Diskussionsforum
  • 28.07.2019 14:34
    CSU-abwählen schreibt

    DE-mail hat Vorteile, aber fast ausschließlich ...

    ... für die Behörden und Firmen. Für den Bürger/Verbraucher bedeutet es lediglich gefährlichen Zusatzaufwand.

    Bisher gilt, dass derjenige, der etwas zustellen möchte, nachweisen muss, dass und wann er es zugestellt hat. Kann er das nicht, Pech gehabt.

    Bei DE-mail gilt der Versand an das Postfach bereits als Zustellung, das ist mit "rechtsverbindlich" gemeint. D.h. der DE-mail Inhaber ist verpflichtet sein DE-mail-Postfach permanent zu überwachen, weil egal was ihm da reinflattert bereits rechtsverbindlich sein kann. Unwissenheit schützt hier weder vor Strafe noch vor schlimmen Dingen.

    Als Beispiel: Einen Mahnbescheid kann jeder jedem zuschicken lassen. Reagiert man darauf nicht binnen zwei Wochen, gilt der Mahnbescheid als vollstreckbarer Titel und kann per Gerichtsvollzieher vollstreckt werden. Das einzige, was davor schützt, ist die Aufmerksamkeit, die die Zustellung verursacht und die hoffentlich schnelle Reaktion binnen zwei Wochen. Würde jetzt der Mahnbescheid einem DE-mail Konto zugestellt, gilt die zweiwöchige Frist ab dem Moment des Posteingangs, unabhängig davon, wann der Betroffene den Bescheid bemerkt hat. Ergo man muss wegen der Rechtsverbindlichkeit ununterbrochen sein DE-mail-Postfach prüfen, wenn man rechtlich nicht in Schwierigkeiten geraten möchte.

    Deshalb, für Firmen und Behörden mit der entsprechenden Wo-/manpower ist DE-mail toll, Bürger/Verbraucher sollten unbedingt die Finger davon lassen, wenn Sie keine besondere Lust auf Dauerstress haben.
  • 28.07.2019 21:50
    kammann antwortet auf CSU-abwählen
    Der Beitag ist genau so qualifiziert wie der Benutzername es bereits vermuten lässt:
    Gerichtliche Mahnbescheide werden Stand heute „förmlich“ zugestellt, d.h. der Postbote überprüft, ob am Briefkasten der korrekte Name steht und notiert das Zustelldatum. Mit dem Einwurf des gelben Umschlags gilt der Mahnbescheid als zugestellt. Leert man den Briefkasten nicht rechtzeitig oder fällt der Brief zwischen Werbeprospekte, kann es passieren, dass man von einem vollstreckbaren Titel überrascht wird.
    Sollte es tatsächlich einmal möglich werden, Mahnbescheide per De-Mail zu versenden, würde man per E-Mail von seinem De-Mail Anbieter über den Eingang einer neuen De-Mail benachrichtigt werden. Dann könnte man die Nachricht auch von unterwegs, z.B. im Urlaub abrufen. Verpasst man hier eine Frist, so ist man rechtlich genauso gut oder schlecht gestellt, wie bei der postalischen Zustellung. Verpasst man die Frist für einen Widerspruch, wird nach eingen Tagen/Wochen ein Vollstreckungsbescheid auf dem gleichen Weg zugestellt. Gegen diesen kann man dann wieder mit 2 Wochen-Frist Einspruch einlegen. Verpasst man auch diese Frist, dann ist einem halt nicht mehr zu helfen egal ob die Zustellung per De-Mail oder postalisch erfolgte.
  • 28.07.2019 23:43
    maurice1332002 antwortet auf kammann
    Benutzer kammann schrieb:

    > Gerichtliche Mahnbescheide werden Stand heute „förmlich“
    >
    zugestellt, d.h. der Postbote überprüft, ob am Briefkasten der
    >
    korrekte Name steht und notiert das Zustelldatum. Mit dem
    >
    Einwurf des gelben Umschlags gilt der Mahnbescheid als
    >
    zugestellt. Leert man den Briefkasten nicht rechtzeitig
    Bei Zustellung in den Briefkasten, wirkt eine Abwesenheit (Urlaub, Krankenhaus, ) fristverlängernd. Da der Empfang einer (DE)Email ist im Grunde völlig Ortsunabhängig ist, was gilt da?
  • 29.07.2019 01:05
    CSU-abwählen antwortet auf kammann
    Benutzer kammann schrieb:
    > Der Beitag ist genau so qualifiziert wie der Benutzername es
    >
    bereits vermuten lässt:

    Danke für das Kompliment :-)

    Das Mahnbescheid-Beispiel war ein "Beispiel", klar so weit? Sobald nenneswert viele Privatanwender DE-mail haben werden Mahnbescheide auch mit Sicherheit per DE-mail zugestellt, das würde aber gegenwärtig keinen Sinn machen.

    Im Übrigen gilt das für den Mahnbescheid beispielhaft skizzierte Problem für jedes beliebig herausgegriffene Rechtgeschäft.

    Was Sie nicht geschrieben haben, was hat denn DE-mail für den Privatanwender für Vorteile? Wird damit ein Problem gelöst, für das es nicht schon eine deutlich bessere Lösung gibt? Genau, DE-mail verbessert für den Privatanwender gar nichts, verschlechtert aber den Verbraucherschutz. Super Sache!

    De-mail löst nur Behörden und Unternehmens Probleme.

    Falls sich Ihnen meine Argumentation nicht erschließt, keiner hält Sie davon ab, sich einen DE-mail-Account zuzulegen.
  • 29.07.2019 10:58
    macgrubi antwortet auf CSU-abwählen
    Benutzer CSU-abwählen schrieb:
    > Benutzer kammann schrieb:
    > > Der Beitag ist genau so qualifiziert wie der Benutzername es
    > >
    bereits vermuten lässt:
    >
    > Danke für das Kompliment :-)
    >
    > Das Mahnbescheid-Beispiel war ein "Beispiel", klar so weit?
    >
    Sobald nenneswert viele Privatanwender DE-mail haben werden
    >
    Mahnbescheide auch mit Sicherheit per DE-mail zugestellt, das
    >
    würde aber gegenwärtig keinen Sinn machen.
    >
    > Im Übrigen gilt das für den Mahnbescheid beispielhaft
    >
    skizzierte Problem für jedes beliebig herausgegriffene
    >
    Rechtgeschäft.
    >
    > Was Sie nicht geschrieben haben, was hat denn DE-mail für den
    >
    Privatanwender für Vorteile? Wird damit ein Problem gelöst, für
    >
    das es nicht schon eine deutlich bessere Lösung gibt? Genau,
    >
    DE-mail verbessert für den Privatanwender gar nichts,
    >
    verschlechtert aber den Verbraucherschutz. Super Sache!

    Von welchen Problemen schreibst Du hier eigentlich? Welche deutlich besseren Lösungen gibt es denn, und wofür?
    Ich habe noch nichts Konkretes von Dir, ausser das seltsame Beispiel des Mahnbescheides hier gehört. De-Mail dient doch nicht primär dazu Mahnbescheide zuzustellen. Es ist ein stinknormales E-Mail Postfach mit dem zusätzlichen Vorteil, das Sender und Empfänger authentifiziert sind und der gesamte Mailverkehr immer verschlüsselt stattfindet. Inwiefern wird der Verbraucherschutz denn dabei verschlechtert? Erklär das doch mal bitte für uns Unwissende etwas genauer. Ich habe seit gut 4 Jahren ein DE-Mail Postfach und irgendwie erweiterten Stress oder besonderen Aufwand kann ich wirklich nicht feststellen. Bei eingehenden Nachrichten (sind ja nicht sehr viele) werde ich umgehend informiert, und ich lege mit diesem Postfach eine ähnliche Sorgfalt an den Tag, wie mit meinen anderen Mailadressen.

    > De-mail löst nur Behörden und Unternehmens Probleme.
    Was für Probleme meinst Du denn?

    >
    > Falls sich Ihnen meine Argumentation nicht erschließt, keiner
    > hält Sie davon ab, sich einen DE-mail-Account zuzulegen.
  • 31.07.2019 10:27
    CSU-abwählen antwortet auf macgrubi
    Wenn Sie DE-mail nutzen möchten, gut!
    Da habe ich keine Vorbehalte. Ich muss es ja nicht nutzen :-)

    Das ist das schöne an der Meinungsfreiheit, jeder darf es so machen, wie er es am Besten findet, so wie er persönlich glaubt, am Besten zurecht zu kommen.

    In diesem Sinne viel Spaß mit DE-mail.
  • 02.08.2019 03:51
    Alf E. Neumann antwortet auf kammann
    Benutzer kammann schrieb:
    > Der Beitag ist genau so qualifiziert wie der Benutzername es
    >
    bereits vermuten lässt:..

    Darauf hättest du einen anständigen "Zurückpöbler" verdient, aber das ist ja eure Sache. Zu der Anderen: DE-Mail wird wohl kaum so etwas wie einen Spamfilter haben. Ich muss also tatsächlich jeden Rotz wirklich lesen, weil massenhaft "Spezialunternehmen" auf die Idee kommen werden, die Rechtswirksamkeit der Zustellung für "Phantasie-Mahnungen" oder Auftragsbestätigungen ohne Auftrag zu missbrauchen. Die ersten, die von dem Zeug profitieren werden, sind die Betrüger. Am Ende werden dann über DE-Mail auch nur verschlüsselte PDFs versendet, die ich mit meiner Vertrags- oder Kundennummer entschlüsseln kann, oder ich muss doch wieder im Postfach der Onlinebank nachschauen, weil DE-Mail so sicher werden wird wie.. tcha wie was eigentlich?

    Wer verbindliche Dokumente bereitstellt oder empfängt, hat ein Online-Postfach im Dokumentebereich des jeweiligen Kunden-Account. So wie es eben die Banken betreiben. Dort hole ich es ab und quittiere die Kenntnisnahme. Oder ich lade es hoch und erhalte dafür eine Quittung. Bestenfalls werde ich per stinknormaler E-Mail auf neue Dokumente hingewiesen. Das reicht. Fall erledigt. Eigentlich baucht nur jeder Bürger für den Behördenkram einen "Bundesaccount" mit solch einem Postfach.

    Fazit: Das De-Mail-Zeug braucht niemand! Fertig.