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Oberirdisch ...


09.11.2020 12:00 - Gestartet von BjWei
... ist besser, als gar nicht!

Wir hatten hier im Erzgebirge bis jetzt ISDN,
also NOCH NIE schnelles Internet per Leitung!

Entweder man begnügte sich mit 5GB im Monat (inzwischen natürlich etwas mehr) über UMTS oder später LTE oder man hatte Glück und einen Koaxanschluß eines Ortsvereins.
Dann bestand zwar das Problem der Datenmenge nicht mehr, aber es konnte passieren, daß das Netz nach Gewitter schon mal für Tage bis Wochen nicht lief, weil es an EINEM einzigen rüstigen Rentner der Antennengemeinschaft hängt, der es am Laufen hält!

Nun baut Telekom hier z.T. oberirdisch FTTH und wir sind MEGAFROH darüber!
Allerdings muß man sagen, daß es absolut chaotisch lief, man oft nur den Anschluß bekam, wenn man ständig mit allen möglichen Stellen telefonierte (hunderte! Telefonate) und Druck machte und nicht zuletzt selber den Spaten in die Hand nahm oder Kabel einzog!
Die Telekom hat hier gezeigt, welch unkoordiniertes Chaosunternehmen sie ist ... mit dem FTTH-Ausbau, den man den Kunden im Internet (Fraueninsel) vorgaukelt, hatte das hier (ist halt der Osten und dort das Erzgebirge!) absolut NICHTS zu tun!
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[1] ExternalMessage antwortet auf BjWei
09.11.2020 12:58
Benutzer BjWei schrieb:
Die Telekom hat hier gezeigt, welch unkoordiniertes Chaosunternehmen sie ist ... mit dem FTTH-Ausbau, den man den Kunden im Internet (Fraueninsel) vorgaukelt, hatte das hier (ist halt der Osten und dort das Erzgebirge!) absolut NICHTS zu tun!
Man sieht das du Null Ahnung hast mit wie viel Anträgen und Problemen so ein Ausbau zutun hat . Das ist alles nicht so einfach Wie sich das all immer denken
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[1.1] BjWei antwortet auf ExternalMessage
10.11.2020 00:26
Man sieht das du Null Ahnung hast mit wie viel Anträgen und Problemen so ein Ausbau zutun hat . Das ist alles nicht so einfach Wie sich das all immer denken

Ok, dann hier mal der Ablauf der Deutschen Telekom, wie wir ihn erleben dürfen:

Seit 1996 gibt es im gesamten Verwaltungsverband OPAL-HYTAS.
Etwa seit 2000 kehrten immer mehr Leute der Telekom den Rücken, weil kein DSL möglich ist, sondern maximal 2 ISDN-Kanäle gebündelt (128K).
Zunehmend wird UMTS und dann LTE genutzt, ist aber hier in gebirgiger Topografie an vielen Stellen nicht gut oder die Zellen sind überbucht, außerdem ist die Datenmenge (ich hatte mehrere Jahre z.B. 5GB ... im Monat!) nicht ausreichend.
Daher rüsten die Antennengemeinschaften (ich bin da Vorstand) ab 2007 mit DOCSIS auf und können inzwischen mit bis zu 100 MBit versorgen.
In unserem Falle kostet das monatlich 8,33 € für die Antennengemeinschaft und 25 € für z.B. eine 25 MBit-Leitung.
Das Problem:
Wir haben nur einen rüstigen Rentner vom Vorstand, der alles am Laufen hält.
Wenn der ausfällt, ist es nicht lange finanzierbar, von unserem Dienstleister, der uns das Signal zur Verfügung stellt, Leute für etwa 40 € / h zu bezahlen.

Nun kommt seit 2019 die Telekom ins Spiel, die aus dem alten OPAL-Netz ein GPON-FTTH (eigentlich eher FTTB) machen will, worüber sich alle freuen:

Zunächst finden alle Bestandskunden, also überwiegend Omas mit nur Festnetz-Telefonie, einen Flyer im Briefkasten, daß nun Gigabit-Internet kommt.
Alle anderen (also die eigentlichen Interessenten) bekommen ... nichts!
Stattdessen rufen diese nun alle beim Antennenvorstand an, um zu erfahren, wie das technisch abläuft, wir machen jetzt also die Arbeit der Telekom.
Es gibt weder eine Einwohnerversammlung mit Telekom-Vertreter noch geht ein solcher mal von Haus zu Haus, um den tatsächlichen Bedarf (vor allem der vielen Nicht-mehr-Telekom-Kunden mit Breitbandbedarf) auszukunden.

Ich stelle meinen Antrag im sog. Vorvermarktungszeitraum online, bekomme als Bestätigung eine eMail der Telekom.

Nun beginnt ein Ausbau mal hier, mal da, mit zig Subfirmen, mit deren ausländischen Arbeitern man sich in der Regel nicht verständigen kann.
Einen deutschsprachigen Ansprechpartner, mit dem auch bauliche Dinge vor Ort geklärt werden könnten, gibt es nicht.
So kommt es z.B. dazu, daß im Keller eines unserer Vorstandsmitglieder zum zweiten Mal ein Loch in die Wand gebohrt werden soll, obwohl eine Woche zuvor schon das Kabel gelegt wurde.

Während man meiner Nachbar-Oma Fiber-Kabel parallel zum OPAL-Kupfer vom Mast ans Haus zieht, rufe ich die Telekom-Hotline an, die mir erklärt, es gäbe bei der Telekom keinen Ausbau über Luftstrecken.
Als ich ihr erkläre, daß die Telekom aber genau das in einem ihrer Videos als ganz toll für den ländlichen Raum bewirbt (Corning-Technik) und es eben gerade jetzt bei meiner Nachbarin passiert ... legt die Dame in Hamburg einfach frech auf!

Nach unzähligen Telefonaten mit Hotlines, Bauherren-Hotlines und Backoffices, Nachfragen im Telekom-Shop und bei der Gemeinde habe ich schließlich einen (deutschsprachigen!) Leiter der Tiefbauabteilung, der mir 25 Meter Pipe-Rohr geben kann, damit ich es in das Rohr der vorhandenen Telefon- und Koaxleitung mit einziehen kann.
Da dann über Monate nichts mehr geschieht, telefoniere ich erneut und erfahre schließlich, daß ich auf einer "bereinigten" Liste der Neuanschlüsse nicht mehr draufstehe!
Man erklärt mir, daß es auch meine Auftragsnummer aus der Bestätigungs-eMail im System der Telekom nicht gäbe ... nochmal neu beauftragen könne ich allerdings auch nicht, da dazu das neue Netz erst fertig gebaut sein müsse.

Wieder folgt ein ewiges Hin- und Her, schließlich findet man noch andere Listen, auf denen wir dann doch wieder stehen und der nette Herr vom Tiefbau bringt mir nochmal eine Rolle Fiberkabel zum Einziehen in meine fertig liegende Pipe.
Nun kann ich wenigstens den langsam einfallenden Kabelgraben zwischen Mast und Hüllrohr erstmal verfüllen, schließlich wird bald Winter.
Ein Stück muß ich für die Übergangsmuffe vom Mastkabel aufs Erdkabel offen lassen, wann allerdings der Mastentrupp das Kabel vom fertigen Corning-Verbinder bei der Nachbarin bis zu mir zieht, weiß keiner, auch nicht der nette Tiefbauer.
Auch nicht, wann dann gespleißt werden kann oder OneBox und Glasmodem auf meine, selbstverständlich längst samt 230V vorbereitete Platte im Keller installiert wird.

Stattdessen sind wir vom Antennenvorstand jetzt damit vollbeschäftigt, den Glücklichen, die schon einen Glas-Netzabschluß im Keller haben, Lösungen zu entwickeln, wie sie nun ihr neues GigaBit-Signal auch in die Wohnungen kriegen, weil meist keine Leerrohre vorhanden sind.

Und nun schauen Sie sich bitte mal das Telekom-Video von der Fraueninsel an:
Da ist von Vorabbegehungen (Auskundung) die Rede, von an einem Tag die Straße auf und wieder zu machen, von Vor-Ort-Beratung zur Detailausführung und kaum Dreck, dort gibt es deutschsprechende Telekom-Mitarbeiter ...

Und aus all dem schließen wir hier im Erzgebirge:
Unsere Telekom ist eine ganz andere!
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[1.1.1] brummi1850 antwortet auf BjWei
24.12.2020 09:25
Benutzer BjWei schrieb:

deren ausländischen Arbeitern man sich in der Regel nicht verständigen kann.
Einen deutschsprachigen Ansprechpartner, mit dem auch bauliche Dinge vor Ort geklärt werden könnten, gibt es nicht.

...Gemeinde habe ich schließlich einen (deutschsprachigen!) Leiter der Tiefbauabteilung, der mir 25 Meter Pipe-Rohr geben kann,...

Da ist von Vorabbegehungen (Auskundung) die Rede, von an einem Tag die Straße auf und wieder zu machen, von Vor-Ort-Beratung zur Detailausführung und kaum Dreck, dort gibt es deutschsprechende Telekom-Mitarbeiter ...

Da scheint ihr ja im Osten, hier speziell in Sachsen, eure liebe Not mit den Ausländern zu haben.
Da wunderst du dich das keiner vorbei kommt? Wie denn wenn er nicht blond und blauäugig ist.