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Spinnennetze wieder gesponnen


18.04.2020 12:44 - Gestartet von little-endian
Es ist natürlich immer gefährlich, von sich auf andere zu schließen und so unverzagt in die "was ich nicht brauche, hat der Rest der Welt gefälligst auch nicht zu brauchen" - Falle zu tappen, doch spätestens in Zeiten von Corona gilt es, den effektiven Mehrwert von derlei Ladengeschäften zu hinterfragen.

Dort wartet man in oftmals grell ausgeleuchteten, ungemütlich kahlen Stätten nur zu gerne auf unbedarfte Kunden, um ihnen dann Tarife und Endgeräte aufzuschwatzen, die in ihren Konditionen in den seltensten Fällen mit ihren Online-Pendants mithalten können (Wegfall des Widerrufsrechts inklusive). Klar, irgendwie müssen die Angestellten, die sich mehr oder weniger gelangweilt die Beine hinter einem schmalen Tresen in den Bauch stehen, ja auch bezahlt werden.

Der vereinzelte Mehrwert dürfte sich aus Kundensicht denn auch in seltenerweise spontan zugeschnittenen SIM-Karten, der ad hoc benötigten Prepaid-Karte mit Sofortidentifikation vor Ort und dem anonymen Endgeräteerwerb (Stichwort: IMEI) gegen Bares erschöpfen.

Zwar darf natürlich auch die Beratungs- und Sozialkomponente analog zu Buchhandlungen versus Onlinebestellungen nicht außer Acht gelassen werden, doch dürfte sich der informelle Austausch mit anderen in solchen Mobilfunkläden und die tiefschürfende Tariferörterung in ihrer Kreativität in engen Grenzen halten.

Insofern könnten das meines Erachtens die letzten Läden sein, die im Zuge der "coronischen Erholungsphase" (überhaupt) wieder öffnen.

Andere Meinungen? Gegenargumente? Gerne!