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Staatliche Vorgaben


22.12.2019 18:34 - Gestartet von hans91
helfen auch nicht unbedingt, siehe die LTE-Ausbauverpflichtungen, die kein einziger Netzbetreiber fristgerecht erfüllt hat. Vielleicht sollte der Staat doch lieber gleich das Netz bauen und betreiben, so wie es früher immer war. Das würde dann auch alle anderen Probleme lösen, die wir in Deutschland mit dem Mobilfunk haben.
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[1] Mister79 antwortet auf hans91
23.12.2019 08:11
Benutzer hans91 schrieb:
Vielleicht sollte der Staat doch lieber gleich das Netz bauen und betreiben, so wie es früher immer war. Das würde dann auch alle anderen Probleme lösen, die wir in Deutschland mit dem Mobilfunk haben.

*Ironie an* Ja ich fand die Drehscheibentelefone auch super als Kind.*aus*

Die Einschränkungen seiner Zeit waren aber auch übel, bezogen auf die Zeit. Der Wegfall,dass nur Geräte der Post benutzt werden dürfen, wie eine Befreiung.

Ich befürchte aber auch, dass in so einem Fall andere Beschränkungen dann wieder einfliegen werden.

Bezogen auf den Ausbau in nicht gut bewohnten Gegenden kann es sicher helfen aber da reicht es dann auch aus, wenn der Staat dort unterstützt. Da muss man nicht gleich ein ganzes Netz enteignen.

Nehmen wir Brandenburg. Reicht doch wenn der Staat dort sagen würde, wir bezahlen den Ausbau dort. Dann können sich alle drei drauf bewerben. Als Auflage ist dann gegeben, dass der ausbauende für alle anderen beiden mit ausbaut. Sprich wie in den U Bahnen. Oder das er für ein vorgeschriebenes Geld die anderen beiden mit drauf lassen muss oder national Roaming usw.

Am Ende sträuben sich die drei doch nur so, weil ganz am Ende haben alle drei eine gleich gute Abdeckung. Oder eine nahe zu gleiche. In so einem Fall gibt es kein Argument mehr für Anbieter 1 oder 2 oder 3. Höchstens beim Preis oder der maximal möglichen. Aber auch dort kommt der Punkt, dass die maximal möglich irgendwann hoch genug ist, dass alle eine brauchbare Geschwindigkeit haben. Wie möchtest du dann 6GB für 45 Euro verkaufen?

Im Zeichen von Umweltschutz und Co. kann es Staatlich auch nicht gewollt sein das drei und bald 4 Anbieter alle in der gleichen Gegend die gleiche Technik aufbauen, gleichen Kabel ziehen usw. National Roaming ist denke ich mal auf schon absehbare Zeit ohne Alternative. Das Thema Ausbau wird sich neu definieren. Nach Region, nach Bundesland oder was auch immer und in den restlichen Orten greift National Roaming aber dafür muss jeder das maximal mögliche ausbauen.

So geht es aber definitiv nicht weiter.
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[2] TechNick antwortet auf hans91
23.12.2019 16:35

einmal geändert am 23.12.2019 16:49
Benutzer hans91 schrieb:
helfen auch nicht unbedingt, siehe die LTE-Ausbauverpflichtungen, die kein einziger Netzbetreiber fristgerecht erfüllt hat. Vielleicht sollte der Staat doch lieber gleich das Netz bauen und betreiben, so wie es früher immer war. Das würde dann auch alle anderen Probleme lösen, die wir in Deutschland mit dem Mobilfunk haben.

Wenn der "Staat das Netz baut", brauchen die Abhörschnittstellen nicht erst nachträglich implementiert werden. Und ob die Ergebnisse besser wären, möchte ich
bei der derzeitigen "Qualität" dieses Staates stark anzweifeln.
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[2.1] chrispiac antwortet auf TechNick
06.01.2020 13:04
Benutzer TechNick schrieb:

Wenn der "Staat das Netz baut", brauchen die Abhörschnittstellen nicht erst nachträglich implementiert werden. Und ob die Ergebnisse besser wären, möchte ich bei der derzeitigen "Qualität" dieses Staates stark anzweifeln.

und nicht nur das. Da der Deutsche Staat eh‘ kaum noch Ingenieure aus dem Bereich beschäfftigt, würden Beamte oder öffentlicher Dienst zur Durchführung herangezogen. Diese müßten erst einmal einen „Standard“ für die Versorgung definieren, damit das Vorhaben gerecht in allen Bundesländern durchgezogen werden kann, finden, meist in Zusammenhang mit der Politik. Zudem müßte Personal angeworben werden oder Planung und Durchführung an entsprechende Fachfirmen vergeben werden. Ich vermute, bis diese Vorarbeiten für 5G von staatlicher Seite, dann zwar gerecht und bis ins letzte Detail durchgeplant steht, wird der Rest der Welt schon über die Einführung von 6G sprechen und letztendlich würde es noch teurer werden, als vorher angenommen. So ein Vorhaben könnte locker die Fehlbeträge von Elbharmonie, BER und Stuttgart21 zusammen übertreffen.

Schließlich müßten Bundesweit teure Erdarbeiten durchgeführt werden um flächendeckend Glasfaser zu verlegen und selbst ländliche Gegenden mit Funkmasten „verspargelt“ werden, deutlich mehr als z. B. mit Windrädern.

Ich hoffe, das die Netzbeteiber selber die Einsicht zeigen, das sie bei so einem Vorhaben kooperieren müssen. Schließlich klappt das Zusammenspiel inzwischen schon in anderen Bereichen. Damit nicht jeder bis ins kleinste Kuhdorf selber Glasfaserleitung ziehen muß, werden Kapazitäten der Mitbewerber angemietet werden können. Genauso gibt es schon Kooperationen bei Senderstandorten, häufig Problemlos dann, wenn der Sendemast nicht einen Netzbetreiber gehört, sondern einer Fremdfirma oder Gemeinde, die sich um die Vermietung bemüht. Die Netzbetreiber hätten dann die Wahl, anzumieten oder selber auszubauen, je nachem, was für sie günstiger erscheint.

Schließlich wird G5 wahnsinig viel Energie fressen, weil lokal mehr Rechner zur Verfügung gestellt werden müssen, um die normgerechten kurzen Latenzzeiten zu erreichen. Die müssen im Sommer gekühlt und ggf. im Winter beheizt werden usw. Das dürfte den Bemühungen Energie in Deutschland einzusparen deutlich entgegenwirken.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn soetwas Zentral koordiniert durchgeführt werden könnte, nur würde das dem eingeschlagenen Weg der Privatisierung der Sendernetze entgegenstehen. So wird wahrscheinlich wieder zunächst größere Städte von den G5 Ausbau profitieren, dann die wichtigsten Verkehrswege (Autobahnen, wichtige Bahnstrecken) und in der ländlichen Bevölkerung zuletzt ankommen. Allenfalls wenn die Netzbetreiber vorsorglich beim G4 Ausbau jetzt schon an den nächsten Standard denken und möglichst schon im aktuellen Ausbau die für G5 nötigen Schritte berücksichtigen, könnte das zu einer schnelleren Verbreitung in der Fläche führen.

Ich bin gespannt, inwieweit die Netzbetreiber aus den Fehlern von UMTS(G3) und G4 gelernt haben und bei G5 für eine schnellere Einführung besser kooperieren. Gezwungenermaßen, weil sonst gigantische Kosten auf alle Netzbetreiber zukommen dürften, die sie wohl kaum alleine stemmen können.