Diskussionsforum
  • 21.09.2017 13:27
    einmal geändert am 21.09.2017 13:30
    holtfreter schreibt

    Fernfühler

    Seit weit über 10 Jahren bin ich zufriedener Nutzer mechanischer Thermostate mit teilweise bis 8 m langen Fernfühlern über Kapillarrohre, denn die entscheidende Frage ist, wo die Raumtemperatur gemessen wird. Nur wenn der Fühler direkt im Thermostat sitzt, wird ein vorzeitiger, zeitgesteuerter Heizbeginn notwendig, denn die Rückwirkung des heißen Heißkörpers auf den Sensor verhindert ein volles Öffnen des Ventils und die Raumerwärmung verzögert sich unnötig.

    Wird der Fernfühler jedoch so platziert, dass weder direkte Strahlung noch direkte Konvektion den Fühler erreicht, reagiert das Ventil mit vollem Hub auf eine Änderung der Temperaturvorgabe und der Raum wird (bei ausreichend großem Heizkörper) so schnell erwärmt, dass eine Zeitsteuerung nicht erforderlich ist. Die Aufheizzeit verkürzt sich drastisch, ich habe das damals systematisch gemessen und in diesem Rahmen auch festgestellt, dass der Sensor nicht in unmittelbarer Bodennähe liegen darf, weil sonst die bodennahe Kaltluft bei jedem Türöffnen störend wirkt. Ich platzierte den Fühler in der Höhe der Sitzflächen der Stühle, denn in dieser Höhe befindet sich der menschliche Körper und in dieser Höhe ist die Raumtemperatur maßgebend.

    Ausgangspunkt für die Anschaffung dieser Fernfühler-Thermostate war die Beobachtung, dass bei windigem Wetter der kompakte Thermostat für gleiche Raumtemperatur höher eingestellt werden musste. Auch dafür war die Rückwirkung der Heizkörpertemperatur auf den Sensor verantwortlich. Alle diese negativen Effekte sind komplett verschwunden, so dass ich niemals einen elektronischen Thermostat ohne Fernfühler kaufen würde.