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09.07.2020 16:20 - Gestartet von koelli
Also dass man keine analoge Post will, kann ich vielleicht noch irgendwie verstehen. Aber wieso will man keine Anfragen per Mail? Das ist doch 100% digital
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[1] noxcivi antwortet auf koelli
09.07.2020 16:38
Benutzer koelli schrieb:
Aber wieso will man keine Anfragen per Mail? Das ist doch 100% digital
E-Mail macht es den Kunden viel zu leicht. Effektiver und effizienter 1st Level Support hat stets die Aufgabe den Kunden mit Selbsthilfe und Automatismen abspeisen zu können.

Bei einem kundenfeindlichen Unternehmen kommt hinzu, dass der Kunde im rechtlich erlaubten Rahmen maximal benachteiligt werden soll.
Schriftliche Aufzeichnungen der Kommunikation sind hinderlich für den 2nd level Support, denn auch der hat in den meisten Unternehmen keinerlei Befugnisse und die Hauptaufgabe: Abwimmeln!
Die Telefonica ist kein Einzelfall.
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[1.1] tommi77 antwortet auf noxcivi
09.07.2020 19:03
Genau so ist es.
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[1.2] industrieclub antwortet auf noxcivi
09.07.2020 20:13

einmal geändert am 09.07.2020 20:30
Benutzer noxcivi schrieb:
Hauptaufgabe:
Abwimmeln!
Die Telefonica ist kein Einzelfall.

Aber doch ein klassischer Vertreter dieser Sorte...
Im Übrigen ist die ständige Duzerei in den Kommunikationsansprachen (siehe Beitrags
zitat) eine einzige Unverschämtheit! Im deutschen Strafrecht gilt dies übrigens nach wie vor als Beleidigung...Und dieser Satz aus dem Beitrag ist sehr schön:
"Ein externer Dienstleister von o2 hat nun wohl unfreiwillig einen kurzen Einblick gegeben, dass dieser Empfehlung zur schriftlichen Kommunikation mutmaßlich mehr o2-Kunden folgen, als dem Unternehmen lieb sein dürfte."
Tja, die RECHTSLAGE ist es, die solchen Unternehmen letztendlich NICHT lieb ist. Sie würden 'Recht nach Gutsherrenart' bevorzugen.
Und dazu macht dann auch die Duzerei Sinn: Denn schließlich duzte auch der Gutsherr sein Gesinde !
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[1.2.1] dereinehalt antwortet auf industrieclub
11.07.2020 18:24
Benutzer industrieclub schrieb:
Benutzer noxcivi schrieb:
Hauptaufgabe:
Abwimmeln!
Die Telefonica ist kein Einzelfall.

Aber doch ein klassischer Vertreter dieser Sorte...
Im Übrigen ist die ständige Duzerei in den
Kommunikationsansprachen (siehe Beitrags zitat) eine einzige Unverschämtheit! Im deutschen Strafrecht gilt dies übrigens nach wie vor als Beleidigung...Und dieser Satz aus dem Beitrag ist sehr schön:
"Ein externer Dienstleister von o2 hat nun wohl unfreiwillig einen kurzen Einblick gegeben, dass dieser Empfehlung zur schriftlichen Kommunikation mutmaßlich mehr o2-Kunden folgen, als dem Unternehmen lieb sein dürfte." Tja, die RECHTSLAGE ist es, die solchen Unternehmen letztendlich NICHT lieb ist. Sie würden 'Recht nach Gutsherrenart' bevorzugen.
Und dazu macht dann auch die Duzerei Sinn: Denn schließlich duzte auch der Gutsherr sein Gesinde !

Na ja. Also ich kann das Problem nicht so ganz nachvollziehen. Mit dem duzen wollen viele Firmen wohl moderner wirken und auch ein jüngeres Publikum ansprechen und generell den Kontakt ein bisschen persönlicher machen. Finde ich durchaus gar nicht mal so unangenehm.

O2 bietet im übrigen WhatsApp Support an, habe ich schon ausprobiert, funktionierte sehr gut und man hat problemlos meinen Vertrag verlängert und mir 18,50 € monatlich für zwei Jahre an Rabatt angeboten, maximal vorbildlich.

Auch das O2 Netz funktioniert hier in der Region Aachen hervorragend und ist gut ausgebaut und super schnell teilweise über 100 Mbit. Kann mich über O2 bzw. Telefonica nicht beklagen.
Gegen eine E-Mail Adresse hätte ich allerdings auch Nichts einzuwenden, wobei der WhatsApp Support gut funktioniert ebenso wie der Support Chat auf der Homepage.
Dennoch e-mail und Fax wäre sinnvoll, nicht jeder mag WhatsApp nutzen.
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[1.2.1.1] industrieclub antwortet auf dereinehalt
12.07.2020 17:33
Benutzer dereinehalt schrieb:
Na ja. Also ich kann das Problem nicht so ganz nachvollziehen. Mit dem duzen wollen viele Firmen wohl moderner wirken und auch ein jüngeres Publikum ansprechen und generell den Kontakt ein bisschen persönlicher machen. Finde ich durchaus gar nicht mal so unangenehm.

Ja gut, ist natürlich auch Geschmackssache. Ikea hat' s damals angefangen. Wobei das allerdings auch aus den Modalitäten der schwedischen Sprache herrührt (ich kann zufällig Schwedisch), die -- dominierende -- englische Sprache gibt's sowieso vor, da konnte das auf Dauer natürlich nicht ausbleiben...Dennoch mag's nicht jeder. Und das deutsche Strafrecht wird sich schon noch was dabei "denken",
wenn es Duzen ohne vorhergehende diesbezügliche Einladung als Beleidigung wertet...Wir müssen hier nicht ALLES mitmachen, was die angelsächsische Welt vorgibt. Dass das -- in der Intention der Firmen -- jung und dynamisch klingen soll
-- ja, so schlau bin ich auch ! Das Problem ist nur, ca. 50% der Adressaten finden das toll und ca. 50% finden es ekelhaft. Da gibt's kaum einen Kompromiss...
Summa summarum konzidiere ich natürlich, dass ich pointiert formuliert habe. Aber genau das hat eine Firma mit dem Gebaren von O2 auch durchaus mal verdient!
Im Übrigen werde ich ich mich sowieso jetzt aus dem Forum zurück ziehen, ich hab' das jetzt zehn Jahre lang gemacht und dann ist auch mal gut....Ich hab' mich z.B. sehr für Digitalradio eingesetzt, Digitalradio hat sich jetzt auch prak-
tisch etablieren können, aber wie ist die Programmbelegung ?: im Wesentlichen MÜLL !! Man hat dann irgendwann keine Lust mehr....

Dennoch e-mail und Fax wäre sinnvoll, nicht jeder mag WhatsApp nutzen.

So ist es !
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[1.3] wenn dem so wäre
Tom2122 antwortet auf noxcivi
10.07.2020 19:10

einmal geändert am 10.07.2020 19:11
Benutzer noxcivi schrieb:
Benutzer koelli schrieb:
Aber wieso will man keine Anfragen per Mail? Das ist doch 100% digital
E-Mail macht es den Kunden viel zu leicht. Bei einem kundenfeindlichen Unternehmen kommt hinzu, dass der Kunde im rechtlich erlaubten Rahmen maximal benachteiligt werden soll.
Wenn dem so wäre, warum bietet o2 einen Support via Whatsapp an?

Ich finde nicht, dass der Whatsapp-Support mir als Kunden die Kontaktaufnahme mit o2 erschwert - im Gegenteil, das funktioniert sogar sehr gut, und ist angenehm.
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[2] little-endian antwortet auf koelli
09.07.2020 23:00
Benutzer koelli schrieb:
Also dass man keine analoge Post will, kann ich vielleicht noch irgendwie verstehen. Aber wieso will man keine Anfragen per Mail? Das ist doch 100% digital

Auch die Post in Briefform ist "100% digital", wenn es um den reinen textlichen Inhalt geht, womit bereits die Bezeichnung "analog" für nicht-elektronisch Übertragenes deppert ist.
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[2.1] macneptun antwortet auf little-endian
10.07.2020 10:46
Das Vorgehen liegt teilweise in der Tatsache begründet, daß die Mitarbeiter meist die deutsche Sprache nicht beherrschen.
So kamen per e-Mail Antworten, deren Textblock-Bingo das eigentliche Thema weitläufig umschifften.

Danach kam Einschreiben mit Rückschein und zuletzt der Anwalt.
Das hatte erst den gewünschten Wirkungsgrad.
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[2.2] Zuschauer 1 antwortet auf little-endian
10.07.2020 20:57
Benutzer little-endian schrieb:
Benutzer koelli schrieb:
Also dass man keine analoge Post will, kann ich vielleicht noch irgendwie verstehen. Aber wieso will man keine Anfragen per Mail? Das ist doch 100% digital

Auch die Post in Briefform ist "100% digital", wenn es um den reinen textlichen Inhalt geht, womit bereits die Bezeichnung "analog" für nicht-elektronisch Übertragenes deppert ist.

Was genau soll an Briefpost "digital" sein? Der verwendete Zeichenvorrat, der nur diskrete Werte annimmt? Dieser Umstand macht das Schriftstück selbst aber nicht "digital".

Ein Schreiben auf Papier ist analog. Und wenn es handschriftlich verfasst ist, ist es vermutlich auch nicht mit OCR erkenn- und damit automatisch sortierbar (z.B. nach Thema oder Kundennummer). Damit ist es für ein Unternehmen der zeitaufwendigste und somit teuerste Fall.
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[2.2.1] little-endian antwortet auf Zuschauer 1
10.07.2020 23:45
Benutzer Zuschauer 1 schrieb:

Was genau soll an Briefpost "digital" sein? Der verwendete Zeichenvorrat, der nur diskrete Werte annimmt?

Ganz genau, wie auch bei Uhren, die die Zeit mit Ziffern darstellen und noch nichtmal elektronisch sein müssen (ein Hoch auf mechanische Fallblattanzeigen).

Dieser Umstand macht das Schriftstück selbst aber nicht "digital".

Kann es auch nicht, da das "Digitale" immer eine rein logische Abstraktion ist. Auch auf einer Festplatte oder Blu-ray wird man per se nichts "Digitales" finden, da auch die Magnetisierungen und Pit-/Landübergänge "physisch" natürlich analoge Signale erzeugen, aus denen man dann abstrakt die digitalen Daten (im Basisband) gewinnt.

Besagte Schriftstücke selbst sind somit natürlich ebenfalls lediglich (stets analoge) Träger des wahlweise analogen oder digitalen Inhalts (auch Mischformen sind möglich).

Ein Schreiben auf Papier ist analog.

Christian, bist du's? (Kleiner Scherz, denn genau das entgegnete mir unlängst ein befreundeter Programmierer, der es eigentlich besser wissen müsste. Da ging es um die Speisekarte im Lokal.)

Ich würde das so nicht bezeichnen, da diese Aussage in Anbetracht dessen, dass Physis immer "analog" ist, eine Trivialität darstellt und man daher zwecks Unterscheidung seine Wortwahl am Inhalt festmachen sollte.

Andernfalls müsste man das, was die meisten wohl widerspruchslos sofort als "digital" akzeptieren (heutzutage also "irgendwas mit Computern", binäre Darstellungen, annährende Rechtecksignale, etc.) ebenfalls als "analog" bezeichnen, denn auf irgendeinem Träger, der so analog erscheint wie das von dir zitierte Papier, müssen ja auch diese Daten daherkommen.

Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass bei den meisten Schreiben in erster Linie der Inhalt zählt, zumal der oft genug nicht handgeschrieben sein wird, sondern auf vorgefertigten Buchstaben und Ziffern basiert. Der Unterschrift als Signatur und komplexeres "Echtheitsmerkmal" könnte man am ehesten nativ analoge Eigenschaften zubilligen, das ist soweit korrekt.

Und wenn es handschriftlich verfasst ist, ist es vermutlich auch nicht mit OCR erkenn- und damit automatisch sortierbar (z.B. nach Thema oder Kundennummer).

Auch Handschriftliches ist digital, wenn es um den sprachlichen Inhalt geht, wie im Übrigen auch das gesprochene Wort. Der Umstand, dass das OCR-mäßig fehleranfällig zu erfassen ist, läuft dem erstmal nicht zuwider, entspricht es lediglich einer nicht sonderlich fehlerresistenten und eher schlecht rekonstruierbaren Signalform, wenn man so will.

Hegt man aber Interesse am bildlichen Erscheinungsbild eines Schreibens mitsamt Schriftform, Papiermaserung, etc., bin ich bei dir und so sind solche Scans freilich als "Digitalisierung" im Sinne von Sampling und Quantisierung anzusehen.


Nachdem beim hier meinerseits kritisierten "Artikel" aber selbst das rein digitale Fax Gruppe 3 Protokoll mit in den "Analogtopf" geworfen wird, zeigt sich, dass bei vielen ein grundsätzliches Verständnis dafür fehlt, wann eine Information als "digital" einzuordnen ist und wann nicht.