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Was Vodafone wirklich stört


16.06.2018 10:35 - Gestartet von wolfbln
7x geändert, zuletzt am 16.06.2018 10:52
Vodafone ist einer der großen Nutznießer des europäischen Roamings. In über der Hälfte der Länder haben sie Eigennetze, in den anderen "preferred Partner". Und kein deutscher Netzanbieter beschränkt so wie Vodafone Roaming nur auf das Eigennetz und die eigenen Partner. Das hat auch zur Folge, dass es bei Vodafone hervorragend funktioniert (und nicht wie bei Telefónica).

Die EU hat für sog. offene Datenpakete eine sog. Fair Use Regel bei der Roamingnovellierung 2017 auf Druck der Provider eingeführt. D.h. bei "Flatrates" dürfen sie die Daten im Roaming begrenzen.

Leider setzen die nationalen Regulierer diese Anforderung unterschiedlich um. In Italien darf TIM seine Flats auf Italien beschränken, während der schwedische Regulierer Tele2 gerade verordnet hat, sein Streaming europaweit freizugeben.

Was VF ein Dorn im Auge ist, ist wohl die Tatsache, dass der Preis des Datenpakets + Pass zusammen als Grundlage der Berechnung der Mindestmenge in der EU ohne Aufpreis herhalten.muss. Sie hatten gehofft, dass nur der Preis des VF Passes als Grundlage dient. Der ist aber ohne Paket nicht erhältlich. Da der Pass aber auf verschiedenste Grundpakete aufzubuchen ist, muss dann der Preis des größten Tarifs + Pass gewählt werden und der ist mit den 30GB Roamingdaten im Pass ohne Aufpreis relativ hoch. Anders scheint das nicht machbar. Es müssten ja sonst pro Pass viele FUP-Grenzen genannt werden, je nachdem, auf welchen Tarif ein Pass aufgebucht werden würde.

Dennoch werden sich für VF die Pässe schon rechnen. In anderen Ländern wie Spanien und Italien werden sie auch im Prepaid verkauft. In Spanien ist die Menge auf 6GB im Ausland beschränkt, wird aber effektiv nicht überwacht.

Und hier ist der eigentliche Punkt versteckt: die Überwachung des Roamings ist teuer und technisch aufwändig. Kein deutscher Provider macht das bisher. Jetzt müssten sie es dafür einführen und das ist teuer. Das mussten sie aber auch in allen "billigen" Ländern wie Rumänien, wo alle Pakete in der EU beschnitten sind. Darum werden sie wohl in Deutschland jetzt nicht rumkommen und das gefällt ihnen nicht.

Sie hatten bei der Netzneutralität Glück, dass das so durchgeht, auch wenn da Zweifel berechtigt sind. Jetzt müssen sie auch die andere EU-Hürde schlucken, die nicht so weit zu verbiegen geht. Die Telekom muss das ja auch mit StreamOn.