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Sinnloser Lizenzerwerb


29.03.2020 21:00 - Gestartet von blumenwiese
Hier hat 1&1 sinnlos eine Milliardensumme dem Staat in den Rachen geworfen. Doppelt sinnlos sogar.

Wie dieser Kommentar gut beschreibt, müssten den enormen Lizenzkosten weitere Milliarden und Abermilliarden für den Netzaufbau folgen ... oder halt für Roamingverträge.

Auf wenigstens ein Jahrzehnt oder auch mehr wird das 5 G Netz von 1&1 das schlechteste weil lückenhafteste Netz in Deutschland bleiben. Und dieser Makel wird den Kunden auf Jahrzehnten im Kopf bleiben. Schlimmere PR ist kaum denkbar.

Und will man keine Lücken, muss man auf sehr, sehr viele Jahre hinaus Milliarden an Roamingkosten aufbringen.

Der 1&1 Gründer hält knapp zwei Drittel (soviel ich weiß) der Aktien von 1&1 und kann deshalb weitestgehend tun und lassen, was er will. Zum Glück bezahlt er dafür dann auch selbst, wenn es schiefgeht. Als Fazit bleibt für mich jedoch, dass der Lizenzerwerb die größte Fehlentscheidung in der Geschichte von 1&1/United Internet war und dem Unternehmen sehr leicht das Genick brechen kann.

Eines würde mich interessieren: Die Risiken sind gewaltig. Nur kann ich beim besten Willen keiner Chancen erkennen. Absolut keine, egal wie man es auch dreht und wendet.
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[1] Peterdoo antwortet auf blumenwiese
29.03.2020 21:37
Benutzer blumenwiese schrieb:
Und will man keine Lücken, muss man auf sehr, sehr viele Jahre hinaus Milliarden an Roamingkosten aufbringen.

Eines würde mich interessieren: Die Risiken sind gewaltig. Nur kann ich beim besten Willen keiner Chancen erkennen. Absolut keine, egal wie man es auch dreht und wendet.
Ich sehe es nicht so schwarz. Roaming bei 4G/5G ist viel einfacher durchführbar als bei 2G/3G. Eine Basisstation kann mehrere Netzkennungen senden, so dass keine Netzwechsel notwendig sind. 3G wird ja bald abgeschaltet und GSM-Roaming bleibt dann höchstens für die Anrufe. Alles viel einfacher und weniger Fehleranfällig als bei der O2/E-Plus Geschichte.

Soweit mir bekannt, sind die anderen Netzbetreiber verpflichtet, allen nicht diskriminierend Angebote zu machen. Unter den Endkundenpreisen, jedoch mit einer nicht zu großen Marge. Aber auch so könnte 1&1 Geld verdienen und überleben. In Frankreich und Italien (Free) haben die Regulierer die anderen verpflichtet, dem Neuling spezielle Konditionen einzuräumen. Sowas wird es in Deutschland vermutlich nicht geben.
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[1.1] blumenwiese antwortet auf Peterdoo
30.03.2020 18:49
Benutzer Peterdoo schrieb:
Ich sehe es nicht so schwarz. Roaming bei 4G/5G ist viel einfacher durchführbar als bei 2G/3G. Eine Basisstation kann mehrere Netzkennungen senden, so dass keine Netzwechsel notwendig sind.

Das sehe ich auch so. Die im Artikel genannten Probleme durch mehr Signalisierungen halte ich für hanebüchen. Wenn 5G dies dies nicht leisten kann, dann sparen wir uns das 5G wohl lieber gleich.

Das Problem ist aber etwas anderes. United Internet hat die geringsten Reserven aller vier Netzbetreiber. Schon jetzt ist man über €1 Mrd. los. Eine komplett neue Infratsruktur muss aufgebaut werden. Man hat keine Erfahrungen. Nichts. Und die Margen werden Dank Wettbewerbs weiter sinken. Das ist dsd Problem.

Soweit mir bekannt, sind die anderen Netzbetreiber verpflichtet, allen nicht diskriminierend Angebote zu machen. Unter den Endkundenpreisen, jedoch mit einer nicht zu großen Marge. Aber auch so könnte 1&1 Geld verdienen und überleben.

Mag sein, wären da nicht die unfassbar hohen Investitionskosten, weil man bei null anfangen muss ... mit wenigen und noch dazu schlechten Lizenzen.
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[1.1.1] DenSch antwortet auf blumenwiese
30.03.2020 19:20
Benutzer blumenwiese schrieb:


Das Problem ist aber etwas anderes. United Internet hat die geringsten Reserven aller vier Netzbetreiber. Schon jetzt ist man über €1 Mrd. los. Eine komplett neue Infratsruktur muss aufgebaut werden. Man hat keine Erfahrungen. Nichts. Und die Margen werden Dank Wettbewerbs weiter sinken. Das ist dsd Problem.

Also, mal nebenbei, die Bude ist der größte Preistreiber nach unten von allen ... Fast Alles Gemüse da am unteren Ende hat irgendwas mit Drillisch zu tun....
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[2] spaghettimonster antwortet auf blumenwiese
30.03.2020 09:24
Benutzer blumenwiese schrieb:
Der 1&1 Gründer hält knapp zwei Drittel (soviel ich weiß) der Aktien von 1&1

43 % (relative Mehrheit).

und kann deshalb weitestgehend tun und lassen, was er will. Zum Glück bezahlt er dafür dann auch selbst, wenn es schiefgeht. Als Fazit bleibt für mich jedoch, dass der Lizenzerwerb die größte Fehlentscheidung in der Geschichte von 1&1/United Internet war und dem Unternehmen sehr leicht das Genick brechen kann.

Wie wir sehen, gibt es beim bisherigen Mobilfunkgeschäft, das mehr oder weniger auf Resale basiert und eine geringe Wertschöpfung aufweist, praktisch kein Wachstum mehr. UI bekommt die Tarife nur noch verramscht, wie das wöchentliche Drillisch-Tarif-Karussell zeigt. Das wäre das sichere Ende, vielleicht werden wir das in einigen Jahren bei Freenet sehen, wo es in den letzten Jahren an der Börse auch nicht läuft. Irgendwas muss UI also ändern. Was ich nur nicht verstehe: Auch die echten Netzbetreiber weisen im Prinzip kein Wachstum mehr auf.
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[2.1] blumenwiese antwortet auf spaghettimonster
30.03.2020 18:53
Benutzer spaghettimonster schrieb:
43 % (relative Mehrheit).

Ah, OK. Danke.

Auch die echten Netzbetreiber weisen im Prinzip kein Wachstum mehr auf.

Richtig. Es ist ein gesättigter Markt. Ohne wirkliche neue Erfindungen kommt es nur zu leichten Marktanteilsverschiebungen. Nur haben die drei bisherigen Netzbetreiber einen gewaltigen Vorteil. Sie besitzen die ganze Infrastruktur schon. Mlar, muss etwas aus- und umgebaut werden, Wartung und alles so etwas. Das kostet natürlich auch Geld.

Aber United Internet fängt bei absolut null an. Und ist schon mal mehr als €1 Mrd. los. Alles muss neu aufgebaut werden. Standorte, Technik, Abläufe...
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[3] Donaldfg antwortet auf blumenwiese
30.03.2020 11:51
Hallo,

Benutzer blumenwiese schrieb:
Hier hat 1&1 sinnlos eine Milliardensumme dem Staat in den Rachen geworfen. Doppelt sinnlos sogar.

ich denke man hat es durchgerechnet sonst wäre man bei der Versteigerung ausgestiegen.


Auf wenigstens ein Jahrzehnt oder auch mehr wird das 5 G Netz von 1&1 das schlechteste weil lückenhafteste Netz in Deutschland bleiben. Und dieser Makel wird den Kunden auf Jahrzehnten im Kopf bleiben. Schlimmere PR ist kaum denkbar.

MIR kommen die Darstellung bekannt vor wurde damals auch beim Start von Viag geäußert. Das Netz hat überlebt. Auch Eplus hätzte eine Chance gehabt wenn die Mutter investiert hätte .


Und will man keine Lücken, muss man auf sehr, sehr viele Jahre hinaus Milliarden an Roamingkosten aufbringen.

Woher hast du die Zahlen?

Der 1&1 Gründer hält knapp zwei Drittel (soviel ich weiß) der Aktien von 1&1 und kann deshalb weitestgehend tun und lassen, was er will. Zum Glück bezahlt er dafür dann auch selbst, wenn es schiefgeht. Als Fazit bleibt für mich jedoch, dass der Lizenzerwerb die größte Fehlentscheidung in der Geschichte von 1&1/United Internet war und dem Unternehmen sehr leicht das Genick brechen kann.

Ich denke er kann rechnen .
Ich finde es besser als Geld nur an der Börse zu verspekulieren.

Eines würde mich interessieren: Die Risiken sind gewaltig. Nur kann ich beim besten Willen keiner Chancen erkennen. Absolut keine, egal wie man es auch dreht und wendet.

Jedes Unternehmen hat ein Risiko und es gibt schon Platzhirsche auf dem Markt .
Natürlich kann man das hinnehmen oder versuchen ein besseres Produkt auf den Markt zu bringen.
Ich wünsche 1und1 Glück denn ich bin auch schon Nutzer der Hosting und Mobilfunkprodukte.
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[3.1] blumenwiese antwortet auf Donaldfg
30.03.2020 18:43
Benutzer Donaldfg schrieb:
ich denke man hat es durchgerechnet sonst wäre man bei der Versteigerung ausgestiegen.

Was man gerechnet hat, weiß ich natürlich nicht. Aber dass Unternehmen sich zu allen Zeiten immer wieder gewaltig verrechnen können, ist ja nun eine Binsenweisheit.

MIR kommen die Darstellung bekannt vor wurde damals auch beim Start von Viag geäußert. Das Netz hat überlebt.

Das Unternehmen hat nicht überlebt. Es wurde aufgekauft und mit ihm das Netz. Und genau das prophezeie ich auch für United Internet bzw. 1&1.

Und will man keine Lücken, muss man auf sehr, sehr viele Jahre hinaus Milliarden an Roamingkosten aufbringen.

Woher hast du die Zahlen?

Man wird auf viele, viele Jahre hinaus allenfalls in Ballungsgebieten ein zuverlässiges Netz haben. Wir sprechen hier von einem komplett neuen Netzaufbau und das auch noch mit schlechten Frequenzen.

Also wird man auf Jahre, vielleicht auch ein ganzes Jahrzehnt auf National Roaming angewiesen sein. Das wird ja auch nicht einmal bestritten. Und dieses Roaming kostet sehr viel Geld. Denn kein anderer Netzbetreiber verschenkt etwas. Deshalb war ja auch O2 aus dem Roaming ausgestiegen, obwohl die Netzabdeckung dies vielerorts nicht wirklich zugelassen hätte.

Ich denke er kann rechnen . Ich finde es besser als Geld nur an der Börse zu verspekulieren.

Alle Unternehmen glauben, toll rechnen zu können.

Jedes Unternehmen hat ein Risiko und es gibt schon Platzhirsche auf dem Markt .
Natürlich kann man das hinnehmen oder versuchen ein besseres Produkt auf den Markt zu bringen.
Ich wünsche 1und1 Glück denn ich bin auch schon Nutzer der Hosting und Mobilfunkprodukte.

Wir sprechen hier von einem kompletten Neuaufbau eines Netzes ohne jede bisher vorhandene Infrastruktur. Bereits jetzt wurden weit über €1 Mrd. für Luft ausgegeben (Lizenzen). Man ist also diese Summe los, ohne irgend etwas auch nur annähernd Produktives bisher auf die Beine gestellt zu haben. All das kommt ja vielleicht es noch.

Finanziell hat man die geringsten Reserven aller vier Netzbetreiber. Man fängt bei null an. Man kann auf keinerlei vorhandene Infrastruktur aufbauen. Man hat keinerlei Erfahrung. Man hat schlechte Frequenzen ... und wenige dazu.

Wo ist der Mehrwert? Wann kann man damit realistischerweise Geld verdienen? In 40 Jahren? Man deke an die Investitionskosten, die Abschreibung und die geringen Margen. Denn Dank des Wettbewerbs unter dann vier Netzbetreibern werden die Margen nicht steigen. Für die Kunde ist das toll. Für United Internet wohl potentiell tödlich.