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Sorry, der Bezug zur Landesgröße ist völlig daneben


30.11.2017 14:48 - Gestartet von IMHO
einmal geändert am 30.11.2017 14:51
In einem großen Land gibt es nicht nur mehr Fläche zu versorgen, sondern auch mehr Kunden, die die Bereitstellung der Funkmasten bezahlen können. Von daher ist das relevante Maß nicht die absolute Größe eines Landes, sondern die Bevölkerungsdichte. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Bev%C3%B6lkerungsdichte#L.C3.A4nder findet man die Zahlen von 2014 / 2015.
Demnach hat Deutschland 226Einwohner/km2 und die Schweiz 199Einwohner/km2, beide Staaten haben also auf 10% hin oder her dieselbe Bevölkerungsdichte und Österreich hat sogar nur 101Einwohner/km2. Mithin hat selbst die Fläche pro Einwohner nicht genügend Erklärkraft, warum im Industrieland Deutschland der Mobilfunk vergleichsweise schlecht ausgebaut ist.
Da kommen schon eher die Lizenzengebühren für die Nutzung des Funkspektrums, die Verwaltungsvorgänge, die Genehmigungsvorgänge für die Richtfunkstrecken und die Interconnectgebühren als Begründung in Betracht.

Allerdings mit ganz unterschiedlichen Argumenten. Die Schweiz hat eine der höchsten Interconnectgebü­hrenfestsetzung. In der Schweiz subventionieren also die Anrufer aus dem Festnetz den Ausbau des Mobilfunks.
Und in Österreich waren (mit Ausnahme der letzten Versteigerung) die Lizenzkosten niedrig und der Abstand zwischen Festnetzinterconnect und Mobilfunkinterconnect sehr gering. In Österreich dürfte es viele Kunden geben, die ihre gesamte Telekommunikation ohne Festnetz nur via Mobilfunk abwickeln. Auch das ist eine Möglichkeit, wie die Mobilfunker zu zuverlässigen Einnahmequuellen gelangen.

Die Gesamtbewertung ist schwierig und Teltarif dürfte sich als Online-Fachmagazin gerne der Fragestellung widmen und Fachleute zu Wort kommen lassen. Die Ausrede, Deutschland sei ja soviel größer, ist jedenfalls ein an den Haaren herbeigezogenes Scheinargument, das bei näherer Betrachtung zu einem gegenteiligen Effekt führen müsste. Pro Wasserkopf stehen in Deutschland mehr Kunden zur Verfügung, die Fixkosten einer Netzbetreiberverwaltung zu bezahlen. Und pro Fläche stehen in Deutschland ebenfalls die meisten Kunden zur Kostenabdeckung zur Verfügung. Daran liegt es nicht, dass A&CH unseren Mobilfunk in die Tasche stecken.
Wenn das mit der Fläche irgendwie stimmen würde, müssten die Flächenstaaten China, Kanada, Russland und die USA ja die schlechtesten Mobilfunknetze der Welt haben. Selten so gelacht. - Teltarif, ihr könnt das besser!