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Kennt man denn die Anonymen?


14.06.2020 18:58 - Gestartet von machtdochnichts
einmal geändert am 14.06.2020 19:19
Gerade, wer für Datenschutz ist, sollte die App baldmöglichst installieren. Denn andernfalls holt sich der Staat die Daten nämlich trotzdem, nur auf weniger datensparsamen Wegen als über die App.

Das verstehe ich nicht wirklich!

Also schaut der Staat doch nach, wer die App installiert?
Dann kann sie aber auch nicht wirklich anonym sein und meldet fleißig den Namen des Handybesitzers.
Woher soll der Staat sonst wissen, wer die App hat und wer nicht?

Oh, oh......

Und wenn die App keine persönlichen Daten meldet, kann der Staat ja nicht wissen, wer seine Daten schon "hochgeladen" hat und holt sich die Daten trotzdem auf weniger datensparsamen Wegen als über die App, auch wenn man die App installiert hat.

Den Punkt verstehe ich wirklich nicht.
Und warum holt sich der Staat überhaupt irgendwelche Daten ohne Hintergrund/Informationen? Werden von allen 80 Millionen Bundesbürgern und den anderen Einwohnern grundsätzlich Daten geholt, wenn sie die App nicht haben?
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[1] Hofrat antwortet auf machtdochnichts
14.06.2020 19:45
Benutzer machtdochnichts schrieb:
Gerade, wer für Datenschutz ist, sollte die App baldmöglichst installieren. Denn andernfalls holt sich der Staat die Daten nämlich trotzdem, nur auf weniger datensparsamen Wegen als über die App.

Das verstehe ich nicht wirklich!

Also schaut der Staat doch nach, wer die App installiert? Dann kann sie aber auch nicht wirklich anonym sein und meldet fleißig den Namen des Handybesitzers.
Woher soll der Staat sonst wissen, wer die App hat und wer nicht?

Oh, oh......

Damit meint Kai sicherlich, wenn nicht genügend Nutzer die App installieren, dass der Staat dann andere Maßnahmen, wie von ihm beschrieben, nutzt. Der Staat hat meines Wissens keine Möglichkeit nach zu schauen, wer die App installiert hat. So habe ich es verstanden, dass der Staat keine Möglichkeit hat nachzuschauen wer die App installiert hat oder nicht. Anders kann ich es mir auch nicht vorstellen.

Vielleicht schreibt Kai noch etwas zu Deinem Beitrag.

Und wenn die App keine persönlichen Daten meldet, kann der Staat ja nicht wissen, wer seine Daten schon "hochgeladen" hat und holt sich die Daten trotzdem auf weniger datensparsamen Wegen als über die App, auch wenn man die App installiert hat.

Den Punkt verstehe ich wirklich nicht.
Und warum holt sich der Staat überhaupt irgendwelche Daten ohne Hintergrund/Informationen? Werden von allen 80 Millionen Bundesbürgern und den anderen Einwohnern grundsätzlich Daten
geholt, wenn sie die App nicht haben?
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[1.1] Kai Petzke antwortet auf Hofrat
15.06.2020 16:14
Benutzer Hofrat schrieb:

Damit [dass der Staat sich die Daten trotzdem holt] meint Kai sicherlich, wenn nicht genügend Nutzer die App installieren, dass der Staat dann andere Maßnahmen, wie von ihm beschrieben, nutzt.

Genau so habe ich es gemeint. Sorry, wenn die Formulierung nicht klar genug war.

Der Staat hat meines Wissens keine Möglichkeit nach zu schauen, wer die App installiert hat.

Bei der derzeitigen App sieht der Staat in der Tat nicht, wer die installiert hat. Aber der Staat sieht schon aufgrund der Download-Zahlen im App- bzw. Play-Store, wie viele Nutzer ungefähr die App installiert haben. Auch erfährt der Staat bei neuentdeckten Covid-Fällen jeweils, wie viele Betroffene angeben, die App zu haben, und wie viele nicht. Und spätestens dann beginnt der soziale Druck ("Wenn Sie die App installiert hätten, dann könnten wir jetzt viel einfacher alle Ihre Kontakte benachrichtigen. So müssen Sie sich jetzt erinnern und wir müssen in den Restaurants, wo Sie gegessen haben, alle anrufen, die an demselben Abend auch dort waren ...")

Die alternative Methode, mit der der Staat gefährliche Kontakte zu Covid-Infizieren ermitteln kann, ist die Nutzung der Positionsdaten der Mobilfunknetze. Die sind unabhängig von der App vorhanden, allerdings ungenauer als die Daten der App. Dafür funktionieren die Positionsdaten aber auch bei uralt-"Handys" und auch ohne Bluetooth. Die Netzbetreiber heben diese Positionsdaten für einige Wochen auf, um bei Fehlern oder Hackerangriffen analysieren zu können, was passiert ist. Aber auch Strafverfolgungsbehörden greifen auf diese Daten bereits regelmäßig zu. Ein Beispiel ist die Ermittlung einer Liste von Verdächtigen nach einem Mord.
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[1.1.1] Hofrat antwortet auf Kai Petzke
15.06.2020 16:30
Benutzer Kai Petzke schrieb:

Die alternative Methode, mit der der Staat gefährliche Kontakte zu Covid-Infizieren ermitteln kann, ist die Nutzung der Positionsdaten der Mobilfunknetze. Die sind unabhängig von der App vorhanden, allerdings ungenauer als die Daten der App. Dafür funktionieren die Positionsdaten aber auch bei uralt-"Handys" und auch ohne Bluetooth. Die Netzbetreiber heben diese Positionsdaten für einige Wochen auf, um bei Fehlern oder Hackerangriffen analysieren zu können, was passiert ist. Aber auch Strafverfolgungsbehörden greifen auf diese Daten bereits regelmäßig zu. Ein Beispiel ist die Ermittlung einer Liste von Verdächtigen nach einem Mord.

Kai ich würde es begrüßen wenn der Staat gefährdete Kontakte zu Covid 19 Infizierten ermittel könnte. Das würde die Arbeit der Gesundheitsämter sehr erleichtern. Die Testergebnisse müssten automatisch aufs Smartphone kommen, wir leben immerhin im Jahre 2020. Die meisten nutzen Android Smartphones mit Whatsapp, G-Mail Google Suchmaschine und Browser, aber bei der Corona App da legt man Wert auf den Datenschutz, ein Widerspruch in Sich wie ich finde. Meine Meinung dazu.
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[1.1.1.1] Kai Petzke antwortet auf Hofrat
15.06.2020 18:08
Benutzer Hofrat schrieb:

Kai ich würde es begrüßen wenn der Staat gefährdete Kontakte zu Covid 19 Infizierten ermittel könnte. Das würde die Arbeit der Gesundheitsämter sehr erleichtern.

China und Taiwan machen es so - die gelten in Deutschland allerdings als Überwachungsstaaten, von denen man sich politisch distanziert. Mit der Erfahrung des 3. Reichs, wo vom Staat gesammelte, ehemals harmlose Daten, dann zum Todesurteil wurden (Stichworte: Religionszugehörigkeit und Sexualität - auch Schwule kamen ins KZ), ist man da in Deutschland besonders vorsichtig. Meine persönliche Meinung ist, dass ein Unrechtsstaat freilich immer Daten unrechterweise sammeln und auswerten wird, egal, wie sauber der eventuelle Vorgängerstaat des Unrechtsstaates (also vor dem "Ermächtigungsgesetz") gehandelt hat. Ich bin daher bei der Abwehr einer Pandemie FÜR die Datennutzung, wer in einem bestimmten Club war, wo es viele Ansteckungen gab, bei der Entscheidung, wen man als Lehrer/-in einstellt, hingegen GEGEN eine solche Datennutzung, wer in einem bestimmten Club war.

Ich verstehe die Argumentation der Datenschützer, die sagen: "Für je mehr legale und legitime Zwecke wir Daten nutzen, desto mehr Daten werden auch auf Abwegen für illegale und illegitime Zwecke missbraucht werden". Deswegen auch meine Werbung für die App: Wenn wir es mit Freiwilligkeit bei einer datensparsam implementierten App schaffen, dann gibt es die "illegitimen Abwege" auch nicht.

Die meisten nutzen Android Smartphones mit Whatsapp, G-Mail Google Suchmaschine und Browser, aber bei der Corona App da legt man Wert auf den Datenschutz, ein Widerspruch in Sich

In der Tat. Wobei ich mir vom Staat wünsche, dass er stärker gegen die Datensammlung durch Facebook (denen WhatsApp gehört), Google, Microsoft und Co. vorgeht, als er das derzeit tut. Denn derzeit hat derjenige, der diese Dienste verweigert, dadurch ja mehr Nachteile als Vorteile.
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[1.1.1.1.1] Hofrat antwortet auf Kai Petzke
15.06.2020 18:22
Benutzer Kai Petzke schrieb:

Ich bin daher bei der Abwehr einer Pandemie FÜR
die Datennutzung, wer in einem bestimmten Club war, wo es viele Ansteckungen gab, bei der Entscheidung, wen man als Lehrer/-in einstellt, hingegen GEGEN eine solche Datennutzung, wer in einem bestimmten Club war.

Genau, das meinte ich damit, ich bin bei der Abwehr der Pandemie für die Datennutzung, aber nicht für andere Sachen, so habe ich das auch gemeint.

Ich verstehe die Argumentation der Datenschützer, die sagen: "Für je mehr legale und legitime Zwecke wir Daten nutzen, desto mehr Daten werden auch auf Abwegen für illegale und illegitime Zwecke missbraucht werden". Deswegen auch meine Werbung für die App: Wenn wir es mit Freiwilligkeit bei einer datensparsam implementierten App schaffen, dann gibt es die "illegitimen Abwege" auch nicht.
Man kann nur hoffen, dass sich viele die App herunterladen und nutzen.

Die meisten nutzen Android Smartphones mit Whatsapp, G-Mail Google Suchmaschine und Browser, aber bei der Corona App da legt man Wert auf den Datenschutz, ein Widerspruch in Sich

In der Tat. Wobei ich mir vom Staat wünsche, dass er stärker gegen die Datensammlung durch Facebook (denen WhatsApp gehört), Google, Microsoft und Co. vorgeht, als er das derzeit tut. Denn derzeit hat derjenige, der diese Dienste verweigert, dadurch ja mehr Nachteile als Vorteile.
Ich befürchte ohne Google Dienste würden mir etliche Apps fehlen, zum Beispiel fpr die BLutzuckermessung FreeStyle Libre App von Abbott oder die Sipgate Satellite App oder andere Apps die ich für Blutdruck Daten und Tabletten Einnahme Apps usw. nutze. Ohne Whatsapp kommt man nicht aus, weil nahezu jeder Whatsapp nutzt. Faxebook selber oder Facebook Messenger nutze ich nicht, aber notgedrungen Whatsapp, zusätzlich zu Threema, Signal und Telegram.
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[1.1.1.2] wwadepohl antwortet auf Hofrat
19.06.2020 08:41
Benutzer Hofrat schrieb:
Die meisten nutzen Android Smartphones mit Whatsapp, G-Mail Google Suchmaschine und Browser (...)

Die meisten vieleicht. Aber längst nicht alle. Bitte nicht immer von sich selbst auf andere schließen. Schließlich haben wir ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und das sollte auch respektiert werden. Punkt.
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[1.1.1.2.1] Hofrat antwortet auf wwadepohl
19.06.2020 09:26
Benutzer wwadepohl schrieb: Bitte nicht
immer von sich selbst auf andere schließen. Schließlich haben
wir ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und das
sollte auch respektiert werden. Punkt. Ich habe auch deshalb auch nicht alle, sondern die meisten geschrieben. Selbstverständlich respektiere ich jedes Grundrecht, auch informiertiele Selbstbestimmung.