Diskussionsforum
  • 28.09.2017 05:09
    Ole42 schreibt

    Ikea Tradfri - deutlich preiswerter und besser als hue

    In der Übersicht fehlt das Ikea Tradfri System, das nicht nur deutlich günstiger ist als Philips hue, sondern auch ein deutlich natürlicheres Licht aufweist (CRI von 90 bei Tradfri statt 80 bei hue). Der CRI beschreibt die Ähnlichkeit des sichtbaren Lichtspektrums mit dem natürlichen Sonnenlicht - das dementsprechend einen CRI von 100 hat. Je kleiner der CRI, desto unnatürlicher die Beleuchtung. 80 bei hue ist schon nicht übel; 90 bei Tradfri jedoch noch angenehmer.

    Der Einstiegspreis bei hue liegt bei ca 66€ für per Smartphone steuerbares Licht - mindestens wird das Gateway (49€) und ein Leuchtmittel (17€ in Warmweiß E27) benötigt.
    Auf dem ersten Blick mag Tradfri nicht so viel billiger scheinen, Einstiegspreis 47€ für Gateway (29€) und 17€ für das Set mit Funkdimmer und warmweißer E27 (Tradfri braucht immer einen Funkschalter (Dimmer, Fernbedienung oder Bewegungsmelder) um Leuchtmittel ans Gateway anzulernen).
    Interessant wird es aber, wenn man mehr als ein Leuchtmittel betreibt:
    E27 warmweiß: hue 17€, Tradfri 10€
    E27 Weißspektrum: hue 32€, Tradfri 20€
    GU10 Warmweiß: hue nicht verfügbar, Osram 23€, Tradfri 7€(!)
    GU10 Weißspektrum: hue ca.27€, Tradfri 15€

    Richtig interessant wird es aber bei den Funkschaltern: hue 23€, Tradfri 15€ hört sich zwar nicht spektakulär an - aber beim wichtigsten Leuchtmittel (E27 weißspektrum) kostet sie bei Ikea nur 5€ Aufpeis fürs Set. Außerdem unterstützt die Tradfri Fernbedienung auch die Einstellung von Farbtemperatur bzw bei der farbigen Birne (Set 35 für Birne und Fernbedienung) der Farbe. Bei hue bräuchte man den Scene Tab für 55€.

    Seit der Firmware August 17 lassen sich die IKEA-Leuchtmittel auch an der hue Bridge betreiben (nicht aber die Fernbedienungen). Bis auf Homekit, das Philips nur bei eigenen Leuchtmitteln unterstützt, funktionieren damit auch die üblichen Smarthomesteuerungen.

    Die Nachteile von Tradfri sollen aber auch nicht verschwiegen werden:
    - eine Fernbedienung, Dimmer oder Bewegungssensor kann zwar bis zu 10 Leuchtmittel steuern, jedes Leuchtmittel kann aber nur einem Steuergerät zugeornet sein.
    - für Smarthomesteuerung z.B. mit Alexa muss ein Smartphone/Tablet mit der iHausApp aktiv sein.

    Wer sich etwas auskennt, nimmt statt des IKEA-Gateways einen RaspberryPi mit RaspBee-Zigbee-Modul von Dresden-Elektronik. Hier funktieren auch die Tradfri Fernbedienungen und Bewegungsmelder (nicht der kleine Funkdimmer, der von der Bedienung aber eh hakelig ist) - und hier sogar mehrere je Leuchtmittel (also z.B. im Schlafzimmer eine neben der Tür und eine am Bett). Der RaspberryPi lässt sich dann gleichzeitig noch für Smarthomesteuerung mit FHEM, OpenHAB o.ä. verwenden.

    Tradfri ist in Deutschland erst seit April 17 verfügbar, GU10 Warmweiß und E27 farbig stehen noch nicht mal im Katalog (aber teilweise in den Möbelhäusern). Man sollte die Marktmacht abet nicht unterschätzen. Noch ist hue bekannter - Tradfri schlägt aber bei Preis und Leistung.
  • 28.09.2017 18:32
    einmal geändert am 28.09.2017 18:37
    H.ATE antwortet auf Ole42
    Danke für den Tipp.

    sollte es die GU10 wirklich für 7 Euro geben, das wäre der Knaller!

    edit: Aber aber, ofenbar gibt es keine E14 Kerzen!

    Das ist ein nogo für dieses System!


  • 28.09.2017 19:12
    foxtrot.kilo antwortet auf H.ATE
    Benutzer H.ATE schrieb:
    > sollte es die GU10 wirklich für 7 Euro geben, das wäre der
    >
    Knaller!
    Gibt es wirklich für 7€ :-)

    > edit: Aber aber, ofenbar gibt es keine E14 Kerzen!
    Doch, gibt es auch. Habe ich bei IKEA in Schnelsen gesehen.
  • 28.09.2017 19:44
    Ole42 antwortet auf H.ATE
    Das Sytem nutzt Zigbee LightLink, funktioniert mit der aktuellen Firmware also auch mit hue, lightify und einigen china-noname zigbees.
    Man kann also die Leichtmittel dieser Anbieter mischen. Ist kein geschlossenes System... Also kein no-go, wenn es eine Bauform noch nicht von IKEA gibt.
    Ich verwende (aber mit dem Gateway von Dresden Elektronik) zur Zeit hue, lightify, tradfri, innr und zwei verschiedene no-name China Leuchtmittel ohne Probleme gemischt.

    Die GU10 Warmweiß (also nicht einstellbare Farbtemperatur) gibts wirklich, aber nur vor Ort uns noch nicht Online. Sie sind ganz neu (wie auch die Multicolor E27). Hat auch noch den Vorteil, dass auf jeden Fall die aktuelle Firmware drauf ist, also auch an der Hue-Bridge betrieben werden kann.

    Der Heise-Verlag hat im April mal die E14 für 14,99 auseinander genommen, das Zigbee-Modul ausgebaut und auf einer Experimentierplatine mit 2 Transistoren zwei LED angesteuert. Nimmt man für die Stromversorgung einen 12V->3,3V Stepdownwandler (ca.1,20€ mit Versand aus China) und zwei LogicLevel MosFETs (10 Stk. ca 4,60), sollte man ohne Probleme auch 12V WW/CW Lightstrips ins Sydtem einbinden können (gibts mit 224 LED/m und 10-12lm/LED für ca 18€/5m). Damit könnte man auch Lampen mit eingebauten LED umrüsten (ich warte da noch auf Lieferungen).
    Nimmt man das Modul aus einer Tradfri E27 color (leider schwer auszubauen, da vergossen) könnte man sogar einen Controller für RGBW-Lightstrips selber bauen.

    Benutzer H.ATE schrieb:
    > Danke für den Tipp.
    >
    > sollte es die GU10 wirklich für 7 Euro geben, das wäre der
    >
    Knaller
    >
    > edit: Aber aber, ofenbar gibt es keine E14 Kerzen!
    >
    > Das ist ein nogo für dieses System!
    >
    >
  • 28.08.2018 15:25
    Ole42 antwortet auf Ole42
    Die Kerzen sind (endlich) wieder verfügbar, zumindest beim IKEA Wallau. Der Preis ist allerdings extrem gestiegen: von ehedem 6,99€ auf 12,99€. Leider immer noch nur in warmweiß und nicht mit einstellbarer Farbtemperatur. Die Preise bei den einfarbigen GU10 sind auch gestiegen.
    Auch sind inzwischen die RGBW-E27 auch ohne Fernbedienung erhältlich (24,99€). Wofür es jetzt noch das Set gibt, verstehe ich aber nicht, denn die Fernbedienung wurde im Preis gesenkt: von ehemals 14,99€ auf 9,99€. Damit ist das Set aus RGBW-E27 und Fernbedienung einen Cent teurer als die Einzelkomponenten...

    Mein vorher angesprochenen Umbau eines (ggf. sogar teilweisen defekten) Tradfri-Leuchtmittels zum Lightstrip-Controller habe ich inzwischen dokumentiert (unter www.urban.tk zu finden). Auch wenn es inzwischen mit "Tradfri Transformer" eine fertige Variante von Ikea gibt, ist der Selbstbau immer noch von Vorteil:
    - Transformer: 24V ./. Selbstbau beliebig von 5-36V.
    - Transformer: Max 30W ./. Selbstbau je nach gewählten Netzteil bis 144W
    - Transformer: einfarbig ./. Selbstbau einfarbig/zweifarbig (einstellbare Farbtemperatur)/ RGBW möglich