Diskussionsforum
  • 27.02.2020 11:20
    oskar40 schreibt

    Was bringt 5G im Smartphone?

    5G hat sicher sinnvolle Einsatzgebiete. Mir fallen ein: Telemedizin, Industrie 4.0, Smart Cities, autonomes Fahren etc.

    Was ich bisher verstanden habe: 5G als flächendeckendes Mobilfunknetz wird nicht kommen. Zu viele Funkmasten mit kurzen Reichweiten wären nötig.

    Ich verstehe Hersteller, die demonstrieren "müssen", dass sie auch dabei sind. Ich verstehe Gamer und Early Adopter, die was zum "Vorzeigen" brauchen.

    Aber ich habe bisher keine App gefunden, die mit 5G mehr oder schneller oder besser sein könnte als 4G. Für die 5G-Anwendungen, die mir bekannt sind, braucht es spezifische "Geräte", Roboter, Systeme, die mit Smartphones nichts zu tun haben. Das einzige Argument, was ich bisher für 5G-Smartphones gefunden habe, waren extrem kurze Ladezeiten für höchsttauflösende Videos - Sekunden statt Stunden. Ist mir eigentlich egal, ob das Video vor dem Ansehen oder während des Streamens geladen wird. Schneller / besser oder sowas wird das Video dadurch nicht. Vielleicht ist mir das Smartphone dafür sowieso zu klein.

    Mein Eindruck: Neuland-Politiker wollen mit dem Reizwort 5G punkten - viele Smartphonenutzer sind Wähler.

    Sehe ich das falsch? Ich bitte um sachliche Erläuterung, nicht ideologische Äußerungen. Danke
  • 27.02.2020 14:00
    sonate antwortet auf oskar40
    Benutzer oskar40 schrieb:

    > Mein Eindruck: Neuland-Politiker wollen mit dem Reizwort 5G
    >
    punkten - viele Smartphonenutzer sind Wähler.
    >
    > Sehe ich das falsch? Ich bitte um sachliche Erläuterung, nicht
    >
    ideologische Äußerungen. Danke

    Ja, du siehst es falsch. Ersteinmal ist es die selbe Diskussion, wie bei der Einführung von 4G, 3G etc. "Wer braucht das?" - Das aber dazu.

    Was du allerdings völlig außer acht lässt ist, dass es nicht darum geht, das jeder jetzt 1GBit/s oder mehr mobil herunter laden kann, sondern dass *gleichzeitig* mehr Nutzer pro Zelle eine höhere Bandbreite zur Verfügung haben.
    Es werden dann nämlich pro Segment nicht mehr 200mbit/s durch 50 Nutzer geteilt, sondern 1Gbit/s oder mehr durch noch mehr Nutzer. Bist du alleine, kannst du max, bist du nicht alleine in der Zelle, geht immer noch deutlich mehr, als vorher und es können deutlich mehr Nutzer die Zelle gleichzeitig nutzen. Breitbandig Nutzen.
  • 27.02.2020 16:59
    oskar40 antwortet auf sonate
    Benutzer sonate schrieb:
    bist du nicht alleine
    > in der Zelle, geht immer noch deutlich mehr, als vorher und es
    >
    können deutlich mehr Nutzer die Zelle gleichzeitig nutzen.
    >
    Breitbandig Nutzen.

    Danke für die Erklärung. Die verstehe ich, das ist ja aber nicht anders als bei 3G / 4G. Wobei 3G schon viele Wünsche offen ließ, aber mit H / H+ ist man ja durchaus auf DSL-Niveau.

    Und viel mehr Nutzer kann es auch kaum geben, sind ja jetzt schon 60 Mio von 80 Mio Einwohnern. Das ist ja fast Marktsättigung. Und die Flächendeckung sehe ich noch gaaaaanz lange nicht. Dass 5G den Mobilfunk verbessert, scheint mir weiterhin Wunschdenken zu bleiben.

    Nochmal mein Verständnis: Lokale Anwendungen mit spezifischen Geräten (z.B. in Campusnetzen) ja, Fläche sehe ich für die nächsten 2-5 Laufzeitverträge nicht. Aber ich lasse mich gern überraschen.
  • 28.02.2020 09:07
    A-Non antwortet auf oskar40
    Benutzer oskar40 schrieb:
    > Nochmal mein Verständnis: Lokale Anwendungen mit spezifischen
    >
    Geräten (z.B. in Campusnetzen) ja, Fläche sehe ich für die
    >
    nächsten 2-5 Laufzeitverträge nicht. Aber ich lasse mich gern
    >
    überraschen.

    Sehe ich im Moment noch genauso.Im Wesentlichen vermute ich, eure beiden Argumente ergänzen sich - unter der Annahme, dass "Internet der Dinge" breitet sich tatsächlich so aus, wie einige optimistische Nerds das glauben, könnte natürlich die Belastung der Telefonnetze einfach deswegen zunehmen, weil mehr Geräte "pro Kopf" einen Zugang haben.

    Was die Einzelanwendungen angeht, welche die komplette Bandbreite zwingend benötigen - die gibt es ja auch im Moment für 4G nicht, und für die Festleitungen im Privatgebrauch nicht. Um eine 500k oder 1g-Leitung wirklich öfter als 1 Minute pro Tag auszufahren, müssen ja auch im Festnetzbereich eigentlich diverse Leute gleichzeitig die Leitung beanspruchen.
  • 28.02.2020 10:53
    2x geändert, zuletzt am 28.02.2020 10:57
    oskar40 antwortet auf A-Non
    Benutzer A-Non schrieb:
    > Benutzer oskar40 schrieb:
    > > Nochmal mein Verständnis: Lokale Anwendungen mit spezifischen
    > >
    Geräten (z.B. in Campusnetzen) ja, Fläche sehe ich für die
    > >
    nächsten 2-5 Laufzeitverträge nicht. Aber ich lasse mich gern
    > >
    überraschen.

    Ja, IoT kann durchaus Kapazität fordern und bekommen. Wenn "Guten Morgen Alexa" die Kaffeemaschine einschaltet, wenn die Haustür mit dem Kühlschrank kommuniziert. 5G wird das können - falls es gewünscht wird. Muss es dafür 5G sein? Das klingt eher wie Mini-Campusnetz, aber lokal begrenzt. Ob dafür die 5G-Bitrate nötig ist?

    Das ist nicht das, was ich mit Fläche meine. Fläche bedeutet nicht die Vernetzung im Großstadt-Penthouse, sondern an "jeder Milchkanne" in der Eifel. Und das wird 5G in unserem Flächenland in absehbarer Zeit nicht schaffen. Wir haben ja nicht mal 3G flächendeckend, Funklöcher bleiben.

    Hintergrund meiner Überlegungen ist ziemlich banal: Ab wann muss ein neues Smartphone und ein neuer Tarif 5G haben? Und dafür denke ich nicht in 10- oder 20-Jahreszeiträumen.
  • 28.02.2020 11:16
    A-Non antwortet auf oskar40
    Benutzer oskar40 schrieb:
    > Hintergrund meiner Überlegungen ist ziemlich banal: Ab wann
    >
    muss ein neues Smartphone und ein neuer Tarif 5G haben? Und
    >
    dafür denke ich nicht in 10- oder 20-Jahreszeiträumen.
    Dafür muss auf jeden Fall noch ein anderer Faktor gegeben sein, und zwar flächendeckende, bezahlbare, echte Flat-Tarife. Theoretisch gäbe es ja auch jetzt schon ein paar Anwendungen, mit denen man Tonnen an Daten in kurzer Zeit durchballern kann - zum Beispiel HD-Videotelefonie. Nur wäre ein Nutzer momentan einfach von den Kosten her total bescheuert, wenn er das täte.

    Aber auch das steht natürlich bereits am Horizont und wird wahrscheinlich noch vor der Legalisierung von Marihuana Realität.