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.... schwierig


14.05.2020 11:17 - Gestartet von klaussc
einmal geändert am 14.05.2020 11:19
Die Privatsender wollen zusätzliche Einnahmen aus der HD Vermarktung, und kaum jemand sieht ein, dass er werbedurchzogenes RTL auch noch zahlen soll. Wer noch halbwegs bei Verstand ist lässt seinen TV kostenlos hochskalieren.

Die TV Hersteller helfen mittlerweile dabei die Kunden der "Privaten" zu binden: Z.B. hd+ operator app, eine App Erweiterung, von Samsung und Panasonic forciert, die 6 Monate kostenlos auf dem Gerät läuft, und dann, wenn sie nicht zusammen mit HD+ (Privatsender HD) aboniert wird, ihren Dienst einstellt. Der Kunde muss dann die EPG Oberfläche und die Bedienung des Gerätes neu erlernen. Auch hier wider der Focus auf "Hilflose" würde ich meinen.

Wenn die Privaten weiter SD senden und die Öffis nicht, bleiben diese prekären Kunden (Ohne DVB S2 (also Sat HD) nur noch auf RTL sitzen, wenn das ZDF bleibt, können sie wenigstens einige Öffis sehen...

Ich denke unsere Öffis sollten mittelfristig ernsthaft über eine Verschlüsselung nachdenken, dann würde man schon mal die Lizenzgebühren für ganz Europa sparen, oder möchte man hier vielleicht die Meinungsbildung im Ausland "ÖR-Positiv" beeinflussen?

Gruß
Klaus
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[1] Bjoern_Koenig antwortet auf klaussc
14.05.2020 12:42
Ich denke, die ÖR würden mit der Verschlüsselung für den Zugang im Ausland einen Präzendenzfall schaffen und das wollen sie vermeiden.

Wenn man den ÖR-Zugang im Ausland verschlüsselt, demonstriert man ja, dass man den Zugang adressieren kann. Wie will man dann noch sinnvoll begründen, dass in Deutschland jeder Haushalt zahlen muss, wenn er die Sender ohne Abo nicht empfängt?

Im Endeffekt sollte der ÖR eine öffentliche Dienstleistung bleiben, aber eben freiwillig. So wie die Nutzung aller anderen Dienstleistungen von Körperschaften öffentlichen Rechts (Sparkasse, Krankenkasse etc.). Natürlich sollte es staatliche Zuschüsse, jedoch keine Zwangsfinanzierung geben. Interessant sind auch die Modelle mit NPR und PBS in den USA. Dort sind die ÖR in Form von Stiftungen organisiert, die Spenden und staatliche Zuschüsse erhalten.

Der Vorteil eines solchen Modells ist, dass sich die Inhalte qualitativ bewähren müssen, da es sonst kein Geld gibt. Das Hauptproblem in Deutschland ist, dass der ÖR an einer nicht versiegenden Geldquelle sitzt und man aus rechtlicher Sicht überhaupt keine Möglichkeiten mehr hat, diesen Geldhahn abzudrehen. Es sei denn, die Bundesländer kündigen den Rundfunkstaatsvertrag.

VG
Björn König



Benutzer klaussc schrieb:
Ich denke unsere Öffis sollten mittelfristig ernsthaft über eine Verschlüsselung nachdenken, dann würde man schon mal die Lizenzgebühren für ganz Europa sparen, oder möchte man hier vielleicht die Meinungsbildung im Ausland "ÖR-Positiv" beeinflussen?

Gruß
Klaus
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[1.1] berndmobile antwortet auf Bjoern_Koenig
14.05.2020 13:00
Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:
Wenn man den ÖR-Zugang im Ausland verschlüsselt, demonstriert man ja, dass man den Zugang adressieren kann. Wie will man dann noch sinnvoll begründen, dass in Deutschland jeder Haushalt zahlen muss, wenn er die Sender ohne Abo nicht empfängt?

Ich sag nur: Siehe Österreich, Siehe Schweiz. Die haben auch eine GEZ. Jeder muss da auch zahlen aber es wird verschlüsselt. Siehe Frankreich, auch ihre Sender werden verschlüsselt, ich kann sie frei empfangen da ich die Sender hier in Saarbrücken über DVB-T empfange. Aber über Sat findest du KAUM Sender die französisch sind und frei empfangbar sind.

In Frankreich werden die sogenannten GEZ Gebühren über die Mietnebenkosten abgerechnet. Der Wohnungsinhaber bzw der Gebäude Besitzer muss die Kosten eintreiben und diese an die Stadt weiterleiten. Ist so ne Art Steuer.

In Österreich ist der GEZ Beitrag sogar höher als hier in DE. Da zahlt man 25 Euro wobei nur rund 17 Euro an die GIS geht. https://www.gis.at/faq/gebuehren Wobei sie behaupten das sie noch im europäischen Mittelfeld liegen.

Schweiz hat einen kostenbeitrag von 390 Euro im Jahr, was 32.50 Euro im Monat bedeutet. Auch diese Kanäle sind verschlüsselt.

Frankreich zahlt man 139 Euro pro Haushalt. Deutschland hat 210 Euro im Jahr.
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[1.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf berndmobile
14.05.2020 13:14
Ich bin sehr für die Verschlüsselung der ÖR im Ausland. Es gibt keinen Grund dafür, dass die deutschen ÖR in Spanien, Irland oder Norwegen frei empfangbar sind und der Gebührenzahler die Kosten für einen europaweiten Lizenzerwerb tragen muss. Nur wenn man verschlüsselt muss man sich zwangsläufig die Frage stellen: Warum wird nur im Ausland und nicht auch im Inland verschlüsselt? Wenn ein Deutscher auf Mallorca ein CI-Modul für ARD und ZDF bekommt warum sollte das nicht auch in Deutschland ebenso laufen? Man zahlt dann eben nur, wenn man das Angebot wirklich nutzt. Das wäre fair und gerecht.

Trotzdem würde ein lediglich nationaler Lizenzerwerb natürlich das Programm insgesamt wesentlich attraktiver machen. In Italien laufen beispielsweise auf RAI 4 ausschließlich hochkarätige US-Serien und US-Blockbuster. Sowas wäre in Deutschland bei einem europaweiten Lizenzerwerb gar nicht finanzierbar.

VG
Björn König

Benutzer berndmobile schrieb:
Ich sag nur: Siehe Österreich, Siehe Schweiz. Die haben auch eine GEZ. Jeder muss da auch zahlen aber es wird verschlüsselt. Siehe Frankreich, auch ihre Sender werden verschlüsselt, ich kann sie frei empfangen da ich die Sender hier in Saarbrücken über DVB-T empfange. Aber über Sat findest du KAUM Sender die
französisch sind und frei empfangbar sind.
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[1.1.2] sattmann antwortet auf berndmobile
14.05.2020 13:43
Benutzer berndmobile schrieb:
Ich sag nur: Siehe Österreich, Siehe Schweiz. Die haben auch eine GEZ. Jeder muss da auch zahlen aber es wird verschlüsselt. Siehe Frankreich, auch ihre Sender werden verschlüsselt, ich kann sie frei empfangen da ich die Sender hier in Saarbrücken über DVB-T empfange. Aber über Sat findest du KAUM Sender die französisch sind und frei empfangbar sind.

In Österreich zahlt nur wer ein rundfunkempfangsbereites Gerät hat, ohne TV keine GIS. Dort gibt es keine "Wohnsitz-Rundfunk-Steuer".

Ebenso hinkt der Vergleich mit den Gebühren, der Aufwand steigt schließlich nicht proportional mit den Einwohnern/Wohnsitzen.

Die GEZ in DE gehört ernsthaft diskutiert.