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Bitte keine GIROCARD


22.05.2020 19:23 - Gestartet von J.Malberg1
VISA / MASTERCARD / AMEX funktionieren weltweit, warum eine veraltete Insellösung unterstützen?
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[1] SpaceVampir antwortet auf J.Malberg1
22.05.2020 20:06
Benutzer J.Malberg1 schrieb:
VISA / MASTERCARD / AMEX funktionieren weltweit, warum eine veraltete Insellösung unterstützen?

Ganz einfach: Die Akzeptanz an deutschen Kassen. Kreditkarten sind für Händler die mit Abstand teuerste Bezahlmethode. Dementsprechend unbeliebt sind diese bei Händlern und deshalb oft auch einfach nicht akzeptiert. Wenn diese „Insellösung“ nun unterstützt würde, würde sich viel mehr Umsatz generieren lassen.
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[1.1] Hofrat antwortet auf SpaceVampir
22.05.2020 20:38
Benutzer SpaceVampir schrieb:
Benutzer J.Malberg1 schrieb:
VISA / MASTERCARD / AMEX funktionieren weltweit, warum eine veraltete Insellösung unterstützen?

Ganz einfach: Die Akzeptanz an deutschen Kassen. Kreditkarten sind für Händler die mit Abstand teuerste Bezahlmethode. Dementsprechend unbeliebt sind diese bei Händlern und deshalb oft auch einfach nicht akzeptiert. Wenn diese „Insellösung“ nun unterstützt würde, würde sich viel mehr Umsatz generieren lassen.

Kreditkarten kosten soweit ich weiß den Händler 0,3 % wenn der Kunde damit bezahlt und 0,2 % zahlt der Händler für Girokarten Einsatz des Kunden. Bussines Kreditkarten sind davon meistens ausgenommen die Kosten mehr. Bei American Express sieht es meines Wissen anders (teurer) aus. Also so groß ist der Unterschied nicht mehr zwischen Mastercard Visa Kreditkarte und der Insellösung Girokard. Gut Amex sieht es etwas anders aus.
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[1.1.1] SpaceVampir antwortet auf Hofrat
22.05.2020 21:17
Benutzer Hofrat schrieb:
Benutzer SpaceVampir schrieb:
Benutzer J.Malberg1 schrieb:
VISA / MASTERCARD / AMEX funktionieren weltweit, warum eine veraltete Insellösung unterstützen?

Ganz einfach: Die Akzeptanz an deutschen Kassen. Kreditkarten sind für Händler die mit Abstand teuerste Bezahlmethode. Dementsprechend unbeliebt sind diese bei Händlern und deshalb oft auch einfach nicht akzeptiert. Wenn diese „Insellösung“ nun unterstützt würde, würde sich viel mehr Umsatz generieren lassen.

Kreditkarten kosten soweit ich weiß den Händler 0,3 % wenn der Kunde damit bezahlt und 0,2 % zahlt der Händler für Girokarten Einsatz des Kunden. Bussines Kreditkarten sind davon meistens ausgenommen die Kosten mehr. Bei American Express sieht es meines Wissen anders (teurer) aus. Also so groß ist der Unterschied nicht mehr zwischen Mastercard Visa Kreditkarte und der Insellösung Girokard. Gut Amex sieht es etwas anders aus.

Klingt erstmal gut, aber die Realität sieht dann doch etwas anders aus durch zahlreiche Gebühren die noch dazu kommen.
Girocard ist auch nur theoretisch bei 0,2%, in der Praxis kommen noch Transaktionsgebühren hinzu (die aber überschaubar sind). Kreditkarten sind einfach deutlich höher. Bei uns im Geschäft 1,6% plus Transaktionsgebühr von 7 Cent. Und da ist es fast egal welcher Anbieter dahinter steckt, ich habe im letzten Jahr Angebote von 12 Anbietern eingeholt und die waren alle sehr ähnlich. Nur die Amex ist bei 1,9% nochmal höher.
Hab hier mal einen realistischen Vergleich gefunden: https://www.terminaldirekt.de/zahlverfahren-und-gebuehren.html
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[1.1.2] basti99 antwortet auf Hofrat
23.05.2020 08:57
Benutzer Hofrat schrieb:


Kreditkarten kosten soweit ich weiß den Händler 0,3 % wenn der Kunde damit bezahlt und 0,2 % zahlt der Händler für Girokarten Einsatz des Kunden. Bussines Kreditkarten sind davon meistens ausgenommen die Kosten mehr. Bei American Express sieht es meines Wissen anders (teurer) aus. Also so groß ist der Unterschied nicht mehr zwischen Mastercard Visa Kreditkarte und der Insellösung Girokard. Gut Amex sieht es etwas anders aus.

Das ist Halbwissen. Auf 0,3% bzw 0,2% reguliuert ist nur das Interbankenentgelt, das ist der Betrag, den die kartenausgebene Bank bekommt (sofern sie das nicht noch mit apple teilen muss). Die genannten Prozentsätze haben nichts damit zu tun, was der Händler letztlich für die Transaktion bezahlt. Das Interbankenentgelt ist auch nur für Mastercard und VISA und nur für Endkunden- Produkte (gilt also z.B .nicht für Business Kreditkarten) reguliert. Für Amex gilt das z.B. gar nicht, weil keine anderen Banken zwischengeschaltet sind.
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[2] fe rnwe h antwortet auf J.Malberg1
22.05.2020 21:10
Die sog. EC Karte, Girocard ist die deutsche Insellösung.
Deutsche Geldinstitute haben diese Insel gerne aufgebaut, damit sie - mangels funktionierender Regulierung - ihren Kunden das volle Risiko aufbürden können, diese Art von Karte nur zu besitzen. Bei Missbrauch haftet er voll bis zur Kartensperre.
Kreditkarten sind dagegen trotz mangelnder staatlicher Regulierung meist für den Kunden mit geringerem. Haftungsrisiko (außer der Kunde kauft fahrlässig im Internet), da hier dank internationalen Regeln die Kundenhaftung für Missbrauch meist begrenzt ist. Auch vor Kartensperre gilt das.
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[3] helloworld_de antwortet auf J.Malberg1
22.05.2020 23:08
Benutzer J.Malberg1 schrieb:
VISA / MASTERCARD / AMEX funktionieren weltweit, warum eine veraltete Insellösung unterstützen?

Du weißt aber schon, dass die Insel Deutschland eine Insel ist auf der 80Mio Einwohner leben? Warum sollte man das nicht? Deutschland ist nicht SanMarino oder Monaco. Die Verbreitung der GiroCard ist in DE immer noch höher als die der Netzwerke von VISA/MasterCard oder Amex. Also warum dann nicht?
Da ist auch nix "veraltet" - Am Ende; Man gibt sein Geld nur einmal aus, man bezahlt nicht mit VISA und nicht mit MasterCard und auch nicht mit Amex oder Giro - sondern in EURO - durch welches Zahlungsnetzwerk die €€€€ laufen ist fast schon Wurscht.
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[3.1] TuttoBene antwortet auf helloworld_de
23.05.2020 14:30
Benutzer helloworld_de schrieb:
Benutzer J.Malberg1 schrieb:
VISA / MASTERCARD / AMEX funktionieren weltweit, warum eine veraltete Insellösung unterstützen?

Du weißt aber schon, dass die Insel Deutschland eine Insel ist auf der 80Mio Einwohner leben? Warum sollte man das nicht?
Deutschland ist nicht SanMarino oder Monaco.

Abseits geopolitischer Erwägungen über die Größe einzelner Länder ist die Girocard einfach ein Wettbewerbshindernis. Obwohl ich mein Gehalt aus dem Ausland beziehe, dort lebe und in vielen Ländern Europas unterwegs bin, brauche ich in Deutschland tatsächlich ein extra Girokonto, damit ich eine zusätzliche, proprietäre Karte zum Bezahlen bekomme, deren Regelungen die hiesigen Kreditinstitute abseits jeder Regulierung im stillen Kämmerlein ausmachen.

Zu den Anfangszeiten des Kartenzahlens vor vielen Jahren mag die ehemalige "EC-Karte" ja noch innovationsfördernd gewesen sein. Heutzutage ist sie vor allem dazu geeignet, den deutschen Markt von ausländischen Kreditinstituten und Fintechs abzuschirmen. Die Preise für die Händler bei der Girocard sind v.a. deswegen so niedrig, weil das dieses Netzwerk am Leben erhält und damit Millionen von drangehängten deutschen Girokonten. Die Kunden subventionieren dies durch hohe Preise für diese Konten und deren Dienstleistungen (wie z.B. Geldabheben bei Drittinstituten).

So empfinde ich es durchaus als sehr positiv zu lesen, dass die Sparkassen-Gruppe ihren Widerstand aufgibt und sich international akzeptierten und belastbaren Zahlungssystemen öffnet.