Diskussionsforum
  • 11.07.2019 00:23
    einmal geändert am 11.07.2019 00:30
    wolfbln schreibt

    Diese pro DAB+ Meinungsmache ist unerträglich

    Wie schon andere Kommentatoren zu den letzten Artikeln von M.Fuhr hier angemerkt haben, hat das nichts mehr mit seriöser Berichterstattung zu tun. Hier wird wieder krampfhaft versucht, irgendwelche Argumente für DAB+ zu suchen und finden. Man könnte doch auch positiv über online Radio oder UKW schreiben und das gibt die Studie genauso her.

    Ich habe mir mal die Medienanalyse angeschaut.
    Es stimmt, DAB+ wird erstmals als eigener Verbreitungsweg darin betrachtet und das ist für die Sender darauf sehr wichtig, da sich viele durch Werbung finanzieren. Es liegt mir fern, das zu kritisieren.

    Dies liegt daran, dass die Bedeutung dieses Verbreitungswegs wohl steigt - soweit kann ich M.Fuhr auch noch folgen. Es liegt aber auch daran, dass die Autoren nun eine Erfassungsmethodik entwickelt haben, die nun erstmals einsatzbereit ist, wie zu lesen ist.

    Sei es drum. Es ist eine Momentaufnahme, eine erste Messung. Daraus kann keine Dynamik, Entwicklung oder so etwas geschlossen werden. Das ist statistisch einfach unlauter. Das muss jeder Statistiker oder Ingenieur sehen. Das ist so, als würde ich aus einer einzigen Messung eine Klimaveränderung ablesen. Das geht nicht. Das ist nur durch Messreihen über einen längeren Zeitraum möglich. Genau das sind ja die Reichweitenanalysen und wir müssen abwarten, wie sich nun die Dynamik entwickelt. Da sollte man sich als Betrachter zurücklehnen und schauen und sich nicht ein Ergebnis wünschen, wie es beim Autoren immer wieder durchscheint.

    Ohne diese Messreihen können wir nur historische Vergleiche machen:
    Die Audionutzung lag bei 54 Mio. insgesamt, davon waren 3,76 Mio. bei DAB+ . Das sind gerade mal 7% aller Hörer. Während klassisches Radio durchschnittlich 257 min gehört wird, ist das bei DAB+ nur 144 min der Fall, was den Anteil nochmals schmälert.

    Nun bleiben wir bei 7. 7% Höreranteil nach 20 Jahren DAB oder 8 Jahren DAB+ in Deutschland ist jetzt wirklich keine große Erfolgsstory, wie uns M.Fuhr immer wieder suggerieren will. Damit will ich nicht sagen, dass ich DAB+ keinen Erfolg wünsche.

    Etwas anderes sollte auch zu denken geben:
    die Jungen (14-29 Jahre) nutzen zu 32% online Radio und nur 11,6% DAB+. Eigentlich sind das die Trendsetter und nicht die 30-59 Jahre alten, die hauptsächlich die DAB+ Hörer (13%-Anteil am Gesamtradio) sind. Da wäre mal zu analysieren, warum DAB+ weniger bei den Jungen, sondern eher bei etwas Mittel-Alten ankommt. Immerhin sagt das M.Fuhr im letzten Absatz noch kurz und kommentarlos.

    Teltarif: bitte berichtet sachlicher und weniger tendenziös über diese Dinge. Ich nutze UKW, DAB+, Digitalradio über Kabel und online Streams. Diese Vielfalt ist gut und schön und hat auch ihre Berechtigung. Sicher vergleiche ich auch Vor- und Nachteile der Verbreitungswege, aber es gibt eben nicht den einen Königsweg. Diese Studie zeigt keine Erfolgsgeschichte für DAB+. Sie kann es mal sein, wenn sich die Dinge in diese Richtung bewegen. Dafür ist es aber noch zu früh nach einer Erhebung.
  • 11.07.2019 22:21
    astounded antwortet auf wolfbln
    Benutzer wolfbln schrieb:

    > Etwas anderes sollte auch zu denken geben:
    >
    die Jungen (14-29 Jahre) nutzen zu 32% online Radio und nur
    >
    11,6% DAB+. Eigentlich sind das die Trendsetter und nicht die
    >
    30-59 Jahre alten, die hauptsächlich die DAB+ Hörer (13%-Anteil
    >
    am Gesamtradio) sind. Da wäre mal zu analysieren, warum DAB+
    >
    weniger bei den Jungen, sondern eher bei etwas Mittel-Alten
    >
    ankommt.

    Zur Wahrheit gehört aber auch: Über DAB+ werden die Programme länger gehört und die bundesweiten DAB+ Programme werden eher über DAB+, als online gehört. Das bedeutet: Dort, wo DAB+ Programme für die Masse und in einem gut ausgebauten Sendernetz verfügbar sind, wird DAB+ vor Online bevorzugt.
  • 11.07.2019 23:55
    Bastinator antwortet auf astounded
    > Zur Wahrheit gehört aber auch: Über DAB+ werden die Programme
    >
    länger gehört und die bundesweiten DAB+ Programme werden eher
    >
    über DAB+, als online gehört. Das bedeutet: Dort, wo DAB+
    >
    Programme für die Masse und in einem gut ausgebauten Sendernetz
    >
    verfügbar sind, wird DAB+ vor Online bevorzugt.

    Dem kann ich nur zustimmen. Alle meine Bekannten, die ein DAB+ Autoradio haben, hören kein UKW mehr.
    Hier im Rhein-Main Gebiet und im Taunus gibt es genügend Ecken, wo der UKW Empfang unterirdisch schlecht ist, Radio-Streams selbst im besten Mobilfunknetz mangels Empfang aussetzen und DAB+ einwandfrei und ohne Probleme funktioniert.