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Soll alles kostenlos werden?


25.05.2020 15:52 - Gestartet von Chris111
2x geändert, zuletzt am 25.05.2020 15:55
für 7,99 €/Monat eine Sprach- und SMS Flat und 3 GB deckt die mobilen Bedürfnisse von 80% der Bevölkerung.
Das sind 2-3 Cappucini.
Und das ist ein faires Angebot, das es in etlichen Ländern so nicht gibt.

Wie billig soll es denn noch werden?
Zugegeben, die unlimited Flats sind noch sehr teuer, aber kaum einer braucht sie wirklich. Ich habe es, weil ich es mir unnötigerweise eingebildet habe, aber merke jetzt, dass ich kaum mehr als 10 GB/Monat nutze, auch wenn ich 1 TB nutzen könnte.
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[1] grafkrolock antwortet auf Chris111
25.05.2020 17:30
Benutzer Chris111 schrieb:
Wie billig soll es denn noch werden?
Nicht billiger im Gesamtpreis, aber (deutlich) mehr Leistung für's Geld. Popelige 3 GB für 8 Euro sind eine Lachnummer angesichts der Tatsache, dass es in den Nachbarländern für das gleiche Geld das zehnfache Volumen gibt.

Das heißt nicht, dass man das jeden Monat ausreizen muss, aber nach wie vor guckt jeder deutsche Handykunde doch als allererstes, dass er sich im nächst besten WLAN angemeldet bekommt, sobald er ein Haus betritt, nur um das kostbare mobile Datenvolumen zu schonen. Andernorts würde man problemlos die Nachrichten oder eine Fußballübertragung streamen, ohne Gefahr zu laufen, dass nach fünf Tagen das Monatskontingent weg ist.
Klar verdienen die Anbieter dann weniger bzw. können ihre Anbindungen schmalbandiger auslegen, aber das Ausland zeigt eindrücklich, dass man auch dort profitabel arbeiten kann. Warum die deutschen Anbieter lieber Milliarden in irgendwelchen Frequenzauktionen versenken, um zu verhindern, dass der Konkurrent noch ein Band kriegt, leuchtet hingegen nicht ein.

Was passiert, steht im Artikel: Mobilfunk ist in Deutschland bei der mobilen Internetnutzung ein hochpreisiges Nischenprodukt. Nicht konkurrenzfähig gegenüber den keineswegs günstigen DSL-Angeboten.
Im Gegensatz zu anderen Ländern. Dort ist man weiter.
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[1.1] mikiscom antwortet auf grafkrolock
25.05.2020 20:08
Benutzer grafkrolock schrieb:
Warum die deutschen Anbieter lieber Milliarden in irgendwelchen Frequenzauktionen versenken, um zu verhindern, dass der Konkurrent noch ein Band kriegt, leuchtet hingegen nicht ein.

Das machen die doch nicht freiwillig sondern wird denen aufgebrummt. Sonst würden die hier mit Sicherheit auch niedrigere Preise und / oder bessere Abdeckung haben.
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[1.1.1] grafkrolock antwortet auf mikiscom
25.05.2020 20:14
Benutzer mikiscom schrieb:
Das machen die doch nicht freiwillig sondern wird denen aufgebrummt.
Das stimmt nicht. Man hätte bei 5G locker beim Mindestgebot bleiben können, aber zuletzt hat die Telekom den Preis unnötig nach oben getrieben, weil sie zuletzt noch auf ein Band geboten hat, das sie eigentlich nicht brauchte - um die Konkurrenten zu schwächen.
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[1.1.1.1] mikiscom antwortet auf grafkrolock
26.05.2020 19:22
Benutzer grafkrolock schrieb:

Das stimmt nicht. Man hätte bei 5G locker beim Mindestgebot bleiben können, aber zuletzt hat die Telekom den Preis unnötig nach oben getrieben, weil sie zuletzt noch auf ein Band geboten hat, das sie eigentlich nicht brauchte - um die Konkurrenten zu schwächen.

Hast recht, den Teil hatte ich schon vergessen. Aber wenn die die Mindestgebote tiefer setzen würden, würde sich das ganze auf niedrigerem Niveau bewegen und es wäre genug Geld für den Netzausbau übrig. Könnte ja mit ner Auflage verbunden sein, die dann aber einfacher einzuhalten wäre als jetzt wo es mit Schulden verbunden ist.
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[2] wolfbln antwortet auf Chris111
25.05.2020 18:41
Benutzer Chris111 schrieb:
für 7,99 €/Monat eine Sprach- und SMS Flat und 3 GB deckt die mobilen Bedürfnisse von 80% der Bevölkerung.
Das sind 2-3 Cappucini.
Und das ist ein faires Angebot, das es in etlichen Ländern so nicht gibt.

Wie billig soll es denn noch werden?
Zugegeben, die unlimited Flats sind noch sehr teuer, aber kaum einer braucht sie wirklich. Ich habe es, weil ich es mir unnötigerweise eingebildet habe, aber merke jetzt, dass ich kaum mehr als 10 GB/Monat nutze, auch wenn ich 1 TB nutzen könnte.


Es fordert keiner, dass alles kostenlos wird. Es fordern nur viele hier, dass wir nicht die Verluste der Telkos in den anderen Ländern mitbezahlen oder die 10% Dividenderendite d.h. 10% des Börsenwerts eines Telkos, der 2019 hauptsächlich an die Muttergesellschaft ging (da sie die Mehrheit der Aktien hält).

Ich habe in den letzten Wochen mal die Vodafone Preise in den einzelnen Ländern 2019 verglichen. Das ist ein weltweites Unternehmen. Ich habe nur Vodafone genommen, da sie in ihrem Jahresbericht für viele Märkte vergleichbare Zahlen liefern. Es geht hier nur um die ARPU (durchschnittlichen Umsätze pro Kunde), Kundenzahl und als Maß der Leistung die Datenmenge, die durch das jeweilige Netz lief (80-90% der Umsätze gehen für Daten drauf).

Hier mal am Beispiel Vodafone Deutschland:
30 Mio. Kunden verbrauchten 83500 TB pro Monat und spielen dabei 12,90€ ARPU ein. Das ergibt einen Durchschnittsverbrauch von 2,68 GB und 4,63€ pro GB im Durchschnitt an Kosten. Das kann man jetzt für viele Länder durchspielen.

Hier die extremsten Beispiele in der EU:
Italien: Durchschnittsverbrauch 8,32GB zu 1,67€/GB
Rumänien: 3,9GB zu 1,23€/GB
d.h. Italiener zahlen 64% weniger, Rumänen sogar 73% weniger für die gleiche Leistung als Deutsche.

Aber es geht auch teurer:
Niederlande: 2,82GB zu 7,69€/GB
Griechenland: 1,4GB zu 7,08€/GB
d.h Niederländer zahlen etwa 2/3 mehr, Griechen etwa 1/2 mehr für die gleiche Leistung als Deutsche.

Eine Argumentation der Betreiber ist immer das allgemeine Lohn- oder Kostenniveau in den jeweiligen Ländern, wonach dann auch die Mobilfunkpreise sich richten müssten.

Das kommt aber nicht hin. In Italien ist der Kostenindex etwa so hoch wie bei uns, die Mobilfunkpreise aber 64% geringer. Nimmt man dagegen das allg. Lohnniveau, dann ist das erheblich niedriger als bei uns, aber für das durchschnittliche Monatseinkommen bekommen Italiener durchschnittlich die doppelte Mobilfunkleistung ggü. Deutsche.

Ganz krass fällt dieser Kostenindex auf, wenn man sieht, dass damit eben nicht die vergleichsweise teueren Anlagen in Entwicklungsländern subventioniert werden. Die Kosten pro GB sind bei Vodacom in Südafrika mit 4,21€/GB etwa auf der Höhe von Deutschland. Das Durchschnittseinkommen liegt aber bei 1/10 des deutschen, wodurch Südafrikaner auch nur das Zehntel der Datenmenge für ihr Monatseinkommen bekommen.

Diese krassen Unterschiede sind nicht zu erklären. Es kann nicht sein, dass Italien weniger als die Hälfte kostet und Südafrika das Gleiche wie bei uns.
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[3] industrieclub antwortet auf Chris111
26.05.2020 22:13
Benutzer Chris111 schrieb:
für 7,99 €/Monat eine Sprach- und SMS Flat und 3 GB deckt die mobilen Bedürfnisse von 80% der Bevölkerung.
Das sind 2-3 Cappucini.
Und das ist ein faires Angebot, dass es in etlichen Ländern so nicht gibt.

Ja, ich las gerade in der aktuellen 'CHIP', dass der Durchschnittsverbrauch des Deut-
schen auf seinem Smartphone / Featurephone 2,5 GB sei ! (Bei mir persönlich übrigens auch.) Das decken also (z.B.) Aldi oder Lidl perfekt ab...
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[4] abrazzo antwortet auf Chris111
28.05.2020 07:27
Benutzer Chris111 schrieb:

Wie billig soll es denn noch werden?

Erstmal sind die Mobilfunkpreise in Deutschland nicht "billig". Und zum zweiten stellt sich mir die Frage: Warum sollte ich denn mehr bezahlen, als nötig? Wenn es einen funktionierenden Wettbewerb gäbe, würden die Kunden eine angemessene Summe für die Leistung bezahlen. So bezahlen sie erheblich zu viel.
Du bist anscheinend bereit mehr zu zahlen, als nötig, nur um den Gewinn der Aktionäre zu vergrößern. Machst du das in anderen Lebensbereichen auch? Zahlst einfach mal mehr für deine Lebensmittel, oder im Restaurant, damit die Besitzer mehr verdienen? Schön, wenn du dir das leisten kannst....