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"Prämien" verteuern Produkte


20.09.2017 19:02 - Gestartet von whalesafer
Mit solchen Summen könnte der Staat die Netze auch selbst bauen und langfristig das Geld sogar durch Vermietung an die Betreiber wieder zurückbekommen.

Es gibt heute schon Netzentwickler, die Anschlüsse für den Kunden kostenlos bauen. Das geht, weil sich Netze mit genug Kunden rechnen, wenn man nicht nur bis zum nächsten Quartal oder bis zur nächsten Förderrunde denkt. Sollte der Staat wirklich fördern, wenn viele Kunden keinen Bedarf sehen und daher keinen Glasfaseranschluss buchen, obwohl er kostenlos angeboten wird? Nein. Förderungen sollten nur dorthin fließen, wo auch bei 100% Kundeninteresse kein wirtschaftlicher Ausbau möglich ist. Da ist es auch nicht mit 1500 Euro pro Anschluss getan.

In den Städten und Kleinstädten braucht es keine Förderung, sondern ein regulatorisches Umfeld, das vor allem Wettbewerb fördert. Die Telekom ruht sich auf VDSL aus, weil sie damit noch genug verdient, egal ob sie selbst die Kunden bedient oder ihre Leitungen an Reseller vermietet. Die Preise für die Kupferleitungen sind viel zu hoch: Mit angemessenen Preisen würden alle Kunden die maximal mögliche Geschwindigkeit buchen, weil man mit weniger praktisch nichts sparen würde. Das würde sowohl Anwendungen mit mehr Bandbreite ermöglichen als auch die Grenzen der alten Technik aufzeigen. Es stimmt nämlich: Für 50Mbit braucht man keine Glasfaser. Solange so viele damit zufrieden sind, weil sie keinen Nutzen in höheren Geschwindigkeiten sehen, sind 1500 Euro für einen nicht benötigten Anschluss nur Geldverschwendung.
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[1] hustensaftheinz antwortet auf whalesafer
20.09.2017 20:23
Benutzer whalesafer schrieb:
erb
fördert. Die Telekom ruht sich auf VDSL aus, weil sie damit noch genug verdient, egal ob sie selbst die Kunden bedient oder
Mir fällt auch erstmal keine Anwendung ein für die man unbedingt mehr als 50k oder gar 100k, wie mit den aktuellen VDSL-Anschlüssen möglich, benötigt. Mit bis zu 40k im Upstream ist VDSL sogar Kabel meilenweit voraus.

In einer Kleinstadt in Hessen gibt es neben Unitymedia auch einen lokalen VDSL-Anbieter. Beides Konkurrenten zur Telekom, die deutlich mehr Leistung bieten.

Im ländlicheren Bereichen halte ich jedenfalls einen zugespitzten Wettbewerb nicht zielführend. Ein einziger Anbieter sollte eher auf seine Kosten kommen als wenn sich die wenigen Kunden auf 2-3 konkurrierende Unternehmen verteilen.

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[1.1] whalesafer antwortet auf hustensaftheinz
20.09.2017 20:50
Benutzer hustensaftheinz schrieb:
Im ländlicheren Bereichen halte ich jedenfalls einen zugespitzten Wettbewerb nicht zielführend. Ein einziger Anbieter sollte eher auf seine Kosten kommen als wenn sich die wenigen Kunden auf 2-3 konkurrierende Unternehmen verteilen.

Oops, der Kommentar sollte eigentlich unter einen anderen Artikel, aber von mir aus auch hier: Da, wo sich der Ausbau wirtschaftlich nicht lohnt, kann ja von mir aus gefördert werden, und dann bezahlt man natürlich nur einen Anschluss und nicht mehrere. Aber in Städten, auch Kleinstädten, sollen die Anbieter ihr eigenes Geld investieren. Infrastrukturwettbewerb ist keine Geldverschwendung, sondern notwendig, um zu fairen Marktpreisen zu kommen. Damit die Unternehmen investieren, muss aber die Regulierung das richtige Umfeld schaffen. Bisher ist die Regulierung stark auf Kostendeckung ausgelegt. Das sollte sie aber nicht, denn so wird eine eigentlich tote Technik am Leben gehalten. In einer echten Konkurrenzsituation wäre VDSL nicht konkurrenzfähig und entsprechend auch nicht kostendeckend. VDSL lohnt sich nur, weil die Preise künstlich hoch gehalten werden, und auf der anderen Seite wird damit die Nachfrage nach wirklich schnellen Verbindungen gedämpft, weil sich keine Anwendungen für mehr Bandbreite etablieren können, solange für so lahme Leitungen solche Preise bezahlt werden müssen.