Diskussionsforum
  • 19.01.2018 18:38
    einmal geändert am 19.01.2018 18:43
    wolfbln schreibt

    interessanter Ansatz, aber realistisch?

    Die eSIM ist Chance und Gefahr zugleich. Ob sie wirklich allgemein kommen wird und die physische SIM ersetzt, steht in den Sternen.

    Sicher könnte sie dazu führen, andere Tarife z.B. in einem Roamingland leichter aufzubuchen. Bisher muss man noch einen Laden gehen und sich häufig eine neue SIM-Karte holen, soll Roaming (außerhalb der EU) bezahlbar sein.

    Die große Frage ist wirklich: Wollen das die Betreiber wirklich? Oder wird es eher Geräte geben, die gebrandet sind, d.h. nur wenige Alternativen an Betreibern zulassen. Der Net- oder SIM-Lock kann auch auf einer eSIM umgesetzt werden.

    Darauf weiß die Studie aber noch keine Antwort. Es hängt auch sehr davon ab, ob sich die Gesetzgeber ähnlich zu einem offenen Internet auch zu einer Verpflichtung der Hersteller zu einer provideroffenen SIM-Schnittstelle verpflichtet fühlen. In einigen Ländern sind SIM- oder Net-Locks schlichtweg verboten. Deutschland gehört nicht dazu.

    Aber eine Chance hätte die eSIM wohl für internationale Roaming-Anbieter. Deren Produkte haben bisher ein Schattendasein gefristet. TravelSIM und Co. waren zu teuer und exklusiv und kamen nur bei Geschäftreisenden an. Jetzt kommen die ersten Produkte auf den Markt mit "remote Provisioning" d.h. man kann sich das Profil einer SIM auf sein Handy laden. Damit sind wesentlich bessere, da lokale Tarife ermöglichbar. Fragt sich, ob das dann noch geht, wenn es die eSIM gibt.

    In einem 3-5 Jahre-Übergangszeitraum halte ich das nicht für durchführbar. Es müssten ja die Kunden genau registriert werden nach den Landesvorschriften. Der Kunde müsste genau den Tarif erklärt bekommen und viele andere mehr. Das halte ich in 200 Ländern und Telefonmärkten mit jeweils anderen Regeln einfach für unrealistisch. Es könnte z.B. begrenzt in der EU gehen, aber dafür brauchen wir keine Roaming-SIMs mehr.