Diskussionsforum
  • 06.12.2018 17:36
    9x geändert, zuletzt am 06.12.2018 18:32
    wolfbln schreibt

    Weitere Mess- und Systemfehler

    Markus hat dankenswerterweise auf 2 Fehlerquellen der Walk- und Drivetests hingewiesen.
    - keine Indoor-Messungen
    - keine Betrachtung ländlicher Regionen

    Diese hätte man vermeiden können, wenn man besser und breiter gemessen hätte. So ist das Ergebnis in den Gesamturteilen wirklich geschönt, insbesondere für den Testsieger.

    Die Crowdsource-basierten App-Tests zeigen ja häufig erhebliche Diskrepanzen zu den Messungen. Bei Telekom gibt es zwar >99% LTE-Abdeckung in Berlin, aber nur gut 90% LTE-Verfügbarkeit bei Usern mit LTE-Handy und -Vertrag in der Stadt. Wie kann das sein?

    Der Unterschied ist so hoch, dass es nicht nur an Indoor liegen kann. Auch in der U-Bahn gibt es 2018 kein 3G oder 4G der Telekom in Berlin. Ob aber Connect dort gemessen hat, bleibt unklar.

    So sind immer die Szenarios gewählt worden, die anbieterfreundlich erscheinen. Die App-Tests dagegen fallen durchwegs schlechter aus, als die "wissenschaftlichen" Messungen. Bei den Apps sind wir immer noch international abgehängt. OpenSignal lässt uns jedes Jahr unter den Schlusslichtern in Europa rangieren.

    Die Testergebnisse glaubt doch niemand. Alltäglich hört man die Klagen über die Funklöcher und Probleme, trotzdem sei das Netz alles in allen über die 3 Anbieter im Durchschnitt "gut" laut Connect, 2 von 3 sogar "sehr gut" laut Computerbild. Die vielen Auslandsreisenden wundern sich nur ständig über noch bessere Netze dort.

    Am Computerbild-Test wird der ganze Widerspruch klar. Das war ein App-basierter Test ähnlich dem von Open Signal. Die Daten und daraus entwickelten Karten ähneln sich sehr. Bei Open Signal waren die deutschen Ergebnisse ziemlich mies, denn sie verglichen nur mit anderen Ländern, bei Computerbild waren die ähnlichen Ergebnisse zwei Mal "sehr gut" und einmal "gut".

    Wir brauchen endlich in Deutschland unabhängige Netztests nach vorher klar festgelegten Kriterien. Das können ruhig schon Institute wie P3 u.a. durchführen. Aber wenn die Auftraggeber dafür immer nur Fachzeitschriften oder -portale sind, die sich durch Werbung genau von diesen Mobilfunkanbietern finanzieren, ist das dann ein erheblicher Interessenskonflikt.

    In Frankreich wird sozusagen staatlich vom Regulierer ARCEP gemessen nach vorher mit den Anbietern vereinbarten Kriterien. Warum geht das nicht bei uns?
    Resultat ist diese Übersicht in Frankreich:
    https://www.monreseaumobile.fr

    Macht das endlich auch bei uns. Wenn die Auflagen an die Anbieter ernst genommen werden sollen, müssen es auch die Messungen zur Überprüfung.