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O2: Eindruck zwiespältig


06.08.2020 11:12 - Gestartet von niknuk
Von 2006 bis 2019 hatten wir einen O2-DSL-Anschluss (ex Hansenet-/Alice-Anschluss). Mit dem waren wir rein technisch weitgehend zufrieden. Er war preiswert (echtes ISDN) und wurde sowohl von den Vorbesitzern (Hansenet und Telecom Italia) als auch von Telefonica stetig verbessert, ohne dass Mehrkosten entstanden. Beispielsweise wurde die DSL-Geschwindigkeit ohne Aufpreis (!) durch Hansenet von 4 auf 16 MBit/s und später durch Telefonica von 16 auf 50 MBit/s erhöht.
Vor einigen Jahren kam die unausweichliche Umstellung von echtem ISDN auf einen IP-basierten Anschluss. Danach fiel der Anschluss deutlich häufiger aus als vorher. Dafür waren einerseits DSL-Ausfälle verantwortlich, andererseits aber auch die grottige Hardware (O2 Box), die häufiger abstürzte. Zumindest letzteres bekam man aber durch den Einsatz eigener Hardware (hier: FB 7490) in den Griff.
Während unser Anschluss technisch unseren Erwartungen entsprach, lief die O2-Buchhaltung ab Anfang 2019 völlig aus dem Ruder. Es kam zu häufigen Falschabrechnungen, die aber nach Anrufen bei der (glücklicherweise erreichbaren) Hotline korrigiert wurden. Trotzdem nervte es, dass das immer wieder nötig war.
Im letzten Jahr sind wir umgezogen. An der neuen Adresse gab es nur Telekom-DSL mit max. 6 MBit/s. Da alle anderen DSL-Anbieter Telekom-Technik anmieten müssen (Kabelanbieter sind nicht verfügbar), waren auch deren Anschlüsse nicht schneller als 6 MBit/s. Daher konnte O2 das von uns bisher genutzte Produkt an der neuen Adresse nicht mehr anbieten. Gleichzeitig waren aber Telekom-Hybrid-Anschlüsse verfügbar, bei denen langsames DSL mit einer schnellen LTE-Mobilfunkverbindung "aufgebohrt" wird. Kein anderer Anbieter hat etwas Vergleichbares im Portfolio. Also sind wir zur Telekom gewechselt. Leider haben sich die schon seit einiger Zeit amoklaufenden Systeme bei O2 beim Anbieterwechsel erst richtig ausgetobt. Die fristgerechte (!) Kündigung durch die Telekom wurde zwar durch O2 schriftlich bestätigt, aber nicht akzeptiert und die Rufnummern auch nicht für eine Portierung freigegeben. Begründung: "Rufnummern lassen sich nicht aus laufenden Verträgen herausportieren". Das zog sich so über mehrere Monate (!) hin. Bei jedem Kündigungsversuch durch die Telekom bekamen wir eine neue Kündigungsbestätigung, aber der Vertrag lief trotzdem weiter und die Portierung scheiterte. Irgendwann bat uns die Telekom dann, ihr eine Kopie der schriftlichen Kündigungsbestätigung von O2 zuzuschicken. Damit haben sie dann den Druck auf O2 so erhöht, dass wir nach wiederholten Anläufen endlich unsere Rufnummern zurückbekamen. Als kleines Bonbon hat O2 dann nichts für die ausgehende Portierung berechnet. Normalerweise hätte das 30 Euro gekostet.
Außer dem O2-DSL-Vertrag haben wir noch 3 O2-Mobilfunkverträge. Mit denen lief eigenartigerweise alles glatt, auch technisch funktionieren sie gut. Diese Verträge haben wir noch heute.
Fairerweise muss man sagen, dass sich die Telekom bei der Bereitstellung unseres neuen Anschlusses auch nicht mit Ruhm bekleckert hat. Es gab außer den Problemen mit der Rufnummern-Portierung (für die die Telekom ja nichts konnte) noch weitere Probleme. Bis alles alles so lief wie wir es haben wollten, dauerte es auch noch eine ganze Weile und es waren einige Anrufe bei der Hotline bzw. Hilferufe im "Telekom hilft"-Forum nötig. Inzwischen läuft der Telekom-Anschluss aber so wie er soll. Leider ist er aber deutlich teurer als der O2-Anschluss, u. a. deswegen, weil man für Hybrid-Anschlüsse auf einen Telekom-Hybrid-Router angewiesen ist (Fremdrouter unterstützen Hybrid-Anschlüsse nicht) und diese ordentlich Miete kostet. Wir hätten den Router auch kaufen können, aber das wäre auch sehr teuer gewesen. Außerdem hoffe ich, dass hier irgendwann VDSL ausgebaut wird. Dann entfällt das Hybrid-Gefrickel und der teure Telekom-Router wird überflüssig. Außerdem können Telekom-Mitbewerber dann auch wieder schnelle Anschlüsse anbieten. Schaun mer mal.