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hm..


23.10.2019 10:05 - Gestartet von flatburger
Benutzer Otis schrieb:
ja stimmt, es ist die letzte verbliebene, analoge Insel aber vorteile sehe ich jetzt noch nicht. OK ich habe bzw. hatte noch nie ein digitales Radio und die alten Teile von früher laufen ohne Probleme auch im Auto.

Hier ein Beispiel:
https://rdl.de/beitrag/es-wird-zeit-freie-radios-auch-auf-dab
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[1] chrispiac antwortet auf flatburger
23.10.2019 15:16
Benutzer flatburger schrieb:
Benutzer Otis schrieb:
ja stimmt, es ist die letzte verbliebene, analoge Insel aber vorteile sehe ich jetzt noch nicht. OK ich habe bzw. hatte noch nie ein digitales Radio und die alten Teile von früher laufen ohne Probleme auch im Auto.

Hier ein Beispiel:
https://rdl.de/beitrag/es-wird-zeit-freie-radios-auch-auf-dab

Interessant, früher schrieen die Reginalprogramme nach Frequenzen für UKW weil gutes Geschäft und Privat kann man ja immer besser als die ÖR usw., die ganze neoliberale Klaviatur rauf und runter. Und jetzt, wo sie doch bestimmt gute Geschäfte gemacht haben, soll der Steuerzahler - genauer - die Haushalteabgabe die kommerziellen Sender „stützen“. Reglonalprogramme tragen sich kaum noch selbst und drohen bei der Vielfalt im Internet und anderen digitalen Verbreitungswegen unterzugehen, weil sie zu spät umstellen und darauf bedacht waren den Status Quo auf UKW so lange wie möglich zu erhalten. Wären sie geschäftlich so erfolgreich, hätten sie keine Probleme einen Kreditgeber zu finden, die den Umstieg finanzieren würden. In sofern finde ich das Angebot, wenigstens die einmaligen Umstelungskosten zu übernehmen schon für großzügig und als einen gereichten Zweig an die private Radiowirtschaft. Eigentlich müßte man jetzt mit den neoliberalen Argumenten zurückschlagen, mit dem die Regionalprogramme in den 80er und 90er Jahren gegründet wurden. Wenn sich ein privater Sender finanziell nicht trägt, verschwindet er vom Markt, d. h. er wird entweder von einem anderen Sender übernommen oder die Betreibergesellschaft aufgelöst. Aber leider sind die Lokalradios häufig in Besitz großer Presseverlage, die Konkurrenz bei den Werbeeinnahmen befürchteten. So wird ein Lokalsender (oder gar eine Lokalzeitung) auf einmal politisch „kulturell Wertvoll“ (der Dudelfunk, der sich an eine möglichst großen Masse ausrichtet, damit eine möglichst hohe Werbeverbreitung ereicht wird) und auf einmal soll ein Griff in die Haushaltsabgabe erfolgen! Natürlich keine Steuermittel, da würde die EU eingreifen müssen.

Ich wünsche den Lokalfunk alles Gute und auch einen Platz auf dab+. Nur haben die Besitzer so Stark und Laut gegen eine Umstellung gewettert, das die Situation total verkorkst war und teilweise noch ist. Die haben Verschlalfen, das Digital viel mehr möglich ist und statt Musik über Radio zu konsumieren wird häufiger zum Handy gegriffen, wo Musikstreamer wie Deezer & Co. die individuellen Musikwünsche der Höhrer eher erreichen und somit der Hörfunk generell auf der Strecke bleiben könnte.

Daher sehe ich eine dauerhafte Finanzierung der Privaten Hörfunksender in einem Parallelbetrieb von dab+ und UKW für kritisch. Dann müßten genaue Abbruchbedingungen diese Förderung definiert sein und falls dann höhere Gewinne anfallen auch ein Abschöpfen dieser und Zurückführung in die Haushaltsabgabe. Es kann nicht sein, das die Ausgaben sozialisiert und die Gewinne die besitzenden Verlage abschröpfen. Ich denke, die kulturelle Vielfalt und die Meinungsfreiheit wird durch ein Wegfall einzelnder Privatradios sicher nicht nachhaltig geschädigt, auch wenn sicher einige Radiohörer dieser Sender das anders sehen bzw. hören könnten.

Privat heißt halt auch, wenn kein Gewinn erzielt wird, wird früher oder später der Stecker gezogen. Die Haushaltsabgabe ist primär für die ÖR Sender da, ein Anschubfinanzierung für die Umstellung sollte daher besser aus Steuermitteln erfolgen, bevor hier neue Grenzen eingerissen werden und immer mehr „kulturell wertvolle“ Medien damit gepempert werden.