. Wenn man überlegt wo wir 2010 technologisch waren...

Wir sind immer noch dort, wo wir schon 2010 waren, eigentlich sogar noch früher. Da braucht es keinen Glauben sondern es ist einfach Fakt.

Ich bin zuversichtlich und auch die Investition in die Brückentechnologie VDSL war der absolut richtige Weg.

Wenn diese im eigenen Wohngebiet nicht kommt, hilft es auch nichts. Unsere Vermittlungsstelle bekam früh VDSL50, viele Haushalte blieben trotzdem am ADSL16 hängen. Vor einigen Jahren kam VDSL250 in den Ort, mit Outdoor DSLAMs, versorgen nun wiederum das Gebiet, dass eh schon VDSL50 hatte. In verschiedene KVZs wurden auch Leerrohre und tw. Glasfaser gezogen, aber mehr nicht, viele Anschlüsse blieben auf ADSL16 anstatt diese auch über zumindest die neuen Outdoor DSLAMs zu schalten und so von der Steinzeittechnik wegzukommen. Pustekuchen, laufen weiter via KVZ in die Vermittlungsstelle mit dem Ergebnis von VDSL250 auf einer Straßenseite und ADSL16 mit tw. Drosselung auf der anderen. Die Gemeinde hat viel getan, die Telekom aber wohl nicht genug Subventionen erhalten. Glück für die einen, Pech für die anderen.

Apropos „viele haben nicht mal 16 Mbit.“: fast ausnahmslos Versagen der Kommune. Viele Städte und Gemeinden haben frühzeitig ausgeschrieben und kooperieren z.B. beim Tiefbau vorbildlich. Alleine kann es die Telekom nicht stemmen.

Fast ausnahmslos kann kaum sein, es sind Vorgaben, die die Telekom bekommt bspw. Nahbereich und des Weiteren Fördergelder, dazu kommen noch andere Mitbewerber etc. Es ist auch kaum vermittelbar, wenn ein Wohngebiet die Kosten alleine tragen soll und ein anderes von Zuschüssen profitiert, nur weil zufällig die Vermittlungsstelle in einem bestimmten Abstand ist. Aber verständlich, wer Glück hat und ausgebaut wurde, kann die Schuld von sich weisen.
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[1.1.1] KiRKman antwortet auf CBS
09.12.2020 10:44
Benutzer CBS schrieb:
Wir sind immer noch dort, wo wir schon 2010 waren, eigentlich sogar noch früher. Da braucht es keinen Glauben sondern es ist einfach Fakt.

Leider ist das wirklich Fakt. Ich habe gerade überlegt, was sich in den letzten zehn Jahren getan hat. Und das ist ja wirklich nichts. Erschreckend!

Ich frage mich nun ernsthaft, ob ich den Tag noch erleben werde, an dem die Telekom bei mir LTE ausbaut? Ich bin im Telekom-Mobilfunknetz unterwegs und würde es sofort bemerken.

Traurig auch, dass ich mich weiterhin fragen muss, ob ich im Festnetz jemals eine Geschwindigkeit von 250 Mbit/s erreichen werde? Ich bin direkter Telekom-Kunde im Festnetz, aber auch da herrscht Funkstille.

Für mich ist kaum vorstellbar, dass sich bis 2030 plötzlich alles ändern soll.

Aber verständlich, wer Glück hat und ausgebaut wurde, kann die Schuld von sich weisen.

Das denke ich auch. Wer ausgebaut wurde, macht sich in der Regel um das Thema gar keine Gedanken mehr. Auch entsteht schnell der Eindruck, dass netztechnisch ja alles gut laufen würde in unserer Republik...

Wenn mich Leute besuchen kommen, sind sie immer ganz verwundert, dass bei mir indoor kein Mobilfunknetz vorhanden ist. Handwerker zum Beispiel müssen zum Telefonieren erstmal raus und ein Stück die Straße hoch laufen ;-)
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[1.1.1.1] RK20 antwortet auf KiRKman
09.12.2020 12:30
Benutzer KiRKman schrieb:
Benutzer CBS schrieb:
Wir sind immer noch dort, wo wir schon 2010 waren, eigentlich sogar noch früher. Da braucht es keinen Glauben sondern es ist einfach Fakt.

Leider ist das wirklich Fakt. Ich habe gerade überlegt, was sich in den letzten zehn Jahren getan hat. Und das ist ja wirklich nichts. Erschreckend!

Ich frage mich nun ernsthaft, ob ich den Tag noch erleben werde, an dem die Telekom bei mir LTE ausbaut? Ich bin im Telekom-Mobilfunknetz unterwegs und würde es sofort bemerken.
Warum nutzt man ein Mobilfunknetz, wo der Ausbau Lücken hat? Es gibt noch andere Anbieter, die einen wie dich sicher gerne aufnehmen werden.

Es ist doch ziemlich sinnlos einen Vertrag abzuschließen, wenn man mit dem Netz unzufrieden ist.
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[1.1.1.1.1] KiRKman antwortet auf RK20
09.12.2020 23:15
Benutzer RK20 schrieb:
Warum nutzt man ein Mobilfunknetz, wo der Ausbau Lücken hat? Es gibt noch andere Anbieter, die einen wie dich sicher gerne aufnehmen werden.

Es ist doch ziemlich sinnlos einen Vertrag abzuschließen, wenn man mit dem Netz unzufrieden ist.

Das hört sich bei Dir alles so einfach an. Alternative Anbieter sind aber leider nur Vodafone und Telefónica, die in meiner Region einen riesigen Abstand zur Telekom haben. Im negativen Sinne selbstverständlich.

In meinem Nachbarort zum Beispiel, wo ich oft zu tun habe, gibt's ausschließlich Telekom-Mobilfunk. Auch dort gibt's nur ein schlechtes LTE-Netz der Telekom, aber immerhin kann man telefonieren im 2G-Netz. Vodafone und Telefónica bieten dort schlichtweg gar nichts. Also noch nicht einmal Telefonie.

Im Sommer wurde dort eine Petition gestartet und die Unterschriftenliste an die Bürgermeisterin überreicht. Es passiert leider trotzdem nichts.


Daten von Wikipedia:
Einwohner: 16.048 (31. Jan. 2016)
Bevölkerungsdichte: 705 Einwohner/km²

Und nur Telekom-Mobilfunknetz vorhanden! Muss man sich mal vorstellen.

Ich habe nun bei mir zu Hause kein Telekom-LTE, das ist leider so. Ich habe auch nur ganz schlechtes 2G der Telekom. Aber dafür habe ich mit der Telekom an anderen Orten LTE. Oder zumindest EDGE. Mit Telefónica hab ich in der ganzen Region nichts. Und Vodafone ist nur sehr punktuell gut, zum Beispiel entlang der Bahnstrecke nach Venlo (NL).

Es geht mir hier allerdings nicht nur um einzelne Orte, wo sich zugegebenermaßen die Politik auch nicht für einen Ausbau interessiert. Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ganze Regionen abgehängt sind. Und da hat sich wirklich seit zehn Jahren nichts getan.

Das sind nicht nur Gebiete im äußersten Osten der Republik, sondern im äußersten Westen entlang der niederländischen Grenze ist es leider genauso.

Ein Mobilfunkvertrag im Netz der Telefónica kommt am Niederrhein grundsätzlich nicht infrage. Die Telekom ist hier der einzig halbwegs verlässliche Anbieter. Am besten in Kombination mit Vodafone als Dualsim.

Ich persönlich hab derzeit eine Lidl-Connect als zweite SIM drin, weil die noch viel Guthaben hat, was ich aufbrauchen möchte. Danach liegt eine Voxi UK als zweite SIM bereit, weil ich dann in Deutschland als Roaming-User unterwegs bin. Sofern sich das wegen Brexit nicht nochmal ändert...

Aus der Not heraus habe ich jedenfalls langjährige Erfahrungen mit vielen ausländischen SIM-Karten sammeln dürfen. Schon in den Neunzigern hatte ich stets ein zweites Gerät mit einer “KPN Mobile Prepay“ am Mann, weil bereits zu dieser Zeit die deutschen Netze so schlecht waren.

Einige Leute nutzen hier auch niederländische Verträge, weil das Netz aus den Niederlanden besser ist als die deutschen Netze... Das geht aber nur im Westkreis. Bei mir hab ich im Garten immerhin T-Mobile NL.

Im äußersten Osten der Republik sieht's wohl genauso aus: Die polnischen Netze sind oft besser empfangbar als die deutschen. Das hab ich zumindest mehr als einmal hier im Forum gelesen...

Meines Erachtens ist das ein Versagen der Industrie *und* der Politik. Ich mache seit Jahrzehnten (!) Eingaben bei Politik und Netzbetreibern. Meistens bekomme ich nicht einmal eine Antwort.
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[1.1.2] RK20 antwortet auf CBS
09.12.2020 12:38
Benutzer CBS schrieb:
Wir sind immer noch dort, wo wir schon 2010 waren, eigentlich sogar noch früher. Da braucht es keinen Glauben sondern es ist einfach Fakt.
Erschreckend ist, wie engstirnig manche Menschen sind. Seit 2010 haben 3 Mobilfunkanbieter LTE großflächig ausgerollt. Telekom hat zum Beispiel auch die Aktion "Wir jagen Funklöcher" gestartet. Warum hat sich dein Ort nicht darauf beworben? Kein Geld für die Briefmarke gehabt?

Es gibt Fördergelder für den Internetausbau und fast überall sind mindestens 50Mbit zu bekommen, oft sogar 100Mbit oder 1Gbit. Wegen ein paar wenigen, die noch in grauen Flecken wohnen, von einem 10-jährigen Stillstand zu sprechen, ist dumm.
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[1.1.2.1] marius1977 antwortet auf RK20
09.12.2020 12:56

einmal geändert am 09.12.2020 12:57
Benutzer RK20 schrieb:
Benutzer CBS schrieb:
Wir sind immer noch dort, wo wir schon 2010 waren, eigentlich sogar noch früher. Da braucht es keinen Glauben sondern es ist einfach Fakt.
Erschreckend ist, wie engstirnig manche Menschen sind. Seit 2010 haben 3 Mobilfunkanbieter LTE großflächig ausgerollt. Telekom hat zum Beispiel auch die Aktion "Wir jagen Funklöcher" gestartet. Warum hat sich dein Ort nicht darauf beworben? Kein Geld für die Briefmarke gehabt?

Es gibt Fördergelder für den Internetausbau und fast überall sind mindestens 50Mbit zu bekommen, oft sogar 100Mbit oder 1Gbit. Wegen ein paar wenigen, die noch in grauen Flecken wohnen, von einem 10-jährigen Stillstand zu sprechen, ist dumm.

Du bringst es auf den Punkt! Alle Vorredner schimpfen immer nur auf die Provider, dass aber die Kommunen mit die größten Versäumnisse bei weißen Flecken haben wollen oder können sie nicht begreifen.
Natürlich projiziert mein sein eigenes „Einzelschicksal“ gerne auf die Fläche, wenn die Stammtische aktuell offen hätten, perfektes Thema. Hoffentlich sitzt der Bürgermeister nicht mit am Tisch dem sie mal eine ordentlich einschenken sollten.