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Absehbar aber gewollt ....


01.07.2019 22:27 - Gestartet von kommodore
5x geändert, zuletzt am 01.07.2019 22:32
Deutschland hatte mit der zurückliegenden Ausgestaltung der Regulierung lange einen Sonderweg beschritten. Man hatte CbC und Preselection eingeführt und (ausländische?) Firmen ermutigt Briefkastenfirmen zu eröffnen um viel Geld - ohne Investitionen - zu verdienen. Arbeitsplätze sind so auch (fast) keine entstanden, Investitionen in die Netze auch nicht, aber es wurde mit der Vermittlung von Gesprächsminuten (risikolos) viel Geld verdient.
Die Presse hat gejubelt und diese "Segnungen" gepriesen, weil es jetzt billigere Minutenpreise gab. Eine kritische Auseinandersetzung mit anderen Konzepten in den Nachbarländern gab es selten.

Der Rest der Entwicklung ist bekannt.

Erstaunlich - und genau darauf will ich hinweisen - dass nun immer wieder andere Länder genannt werden, die alles besser machen würden.
Ist es Zufall dass genau diese Länger stets eine (andere) Regulierung forciert hatten bei denen keine Briefkasten Firmen reich geworden sind sondern die Wettbewerber auch zu Investitionen in die Netze verpflichtet wurden?

Der Aufschrei und die aktuelle Besserwisserei manchen (selbsternannten) Telekommunikations-Experten hat schon eine gewisse Komik.

Das hilft alles den Betroffenen mit schlechter Infrastruktur nicht weiter, muss aber auch mal gesagt werden dürfen.
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[1] postb1 antwortet auf kommodore
02.07.2019 10:44
Benutzer kommodore schrieb:

Erstaunlich - und genau darauf will ich hinweisen - dass nun immer wieder andere Länder genannt werden, die alles besser machen würden.

Vergleiche mit "den Anderen" sind schwierig. Das Problem in DE ist/war eher sogar, daß das Bestandsnetz viel zu gut, flächendeckend und ausgereift ist.

Denn viele dieser "anderen" hatten vorher ein schlechtes Netz oder nahezu gar keines. Und wenn einer dieser "anderen" wie etwa Rumänien erst deutlich nach dem Jahr 2000 der EU beigetreten sind, haben sie ihr Netz natürlich gleich mit der aktuellen Technik (auf Kosten der EU-Steuerzahler natürlich) ausgebaut.


Die Deutsche Bundespost hatte ihr Fernmeldenetz bis Mitte der 70er Jahre hinein grundlegend modernisiert und hatte damals das modernste Netz der Welt. Praktisch bis hinein in jeden Einödhof. Auch bei der ersten Generation der Digitalisierung mit ISDN war die vielgescholtene Fernmeldepost im internationalen Vergleich stets vorn mit dabei.
Der in Rekordzeit vollzogene grundlegende Neuaufbau eines kompletten landesweiten Fernmeldenetzes in der ehemaligen DDR war eine technische und logistische Meisterleistung.
"Pech" war halt nur, daß die Wiedervereinigung bereits 1990 stattfand, als Glasfaser bis zum Endkunden noch nicht wirklich marktreif und massentauglich, geschweige denn bezahlbar war. So blieb es auch bei Experimenten mit OPAL/Hytas.