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Frequenzen von Telefonica bekommen?


13.08.2020 19:51 - Gestartet von MatthiasB
Was ist damit in diesem Artikel gemeint, wenn Höttges sich freut, die Frequenzen von Telefonica bekommen zu haben?
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[1] spezi10 antwortet auf MatthiasB
13.08.2020 20:46
Benutzer MatthiasB schrieb:
Was ist damit in diesem Artikel gemeint, wenn Höttges sich freut, die Frequenzen von Telefonica bekommen zu haben?

Die Telekom hatte im bisherigen UMTS-Band um 2 GHz 2x10 MHz Bandbreite (also je 10 MHz für Upload und Download). Nach der letzten Neuversteigerung von Frequenzen in diesem Bereich hatte die Telekom sich 2x20 MHz gesichert, aber erst ab 1.1.2021. Die Telekom hat die zusätzlichen 2x10 MHz ein gutes halbes Jahr vorher bekommen, da Telefonica diese vorzeitig abgegeben hat (sicher nicht umsonst).
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[1.1] MatthiasB antwortet auf spezi10
13.08.2020 23:55

Die Telekom hatte im bisherigen UMTS-Band um 2 GHz 2x10 MHz Bandbreite (also je 10 MHz für Upload und Download). Nach der letzten Neuversteigerung von Frequenzen in diesem Bereich hatte die Telekom sich 2x20 MHz gesichert, aber erst ab 1.1.2021. Die Telekom hat die zusätzlichen 2x10 MHz ein gutes halbes Jahr vorher bekommen, da Telefonica diese vorzeitig abgegeben hat (sicher nicht umsonst).

Musste Telefonica diese abgeben aufgrund früherer Auflagen oder ist das alles freiwillig geschehen?
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[1.1.1] spezi10 antwortet auf MatthiasB
14.08.2020 00:01
Benutzer MatthiasB schrieb:

Musste Telefonica diese abgeben aufgrund früherer Auflagen oder ist das alles freiwillig geschehen?

Ich denke freiwillig. Ende des Jahres währen die sowieso weg gewesen. So hat Telefonica 6-7 Monate vorher darauf verzichtet und wird dafür noch etwas Geld bekommen haben.

Und Telefonica hat immer noch knapp 2x25 MHz. Wobei sie Ende des Jahres weitere 2x5 MHz an Vodafone abgeben müssen. Dann haben die drei etablierten Netzbetreiber alle 2x20 MHz - bis Anfang 2026, wenn Telefonica nochmal 2x10 MHz an 1&1 Drillisch abgeben muss.

https://www.spectrummonitoring.com/frequencies/#Germany
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[1.1.1.1] MatthiasB antwortet auf spezi10
14.08.2020 13:04

Ich denke freiwillig. Ende des Jahres währen die sowieso weg gewesen. So hat Telefonica 6-7 Monate vorher darauf verzichtet und wird dafür noch etwas Geld bekommen haben.

Wieso wären diese Frequenzen denn "sowieso" weg gewesen?
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[1.1.1.1.1] RK20 antwortet auf MatthiasB
14.08.2020 13:25
Benutzer MatthiasB schrieb:

Ich denke freiwillig. Ende des Jahres währen die sowieso weg gewesen. So hat Telefonica 6-7 Monate vorher darauf verzichtet und wird dafür noch etwas Geld bekommen haben.

Wieso wären diese Frequenzen denn "sowieso" weg gewesen?
In Deutschland werden die Frequenzen anders vergeben, wie in anderen Ländern.
In anderen Ländern werden die Frequenzen gekauft und die Anbieter erhalten eine Auflage.
In Deutschland erwirbt man die Frequenzen für einen Zeitraum von z.B. 15-20 Jahren und hat dann manchmal die Option das Nutzungsrecht um 5-10 Jahre zu verlängern.
Danach werden die Frequenzen neu versteigert.

Mit dem "deutschen" Modell hat der Staat immer wieder Einnahmen, während die Anbieter Kosten beim Erwerben und bei der Abschreibung haben.
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[1.1.1.1.1.1] spezi10 antwortet auf RK20
14.08.2020 15:41
Benutzer RK20 schrieb:

In Deutschland werden die Frequenzen anders vergeben, wie in anderen Ländern.
[...]
Mit dem "deutschen" Modell hat der Staat immer wieder Einnahmen, während die Anbieter Kosten beim Erwerben und bei der Abschreibung haben.

Wobei das "deutsche Modell" zumindest in Europa weit verbreitet ist. Das einzige Land, wo ich jetzt ziemlich sicher bin, dass es anders läuft, wären die USA. Dort werden Lizenzen auch versteigert, aber nicht zeitlich befristet.

Wobei ich die Situation in vielen anderen außereuropäischen Ländern jetzt nicht kenne.
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[1.1.1.1.1.2] RE: Frequenzen von Telefonica bekommen? // "Kosten"
peanutsger antwortet auf RK20
14.08.2020 17:59
Benutzer RK20 schrieb:
In Deutschland erwirbt man die Frequenzen für einen Zeitraum von z.B. 15-20 Jahren ...

Mit dem "deutschen" Modell hat der Staat immer wieder Einnahmen, während die Anbieter Kosten beim Erwerben und bei der Abschreibung haben.

Kosten beim Erwerben UND bei der Abschreibung!?

Sorry, aber das ist entweder missverständlich ausgedrückt oder inhaltlich grob falsch.

Die Aufwendungen für den Erwerb der Lizenzen sind weder handels-, noch steuerrechtlich "Kosten". Im Regelfall handelt es sich um einen reinen Aktivtausch, bei dem vorhandenes Geld gegen eine zu aktivierende Lizenz eingetauscht wird (jaja, bei 100%-Fremdfinanzierung erfolgt stattdessen eine gleichzeitige Erhöhung auf Aktiv- und Passivseite der Bilanz statt). Es gibt keine Gewinnauskwirkung und folglich keine "Kosten".

Zutreffend ist, dass die zeitanteilige Abschreibung der Lizenzen dann zu einer Gewinnauswirkung führt.. "Kosten". Aber eben nur da ... kein UND ...

Sorry für die Klugscheißerei, aber wenn du jemandem was erklärst, dann lieber nicht mißverständlich (oder falsch).
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[1.1.1.1.2] spezi10 antwortet auf MatthiasB
14.08.2020 15:37
Benutzer MatthiasB schrieb:

Ich denke freiwillig. Ende des Jahres währen die sowieso weg gewesen. So hat Telefonica 6-7 Monate vorher darauf verzichtet und wird dafür noch etwas Geld bekommen haben.

Wieso wären diese Frequenzen denn "sowieso" weg gewesen?

Wie schon geschrieben wurde: die Mobilfunkanbieter benötigen Lizenzen, um bestimmte Frequenzbereiche nutzen zu dürfen. Diese Lizenzen sind zeitlich begrenzt und laufen irgendwann aus.

Im Juni 2019 wurden die Lizenzen für das 2,1 GHz-Band neu versteigert, dabei haben Telekom und Vodafone mehr Lizenzen ersteigert, als sie bisher hatten. Telefonica hat in Zukunft weniger:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/5G-Frequenzauktion-beendet-4445365.html

Die neuen Lizenzen gelten ab 1.1.2021. Durch die Einigung mit Telefonica bekommt die Telekom jetzt vorzeitig Zugriff auf Lizenzen, die sie sonst erst ab 1.1.2021 hätten nutzen dürfen.