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Interessant


05.03.2020 03:42 - Gestartet von helmut-wk
Damit will das Unternehmen Transparenz gegenüber europäischen Netzbetreibern, Behörden und Industrieverbänden herstellen.

Wirklich interessant wäre eine Transparenz, die es unmöglich macht, irgendwelche Hintertürchen einzubauen. Also wenn im Auftrag der (z.B. französischen) Regierung Baupläne der Chips, der Code der Firmware etc. durchleuchtet werden (natürlich von Leuten, die eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben haben, damit die Konkurrenz nichts ausspionieren kann).

Ein Besuch in einem Ausstellungszentrum reicht dazu nicht aus, außer der Besucher ist ein auf die Hardware spezialisierter Hellseher ;-) :D

Bisher ist die Rechtslage so, dass Huawei mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten muss. Selbst wenn die bisher nichts von Huawei verlangt haben, was gegen europäisches Recht verstößt, könnte sich das in Zukunft jederzeit ändern. Und dass die Verantwortlichen von Huawei lieber ins Exil oder gar in chinesische Gefängnisse gehen, als entsprechenden Ersuchen Folge zu leisten, glaubt wohl niemand ernsthaft.

Eine europäische Tochter von Huawei, die eindeutig europäischem und nicht chinesischem Recht verpflichtet (was "eindeutig" konkret heißt, müssen Juristen entscheiden), könnte natürlich alle diesbezüglichen Bedenken zerstreuen. Wenn da kein "Pferdefuß" erkennbar ist, ist das sogar weniger bedenklich als eine US-Firma, die mit der NSA zusammenarbeiten muss (und anders als bei China gibt es Belege, dass so was schon tatsächlich geschehen ist). Am Ende könnten dann auch europäische Ableger von Firmen aus Silicon Valley etc. entstehen ...

Bleibt nur zu hoffen, dass in der französischen (anders als in der deutschen) Exekutive auch Fachleute sitzen, für Internet, Mobiltechnik und Digitalisierung kein "Neuland" sind, sondern die sicherstellen, dass Huawei nachprüfbar so harmlos ist bzw. wird wie versprochen.

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ...