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Peering ist ein erhebliches größeres Problem


08.04.2020 16:15 - Gestartet von Alex333
einmal geändert am 08.04.2020 16:15
Gerade bei Anbietern wie der deutschen Telekom, die für schlechtes Peering bekannt ist, laufen etliche Zusammenschaltungen mit Cogent, Telia, usw am äußersten Limit. Gleichzeitig laufen aber alle Telekom Dienste und jene Dienste einwandfrei, die ein teures direktes Peering mit dem rosa Riesen haben. Wie kann es sein, dass die Bundesnetzagentur hier nicht endlich eingreift? Wenn ein Internetanbieter durch schlechtes Peering die vertragliche Mindestdatenrate nicht einhält, kann das doch nicht ernsthaft legal sein. Vor kurzem hatte ich im Onlinekosten Forum gelesen, dass der Speedtest der Bundesnetzagentur bei Core-Backbone gehostet ist. Die haben ein 800 Gbit Peering mit der deutschen Telekom. Der Speedtest ist also höchstens gut um lokale Überlastungen am DSLAM festzustellen, aber nicht für Konnektivität mit dem wirklichen Internet - vor allem außerhalb Deutschlands, und über andere Tier 1 Anbieter die den Datentransport übernehmen.
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[1] hrgajek antwortet auf Alex333
08.04.2020 18:14
Hallo,

Benutzer Alex333 schrieb:
Gerade bei Anbietern wie der deutschen Telekom, die für schlechtes Peering bekannt ist,

Das Thema wird in Insiderkreisen schon länger diskutiert.
In der weltweiten Carrier-Branche ist es bislang üblich, dass jeder Carrier sich gegenseitig kostenlos den Verkehr übergibt und dafür seine Übergangspunkte so riesig groß aufbohrt, damit es nicht mehr klemmt.

Die Telekom hat das immer "eigenwillig" gesehen, weil historisch anfangs der meiste Traffic aus den USA zu uns kam, aber viel weniger von uns zu denen lief. Streaming war damals noch kein Thema.

Also hat die Telekom damals gesagt, wer zu uns anliefern will, soll dafür zahlen, Wir sehen nicht ein, geflutet zu werden und das auf eigene Kosten finanzieren zu müssen - entgegen der üblichen Spielregeln.

Die Folge: Zu bestimmten Anbietern oder Inhalten kann es für Telekom-Kunden zu Wartezeiten und Überlast kommen. Einige Provider (z.B. Hetzner) haben tief durchgeatmet und bei der Telekom dickere Übergänge gegen gebündeltes Bares eingekauft, bei Google kam die Telekom - soweit ich weiß - denen "entgegen".

Kürzlich ist wohl das DFN (Deutsche Forschungsnetz) "dicker" angebunden worden und dabei könnte vermutlich auch ein "Austausch von Finanzmitteln" die Sache begleitet haben :-(

Die BNetzA sagt, jeder muss sich mit jedem verbinden, sie sagt aber nicht, dass das kostenlos sein muss.

Stell Dir vor, die Telekom würde - wie gewünscht - kostenlos mit allen, die wollen und groß genug sind, kostenlos peeren und dafür ihren Endkunden die Preise erhöhen. Fänden vermutlich viele hier auch nicht gut.

Ich sehe es pragmatisch: Wie bekommen wir das Netz stabil zum laufen?
Dass wir stabiles Netz brauchen, ist ja gerade in der aktuellen Lage allgemeiner Konsens.
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[1.1] KiRKman antwortet auf hrgajek
08.04.2020 18:56
Benutzer hrgajek schrieb:
Die Folge: Zu bestimmten Anbietern oder Inhalten kann es für Telekom-Kunden zu Wartezeiten und Überlast kommen. Einige Provider (z.B. Hetzner) haben tief durchgeatmet und bei der Telekom dickere Übergänge gegen gebündeltes Bares eingekauft,

Für Hetzner möchte ich auf folgenden Artikel verweisen, denn man musste bei Hetzner bisher für den Übergang zur Telekom extra bezahlen. Der Traffic wurde dann über einen Reseller geroutet, der einen dicken Übergang zur Telekom garantierte.

https://wiki.hetzner.de/index.php/Double_Paid_Traffic

Seit dem 01.03.2020 hat sich da aber was geändert. Kann sein, dass es jetzt zwar immer noch extra kostet, aber nicht mehr über einen Reseller geht. Wir mussten jedenfalls bei Hetzner Double Paid Traffic buchen, da unsere Kunden sowohl bei Telekom Festnetz als auch bei Mobilfunk ansonsten teils heftige Probleme erfuhren...