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Prinzip des guten Grundes


22.02.2020 22:05 - Gestartet von cassiel
Es gibt gute Gründe warum man das Telefonat meidet, insbesondere mit Menschen, die man nicht (gut) kennt. Nicht alle Menschen sind einem wohlgesonnen und nicht alle haben die gleiche Achtsam- und Höflichkeit, die man erwartet. Firmen die einen an der Hotline immer aufs Neue vertrösten und nicht selten offen belügen. Missverständnis aufgrund von Vereinbarungen, die nur mündlich waren, womöglich noch mit einem unbekannten Mitarbeiter. Überfallartige Anrufe, die einen im Moment überfordern. Der neue Partner mit dem man am Telefon eh man es sich versieht in Streit gerät. Oder eben die Mutter, die einem ein Ohr ablabert obwohl man ihr schon hundert mal gesagt hat, dass das einen nervt.
Da hat das Schriftliche und auch die persönliche Begegnung durchaus Vorteile. Anwälte verlangen nicht ohne Grund alles schriftlich: damit sich hinterher eben keiner rausreden kann. Schriftlich ist die einzig zuverlässige Weise einen Vorgang zu dokumentieren. In der Erinnerung des Mündlichen war sonst alles immer ganz anders - bei allen Beteiligten. Und in der persönlichen Begegnung hat man eben alles was am Telefon wegfällt und die Beißhemmung herauf setzt: der Kommunikationspartner ist persönlich präsent und muss sich Zeit nehmen, es wird auch non-verbal mit Gestik und Mimik kommuniziert, im Fall eines Partners kann man sich auch mal in den Arm nehmen und leichter um Verzeihung bitten, wenn was schief gelaufen ist, und der andere kann nicht eben mal auflegen. Und auch der Druck immer was sagen und sofort reagieren zu müssen ist weg.
Am Telefon dagegen kommt sinnreduzierte Kommunikation, Unverbindlichkeit und Reaktionsdruck alles zusammen.
Ja, ich telefoniere noch, aber speziell im geschäftlichen Bereich und im privaten, wenn es um mehr als Haushaltsdinge ("Soll ich noch irgendwas mitbringen?) geht bevorzuge ich die schriftliche oder die direkte Kommunikation.
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[1] chickolino1 antwortet auf cassiel
23.02.2020 12:49
@cassiel
Es gibt gute Gründe warum man das Telefonat meidet, insbesondere mit Menschen, die man nicht (gut) kennt.

Da hat das Schriftliche und auch die persönliche Begegnung durchaus Vorteile. Anwälte verlangen nicht ohne Grund alles schriftlich: damit sich hinterher eben keiner rausreden kann. Schriftlich ist die einzig zuverlässige Weise einen Vorgang zu dokumentieren.

Ich habe schon oft erlebt, das bei einem Whatsapp chat missverstaendisse auftauchen, die in einem telefonat mit einer kurzen rueckfrage ueberhaupt nicht aufgekommen waeren....

man erkennt halt an der stimme - oder noch besser bei videotelefonie an der gestik und stimme - viel einfacher was der andere meint...

Natuerlich hat geschriebenes vorteile...aber man sollte bei geschriebenen schon unterscheiden zwischen einem brief den ein anwalt dirktiert hat und seiner mitarbeiterin zum abtippen gegeben hat (die ggf. auch nochmals nachfragen wuerde und sicherlich nicht alles komplett seelenlos nur tippt...) und einen whatsapp chat der zwar auch schriftlich ist, aber eben auch oftmal ohne gross nachzudenken belanglos abgesandt wird...oftmals nur einzelne Floskeln stat eines kompletten Gedankenganges wie in einem Brief...

Der Unterschied liegt in der Art zu kommunizieren....und dem was man transportieren will.

Bei eher Belangloserem bevorzuge ich persoenlich ein Telefonat ( solange ich davon ausgehe der andere hat gerade Zeit... ist der mutmassliche Gespraechspartner z.b. waherend der normal ueblichen Arbeitszeit...sende ich auch eine kurze whatsapp Nachricht...signalisiere so meine Bereitschaft fuer ein Telefonat und eben das ich selbst Zeit haette...schreibe das aber auch direkt in der Whatsapp Nachricht)...

Bei Dingen wo es auf Rechtssicherheit ankommt..natuerlich besser p[er Brief...ggf. per E.Mail...soweit gebe ich dir Recht...

Hin und wieder nutze ich auch Videotelefonie...eben weil man dabei den Gesrpaechspartner sieht..aber das gehyt halt nur wenn einige Voraussetzungen erfuellt sind...nicht nur das beide die Zeit haben fuer ein Telefonat....sondern eben auch die umgebung die bei einem Videotelefonat ja auch alles mitbekommt ( also z.b. fuer die Strassenbahn eher ungeeignet )...

Telefonate haben meines erachtens einfach den Voirteil, das man manche dinge in einer Minute schnell geklaert hat..eine verabredung, ort, zeitpunkt...ist schnell geklaert...

Eine Verabredung per Whatsapp dauert dagegen oftmals laenger , hier ein vorschlag, dort ein gegenvorschlag, das ganze ausgiebig ausgebreitet...wo im telefonat schon mal ein kurzer einwand diesen termin fuer unmoeglich erklaert haette...

Letztenendes hat jede art der kommunikation ihre vor und nachteile...

Dadurch das man die Wahl hat...sollte man eben versuchen den moeglichst passenden Kommunikationsweg auszusuchen...und eben auch bereit sein von einem zum anderen zu switchen...wenn es ppasst.