Diskussionsforum
Menü

Vorteile?


17.08.2020 17:06 - Gestartet von paparazzo07
Ich sehe die angeblichen Vorteile im Verschicken von Nachrichten in andere Dienste sehr skeptisch, erst recht wenn die Politik das vorschlägt oder gar bestimmt (nachdem Sie unverhohlen schon die MItlesbarkeit von Messengern gefordert haben)....Nachtigall ick hör Dir trapsen...!
Denn eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung ist dann nicht mehr möglich, im Gegenteil es kommt zu einer Aushebelung dieses Sicherheitsmerkmals.
Das mag für bestimmte Behörden ja ganz nach deren Geschmack sein, aber der Nutzer wird am Ende nicht mehr die Sicherheit haben, seine Nachrichten könnten (gewollt oder nicht) mitlesbar werden.
Des Weiteren werden sich die Hersteller ja nicht in Ihre Karten schauen lassen und sich für den Mitbewerber öffnen...warum auch! Da sind also Klagen vorbestimmt. Deswegen will man jetzt auch die Nutzer dazu bringen diesen riesigen "Vorteil" von den Messengerfirmen zu fordern?
Es hört sich zwar im ersten Moment für den Nutzer ganz gut an, aber ich halte es für ein faules Ei der Politik, denn mit dem Mitlesen hatten sie bis jetzt (obwohl gefordert) keinen Erfolg...naja, dann versucht man es eben auf diese Weise, ein trojanisches Pferd sozusagen.
Menü
[1] blumenwiese antwortet auf paparazzo07
17.08.2020 18:28
Benutzer paparazzo07 schrieb:
Ich sehe die angeblichen Vorteile im Verschicken von Nachrichten in andere Dienste sehr skeptisch, erst recht wenn die Politik das vorschlägt oder gar bestimmt (nachdem Sie unverhohlen schon die MItlesbarkeit von Messengern gefordert haben)....Nachtigall ick hör Dir trapsen...!
Denn eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung ist dann nicht mehr möglich, im Gegenteil es kommt zu einer Aushebelung dieses Sicherheitsmerkmals.
Das mag für bestimmte Behörden ja ganz nach deren Geschmack sein, aber der Nutzer wird am Ende nicht mehr die Sicherheit haben, seine Nachrichten könnten (gewollt oder nicht) mitlesbar werden.

Exakt so ist es!

Was passiert, wenn Politiker sich in Internet-Belange einmischten, sollte nun mittlerweile doch nun wirklich jeder wissen. Alle Katastrophen begannen mit einem gutgemeinten Gedanken eines Politikers.

Sollte sich dieser Vorschlag durchsetzen, bedeutet das das Ende der E2E-Verschlüsselung. Und absolut nichts würde Politiker besser gefallen.

Wer es zulässt, dass sich Politiker ins Internet einmischen, wird sehr bald in einem Albtraum aufwachen. Dass leider viele Menschen nicht erkennen wollen, macht es nur noch schlimmer.

Und drüber hinaus sollte es klar sein, dass praktisch alle Messengerdienste im Ausland sitzen. Deutsche Gesetze sind dort nicht gültig. Was machen Politiker, wenn diese Dienste nicht deutschen Gesetzen folgen? Das Internet blockieren?
Menü
[1.1] paparazzo07 antwortet auf blumenwiese
17.08.2020 23:46
Hallo blumenwiese,

der Witz ist ja noch, wir regen uns über China auf, weil die Regierung dort Regularien für die Internetnutzung aufstellt und sich ständig einmischt...da schreien wir lautstark von Überwachung und Zensur und fordern Demokratie und Freiheit für die Bürger umzusetzen!
Menü
[2] Mobilfunk-Experte antwortet auf paparazzo07
17.08.2020 19:07
Benutzer paparazzo07 schrieb:

Denn eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung ist dann nicht mehr möglich, im Gegenteil es kommt zu einer Aushebelung dieses Sicherheitsmerkmals.

Wie kommst du darauf? Warum sollte dann keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr möglich sein?
Menü
[2.1] paparazzo07 antwortet auf Mobilfunk-Experte
17.08.2020 23:21
Benutzer Mobilfunk-Experte schrieb:

Wie kommst du darauf? Warum sollte dann keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr möglich sein?


Weil jeder Anbieter eine andere Plattform entwickelt hat, andere Verschlüsselungen einsetzt und einfach von der Software her nicht mit anderen Messengern kompatibel sein wird!
Ist ja nicht so, das alle Messenger ein und den selben Baukasten benutzt haben und nur andere Namen für ihren verwenden.
Wenn eine kompatible Umgebung für alle Messenger geschaffen werden soll, dann müssten alle Unternehmen ihre Software offenlegen um eine gemeinsame Schnittstelle zu schaffen, was keiner freiwillig machen wird.
Die Hersteller haben Ihre Software jahrelang entwickelt und verbessert um schneller, besser und sicherer als andere Messenger zu werden, haben Zeit und viel Geld investiert...jeder Hersteller hat andere Sicherheitsfuture, manche Dienste sind Cloudbasiert mit zufälligem Schlüssel, manche tauschen ID's aus um die Sicherheit zu bieten, andere Anbieter benutzen Open-Source-Software, wieder andere geben den Quellcode ihrer Software aus Datenschutzgründen nicht heraus...da gibt es so viele Gründe und Unterschiede, die alle aufzuzeigen sprengt hier den Rahmen!
Wenn die Politik so etwas wirklich umsetzen will, dann kann sie gleich alle Messenger verbieten und nur einen Anbieter (den Behördenfreundlichsten) erlauben, denn dann müssen alle diesen nutzen und können jeden Anderen Nutzer anschreiben...gibt ja dann nur den einen Anbieter (dann noch die Schnittstelle für die Behörden integrieren und schon ist die Welt wieder in Ordnung...hust ).
Menü
[2.1.1] Artim96 antwortet auf paparazzo07
18.08.2020 09:48
Benutzer paparazzo07 schrieb:
Benutzer Mobilfunk-Experte schrieb:

Wie kommst du darauf? Warum sollte dann keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr möglich sein?


Weil jeder Anbieter eine andere Plattform entwickelt hat, andere Verschlüsselungen einsetzt und einfach von der Software her nicht mit anderen Messengern kompatibel sein wird! Ist ja nicht so, das alle Messenger ein und den selben Baukasten benutzt haben und nur andere Namen für ihren verwenden.
Wenn eine kompatible Umgebung für alle Messenger geschaffen werden soll, dann müssten alle Unternehmen ihre Software offenlegen um eine gemeinsame Schnittstelle zu schaffen, was keiner freiwillig machen wird.[...]

Das wäre eine Möglichkeit. Es wird sich natürlich zeigen müssen, wie die Gesetze genau formuliert werden, aber ich denke es spricht nicht wirklich etwas dagegen, dieses Problem mit bestehender Technik zu lösen.
Ich weiß nicht, wie es überhaupt ermöglicht werden soll, Nutzer anderer Plattformen zu erreichen, ohne diesen Diensten sein Telefonbuch übergeben zu müssen, aber davon ausgehend, dass dieses Problem gelöst sei, kann man sich doch darauf einigen, dass für die Kommunikation zwischen den Plattformen sowas wie PGP genutzt wird. Kommunikation innerhalb der Plattform geschieht wie bisher. Natürlich müssen die Betreiber die Nutzer über die Unterschiede aufklären, aber technisch wäre das überhaupt kein Problem.

Das Problem ist halt, dass das alles voraussetzt, dass sich alle Plattformen an geltendes lokales Recht halten. Bei WA/Facebook wurde ja nun schon mehrfach nachgewiesen, dass dem nicht so ist, weitere klagen sind anhängig.
Menü
[2.1.1.1] Raisuli antwortet auf Artim96
18.08.2020 11:06
Benutzer Artim96 schrieb:
Ich weiß nicht, wie es überhaupt ermöglicht werden soll, Nutzer anderer Plattformen zu erreichen, ohne diesen Diensten sein Telefonbuch übergeben zu müssen,
Die Frage ist doch eher umgekehrt: Warum muss ich mein Telefonbuch übergeben, wenn ich die (weltweit) eindeutige ID meines Kommunikationspartners kenne? Funktioniert doch beim Telefon und Mail auch ohne dieses "Feature".

kann man sich doch darauf einigen, dass für die Kommunikation zwischen den Plattformen sowas wie PGP genutzt wird. Kommunikation innerhalb der Plattform geschieht wie bisher. Natürlich müssen die Betreiber die Nutzer über die Unterschiede aufklären
Die Nutzer werden aber erwarten, dass interne und externe Kommunikation über die gleiche Funktionalität verfügen. Damit ist aber eine spezielle interne Kommunikation verzichtbar. Somit wären Messenger nur noch ein Frontend, ähnlich einem Browser.
Menü
[2.1.1.1.1] Artim96 antwortet auf Raisuli
18.08.2020 14:17
Benutzer Raisuli schrieb:
Die Frage ist doch eher umgekehrt: Warum muss ich mein Telefonbuch übergeben, wenn ich die (weltweit) eindeutige ID meines Kommunikationspartners kenne? Funktioniert doch beim Telefon und Mail auch ohne dieses "Feature".
Faulheit der Nutzer. Und natürlich will gerade Facebook ganz genau wissen, wer mit wem Schreiben könnte, auch bei neuen Nutzern.

Die Nutzer werden aber erwarten, dass interne und externe Kommunikation über die gleiche Funktionalität verfügen. Damit ist aber eine spezielle interne Kommunikation verzichtbar. Somit wären Messenger nur noch ein Frontend, ähnlich einem Browser.
Genau deswegen werden die Plattformen die Nutzer auf die Unterschiede hinweisen. Oder glaubst du ernsthaft es wäre im Interesse der Betreiber, wenn allen alle Funktionen zu Verfügung stünden, selbst wenn sie ihre Plattform nicht nutzen? Zumal das einfach nicht umsetzbar ist, denn dann müsste man dafür sorgen, dass jeder Messenger alle Funktionen kann. Und da wird man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Zum Nachteil aller.
Wenn es möglich sein wird, werden die Messenger auf jeden Fall eine klare Trennung fahren, alles andere ist nicht umsetzbar