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E-Perso Chip mit schlecht durchdachten Funktionen


15.07.2019 15:00 - Gestartet von bholmer
Ich habe mir als Early Adopter 2010 einen E-Perso zugelegt und auch den Chip freischalten lassen. Dazu eines der wenigen zertifizierten LEsegeräte bestellt, das einige Wochen später geliefert wurde.
Die einzige Funktion war für mich, die Transport-PIN in meine eigene PIN zu verwandeln.

Überrascht war ich, dass für eine digitale Unterschrift ein kostenpflichtiges Abo einer privaten Zertifizierungsstelle benötigt wird.
Hä? Wer wenn nicht das Einwohnermeldeamt kann meine Identität bestätigen? Macht es aber nicht, da wollen noch welche mitverdienen.
Seh ich nicht ein, also Funktion nicht verwendet.
Auto online abmelden? Schön. MAcht man ja auch alle 2 Tage, man ist ja Autohändler.
Völlig sinnlos, da ich das Auto ja nicht wieder online anmelden kann mit zerkratztem Siegel auf den Kennzeichen und im Fahrzeugschein. Welch Erleichterung.

Dann die erste sinnvolle Fubktion:
Meine Frau brauchte für den Arbeitgeber ein erweitertes Führungszeugnis.
HAt mich samt freischaltung der PIN eine gute Stunde gekostet, das mit ihrem E-Perso zu beantragen. Hat auch geklappt.
Aber: Als ich dann für mich ein Führungszeugnis beantragen wollte:
Weit gefehlt! Mein E-Perso ist zu alt. Der Geburtsname nicht hinterlegt.
Für den Antrag bräuche man auch noch die Geburtsurkunde gefaxt.
Hä? Die Aussteller des E-Persos sollten doch wissen wer ich bin.
Also Nullnummer.

Evtl. könnte ich nach einer sinnvoller Anwendung suchen.
Schauen was ich an Rente bekommen werde?
Geht nicht, da ich einem berufsständischen Versorgungswerk angehöre und die schicken mir sowieso jedes Jahr eine Info wieviel ich wohl bekommen werde.

In jetzt 9 Jahren habe ich für mich keine weitere sinnvolle Funktion gefunden, die ich nutzen würde.

Ach ja Kommunikation mit den Kommunalbehörden!
Wann mach ich das?
Wenn ich umziehe. Dann muss ich sowieso hin.
Oder wenn ich einen neuen E-Perso oder Führerschein brauche. Auch dann muss ich hin. Reisepass? Sowieso.
Also durchschnittlich alle 5 Jahre latsche ich mal zum Bürgeramt.

Das letzte Auto das ich angemeldet habe, lässt sich online abmelden. Der Zweitwagen ist 2011 angemeldet und hat noch keinen Rubbelcode auf dem Kennzeichen.. Also wieder nix.
Und da wundert sich jemand, warum die Dinger kaum genutzt werden, wenn man mit Gewalt nach Anwendungen suchen muss?

(Genau wie mit diversen Zahlungssystemen am POS. Wofür brauche ich die?
Ich zücke meine EC-Karte, lege sie auf den NFC Leser, PIN Nummer rein oder nicht bei kleinen Beträgen. Das dauert 10 Sekunden und fertig. Kein Stau in der Schlange. Erst sich irgendwelche Codes aufs Handy schicken lassen und dem Kassierer zeigen, was soll das?. Aber das ist jetzt off topic...)
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[1] Keks antwortet auf bholmer
15.07.2019 15:39
Ja, stimmt leider, dass das Angebot viel zu gering ist. Ich hab die Funktion damals auch extra aktivieren lassen und mir ein Lesegerät gekauft. Ich konnte mich darüber mal bei der HUK24 online anmelden -- aber ehrlich gesagt, ging es über Name + PW doch viel schneller. Vorteil ist, dass es deutlich sicherer ist.

Ab Oktober soll man ja sein Fahrzeug auch online anmelden können (zumindest hier in Berlin ... oder sogar bundesweit?). Da muss aber noch mehr kommen.

Und dank NFC im (Android-)Handy kann man dieses mit Hilfe der "AusweisApp 2" als Lesegrät nutzen -- sehr praktisch! Das geht sogar vom Tablet oder vom PC aus, solange beide Geräte im selben WLAN sind. Diese kann man dann koppeln (wenn auf beiden Geräten die App drauf ist) und dann nutzt man das Handy als reines Lesegerät. Klappt super, ich habe mir z.B. mal meine Renteninformationen abgerufen (als Test sozusagen).

Apropos bezahlen: Mit Google Pay (beispielsweise) geht das noch einfacher als von dir beschrieben, ich entsperre mein Handy via Fingerabdruck, halte es ran ... "piep" ... fertig! Dauert nur eine Sekunde, keine PIN-Eingabe nötig. Klappt überall, wo man kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen kann (Supermärkte, Tankstellen ...).

LG, Keks