Diskussionsforum
  • 13.05.2017 20:33
    2x geändert, zuletzt am 13.05.2017 20:38
    H N I K A R schreibt

    Werden durch die Fusion Handy-Tarife teurer?

    Dazu gibt es ja verschiedene Ansichten. Beim weit größeren Merger von o2 und E+ dachten auch alles es würde teurer und beschworen die Preisapokalypse. Die blieb aber aus. Vor allem Drillisch hat dann dafür gesorgt, dass die Mindestpreise für umfassende Mobilfunkdienstleistungen auf eine noch dagewesenes Nievau gefallen sind. Bei diesem Zusammenschluss von zwei kleineren Marktakteuren dürfte es nach aller Erfahrung wohl so gut wie keinen Druck auf das allgemeine Preisniveau von Mobilfunkdienstleisteungen geben.

    Ob die Handy-Tarif aus dem Hause United Internet teurer werden als heute bei Drillisch weiß keiner. Ich schätze eher nicht. Ein ganz entscheidender Faktor hierbei dürfte allerdings die künftige Mehrmarkenstratgie von United Internet sein. Diese hat es letztendlich Drillisch erst ermöglicht "Marktexperimente in Echtzeit" durchzuführen. Man setzt bei einer Marke mals was in die Welt und schaut, wie es bei den Kunden ankommt. Das hat gut funktioniert. Und eben zu solchen extremen Schnäppchen für verschiedene Gruppen (wie z. B. dem LTE 500 bei Simply für 6,49 € für Wenignutzer) geführt. So wurde aus dem aktionsweisen Jubiläumsangebot ein Langzeittarif. Gibt man zu viele Marken auf, werden solche Experimente zunehmend schwieriger. Ob es also im Hause UI für Mobilfunkkunden teurer wird, hängt entscheidend von der Markenvielfalt ab.

    Als 1000%ig gesetzt dürften als künftige Vertriebsmarken aber gelten;
    1. 1&1
    2. GMX
    3. Web.de
    4. Yourfone
    5. Smartmobil

    Alles darüber hinaus ist reine Spekulation. Aber weil's schön ist, mach' ich das jetzt einfach mal. Denn ziemlich wahrscheinlich ist, dass der gesamte Drillisch-Markenflohzirkus etwas aufgeräumt wird.

    Als erstes Fallen mir da diese drölfzig Marken mit "SIM"-Namensbestandteil ein, die mit der Ausnahme von "DeutschlandSIM" keinen besonders wertvollen Marken- und Bekanntheitswert bei den Kunden haben. Also Marken wie "fastSIM", "Premiumsim", "McSIM", "TatütataSIM", "LMAA-SIM" etc. - ihr wisst schon was ich meine... Da würde es wirklich reichen, wenn daraus nur DeutschlandSIM bleibt. WinSIM ist ja z. B. durch die Erhöhungsaktion wenn nicht "verbrannt", dann aber echt ziemlich hart angekokelt.

    Dann wären da noch die "disco"-Marken (-tel, -plus, - surf) die im Grunde schon längst hätten konsolidiert werden müssen. Vermutlich am besten unter "Discotel".

    Ich halte es darüber hinaus für sehr wahrscheinlich, dass "Drillisch" selbst als Vertriebsmarke eine Bedeutung bekommen wird. Andereseits ist es sehr wahrscheinlich, dass im Gegenzug die überflüssigen Rahmenmarken "Eteleon" und "GTCom" von der Bildfläche verwinden. Alte Gruftmarken wie "Alphatel" oder "Victorvox" wird man wohl auch nicht wiederbeleben. "Telco", was noch nicht ganz in der Gruft liegt, könnte vielleicht ein kleines Revival feiern (oder warum gibt es die Homepage seit Jahren noch immer?)

    Im Bestand halten dürfte/sollte Drillisch neben den 5 sicheren und den 3 bzw 4 der oben genannten Marken (Drillisch, Discotel, Deutschlandsim u. ggf. Telco) aus meiner Sicht noch;
    Simply, hellomobil, PHONEX, Maxxim und M2M. Das wären dann noch immer 13 - 14 Eigenmarken insgesamt. Obendrauf kämen dann natürlich noch die ganzen Kooperationsmarken mit Dritten wie "Bildconnect", "Tele Columbus" etc. mit dazu. Damit ließe sich dann immernoch genug "experimentelles Tarif-Schindluder". Statt krampfhaft mit viel Geld Premiummarken etablieren zu müssen (das ist bei Yourfone und Smartmobil höchstens mäßig geglückt) bekommt Drillisch künftig drei steinalte, echte Premiummarken mit enormer Bekanntheit und Reichweite geschenkt. Es wäre dumm, sich dann noch groß mit dem bisherigen "SIM"-Pseudomarken aufzuhalten. Man wird Premium bei 1&1, GMX und Web.de vertreiben, während man arbeitsteilig mit dem Rest weiter im Discountsegment mit- und aufmischt.

    Natürlich kann auch alles ganz anders kommen. Naheligend wäre jedoch wirklich so ein Mittelweg bei dann auf bisherigem, recht stabilerem Preisniveau.