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das wird das Überlastproblem in Städten weiter verschärfen


03.04.2019 14:21 - Gestartet von wolfbln
2x geändert, zuletzt am 03.04.2019 14:26
Die Entscheidung - so richtig sie ist - wird aber die LTE-Überlastungen in den Ballungsgebieten weiter verschärfen.

Keine Frage, sie haben viel gebaut in den letzten Monaten. Dennoch haben bundesweit etwa die Hälfte der Sender von o2 bisher kein LTE wie Netzbeobachter errechnet haben. Das sagt schon alles.
In den Städten stehen immer noch sehr viele B20-Sender mit massiver Überlast. In Städten gehört B3/20, an wichtigen Standorten B3/7/20 zum Standard, ist aber max. zu 50% umgesetzt.

Kleines Beispiel von mir zuhause in Berlin. Da steht ein neuer B3/20 mit gut Kapazität. Am anderen Ende der Straße ein völlig überlasteter B20. Gestern wieder getestet: dort kreuzt U- und S-Bahn mit der Stadtautobahn. LTE-Einloggen nicht möglich. man wird sofort ins 3G geschoben. Mit 4G-Force bekommt man eine entlegene Station unter 1 Mbit/s.

Der Tarif mag ja ganz nett sein, aber in dem Lückenteppich von Netz kann man >50% der Fläche im Bundesgebiet überhaupt nicht mit LTE surfen und >50% der Fläche mit LTE nicht viel schneller als 1 Mbit/s. Häufig ist 3G schneller, sofern vorhanden.

Daher bringt es nur für wenige effektiv etwas:
- für die ca. 50% in den Ballungsgebieten, die gut mit o2-LTE versorgt sind
- für die ca. 20% auf dem Land, wo es 4G aber kein 3G gibt und 4G cut-off bisher kein Netz bedeutet hat.

Alle andere schauen in die Röhre. Finde es immer wieder interessant, wie eine solche Minderheit einen derartigen Hype veranstalten kann. Denn im Endeffekt ist das auch der erste Schritt zur 3G-Abschaltung.
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[1] nudel antwortet auf wolfbln
11.04.2019 12:39
Es ist sehr schade, dass es so einen Käse in Berlin überhaupt noch gibt.

Hier im (fast) gesamten Rhein-Neckar Dreieck gibts es das nicht. Auch Mannheim (Innenstadt und Neckarstadt vollständig mit 2600 MHz ausgebaut), Ludwigshafen und Heidelberg haben keinerlei Probleme mit der Auslastung. Außer in den meisten Dörfern gibt es an fast jeder Station Dualband LTE (Band 3 und 20). Ansonsten fast alles Stationen mit Band 3, vereinzelt Stationen mit Band 20 only. Bin viel unterwegs und bei jedem Speedtest, Update meiner Apps oder auch nur beim Surfen oder Youtube schauen habe ich nur selten Datenraten unter 10 Mbits. Hab zwar auch selten über 50, aber wer braucht das denn wirklich auf dem Handy?

Was mir noch auffällt:
"Selbst in Ballungsgebieten kann der LTE-Empfang besser als das UMTS-Signal sein. Das hängt damit zusammen, dass im 4G-Netz vor allem Frequenzen im Bereich um 800 MHz eingesetzt werden, die bessere physikalische Ausbreitungseigenschaften haben als der für 3G verwendete 2100-MHz-Bereich. "

Diese Aussage von Teltarif stimmt so nicht. Ich habe vor meiner Haustür eine LTE/3G/2G Station als bestes Beispiel. Da die Sendeleistung von 3G einfach höher ist, wie die von LTE, habe ich mit 3G immer besseren Empfang. Dies kann man überall feststellen. Auch bei Stationen mit 800 MHz LTE, die gleichzeitig auch 3G über einen anderen Antennensektor sendet, ist der Signalpegel und erst recht (z.B. im Keller) bei schlechteren Verhältnissen eher ganz niedrig und 3G noch gut nutzbar.
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[2] christian_koehler antwortet auf wolfbln
02.05.2019 10:41
Benutzer wolfbln schrieb:
Die Entscheidung - so richtig sie ist - wird aber die LTE-Überlastungen in den Ballungsgebieten weiter verschärfen.

O2 behält sich noch immer vor, die gedrosselten Kunden niedriger zu priorisieren.
Falls O2 das richtig umsetzt, sollte sich für nicht gedrosselte Kunden also nichts ändern, weil sie "Vorfahrt" im Netz haben.

O2 macht auch Load Balancing, wenn also 4G und 3G zur Verfügung stehen, werden schon mal Kunden von 4G nach 3G verschoben, wenn dort mehr Kapazität frei ist.

O2 hat durchaus bessere Möglichkeiten zur Steuerung als die harte 4G-Sperre.

Christian