Diskussionsforum
  • 23.02.2018 13:33
    ossyris schreibt

    Die Antwort ist sehr einfach

    Kosten für Frequenzen pro Einwohner:
    Deutschland €630
    Österreich €100
    Schweiz CHF220 (ca €100 zum damaligen Kurs)

    Dass €630 Lizenzkosten pro Einwohner zu Preisen führen muss, die im internationalen Vergleich extrem hoch sind und zu einem Netzausbau, der zahlreichen Ländern der dritten Welt hinterherhinkt, liegt wohl auf der Hand.
  • 23.02.2018 13:46
    postb1 antwortet auf ossyris
    Benutzer ossyris schrieb:
    > Kosten für Frequenzen pro Einwohner:
    > Deutschland €630
    > Österreich €100
    > Schweiz CHF220 (ca €100 zum damaligen Kurs)
    >
    > Dass €630 Lizenzkosten pro Einwohner zu Preisen führen muss,
    > die im internationalen Vergleich extrem hoch sind und zu einem
    > Netzausbau, der zahlreichen Ländern der dritten Welt
    > hinterherhinkt, liegt wohl auf der Hand
    Das liest sich hier aber ganz anders:
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Wehklagen-ueber-teure-LTE-Frequenzen-in-Oesterreich-1983167.html
  • 23.02.2018 15:16
    ossyris antwortet auf postb1
    Benutzer postb1 schrieb:
    > Benutzer ossyris schrieb:
    > > Kosten für Frequenzen pro Einwohner:
    > > Deutschland €630
    > > Österreich €100
    > > Schweiz CHF220 (ca €100 zum damaligen Kurs)
    > >
    > > Dass €630 Lizenzkosten pro Einwohner zu Preisen führen muss,
    > > die im internationalen Vergleich extrem hoch sind und zu einem
    > > Netzausbau, der zahlreichen Ländern der dritten Welt
    > > hinterherhinkt, liegt wohl auf der Hand
    > Das liest sich hier aber ganz anders:
    > https://www.heise.de/newsticker/meldung/Wehklagen-ueber-teure-LTE-Frequenzen-in-Oesterreich-1983167.html

    Dass die Anbieter bei Lizenzkosten die mehr als das sechsfache pro Einwohner betragen, verglichen mit Österreich oder der Schweiz, gezwungen sind diese entsprechend auf die Preise umzulegen und den Netzausbau nur dort voranzutreiben, wo es sich auch rechnet, liegt wohl auf der Hand.
    Das Preisniveau und die für ein Industrieland vergleichsweise schlechte Verfügbarkeit sprechen für sich.
    In Österreich wurde erst dieser Tage die Planung für die folgende 5G Auktion von der Regulierungsbehörde offen gelegt. Ausdrücklich sind dort Faktoren die den Wirtschaftsstandort stärken priorisiert gegenüber der Höhe der Erlöse.
  • 23.02.2018 15:21
    Whoami antwortet auf ossyris
    Und das ist leider nicht in jedem Land gleich. Hier wird von der Politik andersrum gedacht.
    Erst die Erlöse durch Frequenzauktion = höhere Steuereinnahmen = höhere Diäten, dann Standort stärken = höhere monatliche Kosten des Erwerbers an den Kunden = höhere Steuereinnahmen = höhere Diäten. Irgendwie hat das immer dasselbe Ziel.
  • 23.02.2018 18:35
    Otomo antwortet auf Whoami
    bei der letzten Frequenzauktion 2015 erziehlte man über 5 Milliarden Euro. Für 5 G werden 2stellige Milliardenbeträge erwartet. Dieses Geld haben die Anbieter in anderen Ländern nicht zu zahlen. Das Geld muss ja wieder irgendwo herkommen.
  • 23.02.2018 20:09
    H.ATE antwortet auf Otomo
    Benutzer Otomo schrieb:
    > bei der letzten Frequenzauktion 2015 erziehlte man über 5
    > Milliarden Euro. Für 5 G werden 2stellige Milliardenbeträge
    > erwartet. Dieses Geld haben die Anbieter in anderen Ländern
    > nicht zu zahlen. Das Geld muss ja wieder irgendwo herkommen.

    nur von den Idi0ten die es sich abnehmen lassen!

    ich zahle 6,50 für Telefonie-Flatrate über nen Drillisch Ableger und 500 MB Daten müssen dann halt reichen.

    trotzdem traurig was hier in Deutschland abgeht! nämlich nichts bzw. nur Abzocke.
  • 24.02.2018 02:06
    einmal geändert am 24.02.2018 02:13
    wolfbln antwortet auf Otomo
    Benutzer Otomo schrieb:
    > bei der letzten Frequenzauktion 2015 erziehlte man über 5
    > Milliarden Euro. Für 5 G werden 2stellige Milliardenbeträge
    > erwartet. Dieses Geld haben die Anbieter in anderen Ländern
    > nicht zu zahlen. Das Geld muss ja wieder irgendwo herkommen.

    Das stimmt einfach so nicht. Bei vergleichbaren Auktionen 2010-16 für LTE ist pro Kunde (denn die Einwohnerzahlen variieren ja) 4G in Österreich und Polen mehr als doppelt so teuer versteigert worden. Dennoch sind die Preise dort nur ein Bruchteil der deutschen. Das allein macht Dein Argument zur Fehlinfo, die gerne von den Telkos als Rechtfertigung genommen wird (insbesondere nach der teuren 3G-Versteigerung von 2000). Lehren Sie eigentlich diesen Schwachsinn immer noch als Argument für Verkäufer, wenn man fragt, warum 1GB weiter €10 kostet?

    Aber - und da hast du nicht ganz unrecht und da bin ich bei Dir: die Preise sind auch politisch gemacht. Die GroKo will z.B. die Erlöse aus der 5G-Versteigerung nehmen, um Breitband, nicht etwa Mobilfunk zu fördern. D.h.:
    - es wird Geld dem Mobilfunk entzogen und Breitband zugeführt
    - die zwei größten Anbieter von Breitband sind auch zufällig zwei der drei großen Mobilfunkanbieter
    - bei Telekom und Vodafone geht es also aus der einen Tasche raus und in die andere Tasche rein.
    - das Ergebnis haben wir genau wie beschrieben: Mobilfunk ist überteuert und schlecht ausgebaut gegenüber vergleichbaren Ländern. Und an LTE als Ersatztechnologie für Breitband sind die Anbieter überhaupt nicht interessiert (im Gegensatz zu Polen, Österreich, Belgien oder Schweiz).
  • 24.02.2018 07:09
    2x geändert, zuletzt am 24.02.2018 07:16
    wolfbln antwortet auf Otomo
    Benutzer Otomo schrieb:
    > Lügner

    Benutzer Otomo schrieb:
    > bei der letzten Frequenzauktion 2015 erziehlte man über 5
    > Milliarden Euro. .... Dieses Geld haben die Anbieter in anderen Ländern
    > nicht zu zahlen.

    Der erste Satz ist richtig, der zweite - so pauschal gesagt - falsch.

    Da du mir ja nicht glauben willst, zähle ich deine Info nochmal auf. Dass die Preise in ggü. Österreich nur ein Bruchteil der deutschen Preise sind, brauche ich jetzt nicht noch nachweisen oder?

    Was wurde also für 4G/LTE in den beiden Ländern bezahlt:
    D: 2010: 3,6 Mrd (LTE-Anteil); 2015: 5 Mrd. - gesamt: 8,6 Mrd. €
    AT: 2010: 40 Mio; 2013: 2 Mrd. - gesamt 2,04 Mrd. €

    Danach ist richtig. In Deutschland wurde am meisten für die Lizenzen bezahlt.

    Jetzt schauen wir mal auf die Zahl der "aktiven SIM-Karten" in den Ländern (2016):
    D: 117 Mio.
    AT: 14,4 Mio.

    D.h. umgerechnet auf die Zahl der SIM-Karten ergibt sich:
    D: 73,50 €
    AT: 141,66 €

    Vielleicht ist dies ja ein Ergebnis daraus pro Kopf-Verbrauch mobiles Internet (2016):
    D: 0,9 GB
    AT: 5,5 GB

    Während also deutsche Anbieter pro Kunde 73,50 € wieder reinholen müssen, ist der Lizenzbetrag in Österreich praktisch doppelt so hoch. Dort ist er aber viel leichter in großen Paketen zu "verstecken", während man in Deutschland das in kleine MB-Packs eben nicht gut verstecken kann. Das liegt aber an der überhöhten Preise hierzulande. Die können aber nicht Folge der Lizenzen sein.
  • 24.02.2018 11:55
    Whoami antwortet auf wolfbln
    @wolfbln: Wir sind uns zwar nicht oft einer Meinung, aber ich muss gestehen, dass du es hier sehr präzise erklärt hast ;)

    Der H.ATEr würde auch sicherlich etwas anderes zum aufregen finden, wenn es mal so kommen sollte, dass Vodafone und T-Mobile nicht bei der 5G Auktion mitmachen und bieten. Der zu verwandelnde Elfmeter liegt dann in Verantwortung von Telefonica. Und da sind die Buchsen bestimmt ziemlich voll, wenn es um die Entscheidung geht, alles alleine an Lizenzgebühren zu berappen. Oder nicht ;)
  • 24.02.2018 18:02
    x-user antwortet auf wolfbln
    Benutzer wolfbln schrieb:

    > (...)
    > Das liegt an überhöhten Preisen hierzulande.
    > Die können aber nicht Folge der Lizenzen sein.

    Dein Fazit stimmt auffallend, gut nachgedacht. Hinter der Hochpreispolitik verbirgt sich noch etwas... nämlich staats-gelenktes Geo-Blocking.

  • 24.02.2018 21:01
    muc80337 antwortet auf wolfbln
    Benutzer wolfbln schrieb:
    > Was wurde also für 4G/LTE in den beiden Ländern bezahlt:
    > D: 2010: 3,6 Mrd (LTE-Anteil); 2015: 5 Mrd. - gesamt: 8,6 Mrd.
    >
    > AT: 2010: 40 Mio; 2013: 2 Mrd. - gesamt 2,04 Mrd. €
    >
    > ...
    >
    > Während also deutsche Anbieter pro Kunde 73,50 € wieder
    > reinholen müssen, ist der Lizenzbetrag in Österreich praktisch
    > doppelt so hoch.

    Eigentlich ist es ja noch deutlich komplizierter.

    Aus der UMTS-Versteigerung in 2000 hatten die deutschen Anbieter pro Kopf mehr als 500 Euro mehr zu bezahlen als in Österreich. Alleine die zusätzliche Zinslast aus der UMTS-Versteigerung bis ins Jahr 2013 hinein dürfte für die deutschen Anbieter mehr ausgemacht haben als was in Österreich pro Kopf bei LTE mehr zu bezahlen war.

    Aber man muss sich für die Gesamtbetrachtung auch noch anschauen, wie lange die Lizenzen überhaupt laufen, was für GSM Lizenzen im fraglichen Zeitraum noch aufzuwenden war etc.

    Zusammenfassend kann man einfach sagen: der Staat nutzt den Mobilfunk als Zusatzsteuer - in Deutschland wie in Österreich. In Österreich war es für die Anbieter mit UMTS leichter, Geld zu verdienen, weshalb auch das Preisniveau unterhalb dem des in Deutschland üblichen zu liegen kam. Von wo aus ja bei LTE gestartet wurde.

    (Es gibt auch noch weitere Aspekte - aber das soll hier ja keine pseudowissenschaftliche Abhandlung werden, denn um das genau zu erfassen muss man tief graben)