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Monopolnetze sind kein sinnvolles Ziel


30.11.2017 10:20 - Gestartet von whalesafer
"Überbauen von Netzen" heißt ja eigentlich nur, dass Konkurrenz entsteht. Natürlich hätte ein Netzbetreiber gerne 100% der Kunden. Ein ganzes Netz für 50% oder sogar nur ein Drittel der Kunden zu bauen und in Betrieb zu halten, erscheint uneffizient, aber das ist der Preis von Wettbewerb, von echter Marktwirtschaft. Preisfestlegungen durch irgendeine Behörde sind Planwirtschaft! Das ist nur dann akzeptabel, wenn es keine Konkurrenz gibt, aber diesen Zustand sollte man weder anstreben noch durch Gesetzgebung herbeiführen. Wir haben nicht nur einen Mobilfunkbetreiber, nur einen Fernsehsender, nur eine Zeitung. Überall arbeiten Leute, um etwas zu machen, das jemand anders schon gemacht hat. Das ist gut und richtig so.
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[1] Herr_K antwortet auf whalesafer
30.11.2017 17:23
Benutzer whalesafer schrieb:
"Überbauen von Netzen" heißt ja eigentlich nur, dass Konkurrenz entsteht. Natürlich hätte ein Netzbetreiber gerne 100% der Kunden. Ein ganzes Netz für 50% oder sogar nur ein Drittel der Kunden zu bauen und in Betrieb zu halten, erscheint uneffizient, aber das ist der Preis von Wettbewerb, von echter Marktwirtschaft.
[...]

Ich denke, das der VATM da eher auf Open-Access-Modelle für die Glasfasernetze zielt, statt Netzmonopole zu fördern. Die Vermietung von Teilen des eigenen Netzes an Konkurrenten kann ja auch ein lohnendes Geschäftsmodell sein, wenn im Gegensatz an anderer Stelle von der Konkurrenz Netzkapazitäten angemietet und für eigene Kunden angeboten werden können. So sinnfrei und Planwirtschaftsmäßig ist die Verhinderung von Überbau bestehender Netze also gar nicht.

Kommt halt immer darauf an, wie man die Sache betrachtet.
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[1.1] whalesafer antwortet auf Herr_K
30.11.2017 21:02
Benutzer Herr_K schrieb:
Ich denke, das der VATM da eher auf Open-Access-Modelle für die Glasfasernetze zielt, statt Netzmonopole zu fördern.

Wer soll denn die Preise dafür festlegen? Die Netzbetreiber mit dem Leitungsmonopol selbst? Oder deswegen doch wieder eine Behörde? Dabei kommt entweder die schlimmste Form von Kapitalismus oder Planwirtschaft heraus. Nicht ohne Grund ist die Lobby aller Telekommunikationsunternehmen schwer damit beschäftigt, für den Glasfaserausbau "Regulierungsferien" zu fordern, also die Freiheit zur Monopolpreisgestaltung. Der Kunde kann dann aus 10 ISPs auswählen, die aber alle den gleichen zu hohen Vorleistungspreis an den Netzbetreiber abdrücken müssen. Der Telekom sind ja schon 20 Euro für die alberne Kupferdoppelader im Bitstream-Access zu wenig.

Die Vermietung von Teilen des eigenen Netzes an Konkurrenten kann ja auch ein lohnendes Geschäftsmodell sein, wenn im Gegensatz an anderer Stelle von der Konkurrenz Netzkapazitäten angemietet und für eigene Kunden angeboten werden können.

Und am Ende mieten doch wieder alle von der Telekom, aber dann ohne dass eine Regulierungsbehörde die Preise in Grenzen hält, die zwar im europäischen Preis-Leistungs-Vergleich schon hoch aber immerhin bezahlbar sind. Noch.

So sinnfrei und Planwirtschaftsmäßig ist die Verhinderung von Überbau bestehender Netze also gar nicht.

Kommt halt immer darauf an, wie man die Sache betrachtet.

Aus Sicht der Aktionäre ist das sicher ein feuchter Traum, aber aus Sicht der Konsumenten, die das bezahlen müssen, wäre das eine Katastrophe.