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Nun denkt doch bitte erstmal nach ...


13.04.2020 14:43 - Gestartet von Conlupo
Wenn man den normalen Menschenverstand bemüht, stellen sich doch einige Fragen:

1. Ich komme aus dem Supermarkt und mein Handy sagt mir: Da war irgendwo jemand, der infiziert ist. Was heißt das? Nix, es sagt mir kein bisschen, ob ich jetzt auch infiziert bin oder nicht.
2. Warum sollte jemand, der nachweislich positiv ist, überhaupt im Supermarkt rumlaufen? Der ist mindestens in Quarantäne (also hilft die App höchstens, Quarantäne-Brecher zu entlarven).
3. Wenn mich das Handy informiert hat - werde ich dann getestet? Bestimmt nicht. Man wird ja nicht mal mit offensichtlichen Symptomen getestet, wenn man noch laufen kann.
4. Es setzt ja erstmal den Besitz eines Smartphones voraus. Ich kenne viele ältere Menschen, die gar keines haben! Schenkt die Bundesregierung denen jetzt eines? Oder wird der Kauf (und eine entsprechende Schulung dazu) auch noch staatlich verordnet?
5. App-Verweigerer werden sich ihr altes GMS-Nokia aus dem Schrank holen, die Gespräche vom Smarphone darauf umleiten und dann nur noch mit dem alten Handy rausgehen.
6. Viele begeisterte App-Nutzer werden sich dagegen sagen: Jetzt hab ich die App, jetzt werde ich informiert - und wundern sich dann, wenn sie plötzlich nicht informiert, sondern infiziert sind.
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[1] Anatal antwortet auf Conlupo
14.04.2020 12:14
Sehr gut und richtig zusammengefasst!


Benutzer Conlupo schrieb:
Wenn man den normalen Menschenverstand bemüht, stellen sich doch einige Fragen:
>
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[2] christian_koehler antwortet auf Conlupo
15.04.2020 19:30

3x geändert, zuletzt am 15.04.2020 19:36
Das ist etwas anders gedacht:

1.) Du läufst mit dem Smartphone herum, dein Smartphone sendet über BT-LE codes, die in gewissen Zeitabständen zufällig wechseln und auf deinem Handy lokal gespeichert werden.
2.) Mein Handy speichert die Codes , die es von derartigen Handies in der Nähe aufschnappt, ab. Auch von dir, wenn wir in der Bahn nebeneinander sitzen.
3.) Du wirst positiv auf Corona getestet, ein par Tage nach unserer Begegnung.
4.) Du erhälst einen Berechtigungs Code vom RKI, den du in deine App eingibst. Deine App läft dann die Codes, die sie selbst in den letzten Tagen gesendet hat, auf irgendeinen Server. Sie landen auf der "schwarzen Liste".
5.) Mein Handy lädt in gewissen Abständen diese Liste vom Server herunter und gleicht sie mit den Codes, die sie in den letzten Tagen aufgeschnappt hat, ab.
6.) Meine App findet, dass sie einen der Codes von der schwarzen Liste auf dem Server empfangen hat.
7.) Damit besteht bei mir ein Verdacht. Ich hatte ja kurz vor deiner Diagnose Kontakt mit dir. Deine Identität erfahre ich so allerdings nicht und das ist gewollt. Du erföhrst auch nicht meine Identität, du erfährst auch nicht, dass ich das empfangen habe.
8.) Ich gehe in Quarantäne, werde einige Tage später getestet, und wenn ich auch positiv bin, gehen die Codes, die meine App in den letzten Tagen gesendet hat, auch auf die schwarze Liste auf dem Server (siehe 4).

In der Praxis soll es so laufen, dass nur Codes gespeichert werden, wenn das Signal sehr stark empfangen wurde (<2m Abstand) und über einen längeren Zeitraum (15 min+). Nur aneinander vorbeigehen reicht nicht und ein infizierter Postbote schickt also nicht gleich seinen ganzen Zustellbezirk in Quarantäne. Die Meldung "ich bin positiv" soll nur mit einem speziellen Code möglich sein, um Missbrauch zu verhindern. Durch die Wechselcodes und die Tatsache, dass die nur bei einem positiven Test überhaupt übermittelt werden, soll der Datenschutz gewährleistet sein.

Christian



1. Ich komme aus dem Supermarkt und mein Handy sagt mir: Da war irgendwo jemand, der infiziert ist. Was heißt das? Nix, es sagt mir kein bisschen, ob ich jetzt auch infiziert bin oder nicht. 2. Warum sollte jemand, der nachweislich positiv ist, überhaupt im Supermarkt rumlaufen? Der ist mindestens in Quarantäne (also hilft die App höchstens, Quarantäne-Brecher zu entlarven). 3. Wenn mich das Handy informiert hat - werde ich dann getestet? Bestimmt nicht. Man wird ja nicht mal mit offensichtlichen Symptomen getestet, wenn man noch laufen kann. 4. Es setzt ja erstmal den Besitz eines Smartphones voraus. Ich kenne viele ältere Menschen, die gar keines haben! Schenkt die Bundesregierung denen jetzt eines? Oder wird der Kauf (und eine entsprechende Schulung dazu) auch noch staatlich verordnet? 5. App-Verweigerer werden sich ihr altes GMS-Nokia aus dem Schrank holen, die Gespräche vom Smarphone darauf umleiten und dann nur noch mit dem alten Handy rausgehen.
6. Viele begeisterte App-Nutzer werden sich dagegen sagen: Jetzt hab ich die App, jetzt werde ich informiert - und wundern sich dann, wenn sie plötzlich nicht informiert, sondern
infiziert sind.
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[2.1] Conlupo antwortet auf christian_koehler
20.04.2020 16:01
Danke für Deine wirklich gute Erklärung, die man so leider kaum irgendwo findet.
Nur eine Sache bleibt unplausibel. Wie Du in Pkt. 8 schreibst, setzt das jede Menge Tests voraus, sonst macht das Ganze wenig Sinn. Bislang aber kannst Du um Tests BETTELN, wenn Du Fieber hast, Husten udn keine Luft mehr bekommst - so lange Du nicht in der Klinik landest, wirst Du nicht getestet, sofern Du nicht in China oder Tirol warst. Und warum sollte jemand ohne Positiv-Test freiwillig zwei Wochen Quarantäne in Kauf nehmen. Oder wird man dazu - propylaktisch - dann gewzungen?
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[2.1.1] Kai Petzke antwortet auf Conlupo
20.04.2020 17:02
Benutzer Conlupo schrieb:

Nur eine Sache bleibt unplausibel. Wie Du in Pkt. 8 schreibst, setzt das jede Menge Tests voraus, sonst macht das Ganze wenig Sinn. Bislang aber kannst Du um Tests BETTELN, wenn Du Fieber hast, Husten udn keine Luft mehr bekommst - so lange Du nicht in der Klinik landest, wirst Du nicht getestet, sofern Du nicht in China oder Tirol warst.

Mit Covid landen mehr Menschen in der Klinik, als ihnen lieb ist, dort wird dann auch getestet, wie Sie richtig schreiben. Die Hoffnung ist zudem, dass die Zahl der Covid-Infektionen künftig trotz der Lockerungen weiter abnimmt. Die Zahl der Tests wird aufgrund steigender Kapazitäten der Labore zudem zunehmen. Idealerweise kommt man schon bald an dem Punkt an, jeden Covid-Verdachtsfall auch testen zu können, auch ohne Aufenthalt im "Risikogebiet". Denn inzwischen ist die ganze EU zum Risikogebiet geworden.

Oder wird man dazu - propylaktisch - dann gewzungen?

M.E. gehört der laxe Umgang mit Grippe und anderen Erkältungskrankheiten endlich auf den Prüfstand. Auch Grippe-Kranke gehören künftig systematisch getestet und bei positivem Test in Heimquarantäne. Statt aber wie bisher mit Erkältungskrankheiten zum Doktor zu fahren, muss das künftig über eine Videohotline geregelt werden: Dort ruft man an, meldet die Erkältung, und dann wird einem per Lieferdienst einer nahegelegenen Apotheke die symptomlindernde Medikation (Paracetomal bei Fieber, Codein bei Husten etc.) und ein Testkit vor die Haustür gestellt. Man nimmt dann selbst Proben aus beiden Nasenlöchern und dem Rachen, packt das ein und stellt es ebenfalls vor die Tür, damit es wieder abgeholt wird. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses (das sollte i.d.R. bis zum nächsten Morgen möglich sein) ist man aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Ist es dann Grippe oder Covid, muss man natürlich in Quarantäne bleiben, bis man wieder gesund ist. In dieser Zeit hat man dann täglich telefonisch Kontakt zu einer Betreuerin beim Gesundheitsamt oder gerne auch einer Sprechstundenhilfe in der Arztpraxis des Vertrauens.

Wer den Abstrich für den Test nicht selber machen kann oder möchte, bekommt ein mobiles Testteam vorbeigeschickt. Die kommen dann natürlich in voller Seuchenschutz-Kampfmontur. Dasselbe gilt, wenn sich beim Gespräch mit dem Gesundheitsamt oder der Arzthelferin herausstellt, dass sich die Symptome verschlechtern, oder der Patient nach einem Arzt verlangt.

Ja, das ist alles nicht ganz billig. Aber Lockdown ist noch teurer.
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[2.2] diet99 antwortet auf christian_koehler
21.04.2020 09:19
Benutzer christian_koehler schrieb:

In der Praxis soll es so laufen, ...

Die Meldung "ich bin positiv" soll nur ...

soll der Datenschutz gewährleistet sein.

Hmmm ... mir kommt das Wörtchen "soll" deutlich zu oft vor ...