Diskussionsforum
  • 27.08.2018 11:54
    jos schreibt

    Was hat ein normaler Haushalt davon?

    Was bringt einem normalen Haushalt ohne Elektroauto oder Blockheizkraftwerk denn "SmartMetering"?
    Ich werde jedenfalls nicht anfangen, Essen zu kochen oder Wäsche zu waschen, wenn der Strom gerade billig ist.
    Und ich wollte auch nicht gerade die Gasheizung rauswerfen (Gas: ca. 5 Cent) um eine Stromheizung einzubauen (Strom: ca. 30 Cent).

    Einzige Verbraucher bei mir im Haushalt, die man theoretisch preisabhängig steuern könnte, wären Kühl- und Gefrierschrank. Die brauchen aber zusammen Strom für nicht einmal 50 EUR im Jahr. Großes Potential sieht anders aus.

    Zumal für Privatverbraucher mehr als 2/3 des Strompreises Netzentgelte, EEG und Steuern sind, die sowieso zu jeder Zeit gleich sind. Beim eigentlichen Verbrauchspreis reden wir von Schwankungen im Bereich ganz weniger Cent über den Tagesverlauf.
    Denkbare Ersparnisse werden da durch den Standby-Verbrauch der smarten Zusatzeinrichtungen (Switche/Router/AccessPoints/Funkmodems) ganz schnell wieder aufgefressen.

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich wenig Lust habe, Sicherheitsupdates auf Kühlschrank und Waschmaschine einzuspielen bzw. solche Geräte verschrotten zu müssen, weil der Hersteller keine Updates mehr herausbringt.

    Ich hatte bereits einen Internetzugang als wahrscheinlich 99,9% der Mitmenschen noch nie davon gehört hatten. Trotzdem (oder gerade deswegen?) halte ich sehr wenig davon, dass Haushalts- und Alltagsgeräte mit dem Internet verbunden sein sollen.
  • 27.08.2018 13:18
    postb1 antwortet auf jos
    Benutzer jos schrieb:

    > Ich werde jedenfalls nicht anfangen, Essen zu kochen oder
    >
    Wäsche zu waschen, wenn der Strom gerade billig ist.

    Zumal in "Billigphasen", wenn die Sonne scheint und eine ordentliche Prise weht und somit oft weit mehr als genug regenerative Energie zur Verfügung steht, der Strom für den Endverbraucher sowieso nicht billiger wird. Die Kwh wird auch weiterhin immer das gleiche kosten.
    "Smart" könnten die Netze schon seit langem sein, etwa bei Heizstrom/Wärmepumpenkunden:
    Dort gibts in der Regel einen zweiten Zähler für den Heizstromtarif. Im Nachtspeicherfall wird per prozessorgesteuerten Rundsteuerempfänger der Heizstrom nur nachts freigegeben - dabei wäre es seit langem problemlos möglich, auch tagsüber freizugeben, etwa wenn es einen Überschuss in der Stromproduktion gibt.
    Die Netzbetreiber denken unsmarterweise aber gar nicht daran.