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untertreibung


29.08.2019 14:40 - Gestartet von hruprecht
der ganze beitrag untertreibt. die app funktioniert weit besser als das kerngeschäft zugfahren. zu meiner letzten reise habe ich bereits unter "ganz billiges bahnbashing" was geschrieben. meine bahnreise am 6.6. sah folgendermassen aus:
ich wollte mit der regionalbahn von lünen nach dortmund und mit dem fernzugvon dortmund nach mainz weiter und dann wieder regionalbahn.

ich nehme immer eine (meist zwei ) regionalbahn nach dortmund eher denn die bahn hat auf der strecke regelmässig massive probleme. inzwischen habe ich weniger erfahrung damit denn ich fahre bus und stadtbahn nach dortmund. nur bei einem fernverkehrsticket nutze ich die bahn um nach dortmund zu kommen da das bereits im ticketpreis enthalten ist. ich komme an und der zug steht und wartet. man klärt mich auf, dass der zug ausfällt. die kleinen anzeige sagt nur "wegen einer grossstörung kommt es zu beträchtlichen beeinträchtigungen im bahnverkehr". die züge von norden fuhren bis zum bahnhof lünen und warteten und fuhren zurück. nach dortmund ging es nicht. der schaffner des zuges weiss auch nichts genaues. man klärt die eigenen mitarbeiter nicht richtig auf. auf explizite nachfrage sagt er mir, dass ich mein ticket auch am nächsten tag nutzen kann und schreibt zugausfall drauf und stempelt. ein anderere gestrandeter fahrgast fragt nach dem schienenersatzverkehr und davon wusste der schaffner nichts. später wurde mir klar, dass die strecke lünen dortmund von zwei unternehmen bedient wird. das eine unternehmen hatte schienenersatzverkehr organisiert, die db nicht. und die db wusste das auch nicht. ich ging nach warten dann zum anderen gleis wo der zug des anderen unternehmens nach dortmund fährt. der endete auch und fuhr nicht bis dortmund weiter. die lokführerin war sofort von ca. 20 leuten umringt und wusste nur, dass der schienenersatzverkehr fährt. die Frage an welcher der zwei abfahrtspunkte er abfährt, wusste sienicht. zur gültigkeit meines tickets verwies sie mich an die hotline. klar, eine 0180 nummer vom handy ist ja richtig billig. man könnte ja eine festnetznummer zu angemessenen preisen wählen. also ging ich zum angrenzenden busbahnhof. dort ist ein büro für den nahverkehr. fernverkehrstickets verkaufen die nicht, flixbus schon. die bahn zahlt wohl keine/nicht genug provision, denn das reisebüro berechnet 3 bzw. 5 euro fürs bahnticket. der mitarbeiter war freundlich und erklärte mir, dass er keine VERBINDLICHE auskunft geben darf. er meinte, wenn ich am nächsten tag fahre, brauche ich ein neues ticket. ich kann mir aber über das fahrgastrechteformular mein zusatzentgelt zurückholen. er erklärte auch, dass der bus des schienenersatzverkehrs gerade weg sei und es der erste seit anderthalb stunden war und ich sicher wieder mindestens eine stunde warten muss. ich könnte auch auf eigene kosten mit dem normalen bus fahren. ich ging nochmal zum bahnsteig und ein anderer zug wartete. die aus norden fuhren alle nur bis lünen und warteten und drehten um. der schaffner wusste auch nicht wann es weitergeht und erklärte zum ticket für den nächsten tag: ich kann bestimmt damit fahren. ich muss aber VORHER zum reisezentrum und es umstempeln lassen. garantiert war das aber nicht sondern kulanz und da habe ich mit dem "riesen" auf den Schienen viele negative erfahrungen gemacht. ich habe nach etwa zwei stunden warten zu fuss den heimweg angetreten. ich rief vom festnetz die teure 0180 nummer an und hatte der sprache nach einen "neubürger" in der leitung. ich kann kein arabisch und er eher wenig deutsch. er erklärte jedenfalls, dass ich mein ticket zurückgeben kann und ein neues für den folgetag kaufen muss. die mehrkosten wegen sehr kurzfristiger buchung seien mein problem. nun hatte ich eine lokführerin, zwei schaffer der bahn, ein mitarbeiter im ticketverkauf des nahverkehrs und einen hotlinemitarbeiter gefragt und fünf antworten. ich habe dann sicherheitshalber für zwei tage später ein ticket erworben, denn der folgetag war pfingstfreitag und es gab für viele züge ÜBERHAUPT KEINE tickets für die 2 klasse mehr und die restlichen waren laut app sehr hoch ausgelastet. die bahn plant ihre kapazitäten anhand der durchschnittlichen auslastung und nicht anhand höherer Auslastung an feiertagen. und wenn ich beim ticket auf kulanz angewisen bin, ist es nicht förderlich, an tag mit sehr hoher auslastung zu fahren. übrigens konnte ich das ticket am schalter nicht zurückgeben, da der erste schaffner die verspätung bzw. den ausfall durch seinen zangenabdruck bestätigt hatte und man nun nicht sicher wusste, ob ich wenigstens eine teilstrecke im zug zurückgelegt hatte. da ist nun das servicecenter fahrgastrechte zuständig. kulanz im sinne des kunden war nicht. ist halt bahn wo nicht der kunde sondern die preise und einnahmen im vordergrund stehen.

wenn in einer stadt wie dortmund mit 560.000 einwohnern einen halben tag in eine richtung keine fern- und nahverkehrszüge fahren, sammeln sich VIELE gestrandete fahrgäste. deshalb war es wohl sehr gut nicht mit dem bus bis dortmund zu bummeln und dort im reisezentrum nach VIEL warten nur zu hören " es geht zur zeit nichts". aber später war in der zeitung zu lesen, dass die sbahnen von einem separaten gleis fahren und man mit der sbahn bis zum nächsten fernverkehrsbahnhof hätte bummeln können. dann hätte man in einen verspäteten umgeleiteten fernzug einsteigen können. weder die app noch die db mitarbeiter wussten das. und in einer 92.000 einwohnerstadt kein reisezentrum zu unterhalten ist frech von der bahn. aber es hat system. deutsche bahn halt.

die zugverbindung zwei tage später klappte auch nicht problemlos. der eine regionalzug fuhr nur bis koblenz. um einen einigermassen billigen zug zu bekommen, hatte ich eine verbindung mit mehrfach umsteigen und mehreren regionalzügen. der lokführer war freundlich und erklärte "es fehlen lokführer" und die unternehmensleitung schafft es nicht, die vorhandenen zu planen. war aber nicht deutsche bahn sondern transdev. aber man konnte ja einmal mehr umsteigen und einen andren zug bekommen oder den zug eine stunde später nutzen.

ich möchte noch anmerken, dass ich im zug sass als der wintersturm im januar 2018 die bahn lahmlegte und 7 stunden im stillstehenden zug wartete bevor ich auf eigene faust und organisation den rückweg antratt. da kann man auch viel erzählen, aber das wird dann langsam ein buch.

die bahn hat ganz andere probleme als die app. man sollte immer ein papiertocket kaufen, denn die Technik ist sehr anfällig.