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Euro Umstellung Allgemein (und Ideen dazu)


18.12.2001 02:23 - Gestartet von cafunke
Zur ganzen Euroumstellung - ob Bierpreis oder Handytarife - gibt es einige wichtige Einsichten, die von den jeweiligen Parteien falsch gesehen werden:

Besonders "reiche" scheinen ja eher für den Euro zu sein. "Sozial schwächere" sind tendenziell eher gegen den Euro. Dabei sollte es andersrum richtig sein. Erklärung folgt:

Wenn man "wenig" gespart hat, so trifft einen die Inflation kaum. Dies liegt daran, dass bei steigender Inflation auch die Löhne in den folgenden Lohnrunden angepasst werden. Somit bleibt die Kaufkraft des frisch verdienten Geldes meist recht konstant.

Beispiel: Ich verdiene am Tag 5 DM. Ein Bier kostet 5 DM. Somit kann ich mir jeden Tag ein Bier kaufen. Steigt der Bierpreis auf 10 DM, kann ich mir nur noch jeden zweiten Tag ein Bier leisten. Dann geht Unmut um, der sich später in höheren Löhnen niederschlägt. Verdiene ich also -nach Gewisser Verzögerung, aber immerhin- später 10DM/Tag, kann ich mir wieder jeden Tag ein Bier leisten. Für mich ist die Welt dann wieder in Ordnung.


Habe ich aber schon 1000DM gespart, so kann ich mir davon (zum alten Preis von DM 5) 200 Biere leisten. Dabei ist es egal ob ich arbeite oder nicht. Kommt nun die Inflation und schiebt den Preis auf DM 10, so kann ich mir -ohne Hoffnung hierfür je einen Ausgleich zu erhalten- nur noch 100 Biere leisten. Mein gespartes hat an Wert verloren.

Wenn nun jeder Geschäftsinhaber meint er sei sehr gewitzt und müsse seine Preise -verdeckt oder nicht- mit der Einführung des Euros anheben, so ist dies eine "Aufrundungsinflation". Nur wird er sich selbst dadurch keinen Gefallen tun, da alle seine Kollegen dies auch tun werden. Somit dürfte das Geld, welches er ab dann einnimmt in anderen Geschäften zwar die gleiche Kaufkraft haben wie vorher. (Zwar muss auch er bei seinen Kollegen mehr bezahlen, er nimmt aber auch mehr ein) Aber alles Geld was er bisher zur Seite gelegt hatte ist plötzlich weniger Wert.

Dem Personenkreis mit wenig gespartem dürfte das egal sein, da sie -wie gesagt mit Zeitdifferenz, aber naja- über Lohnsteigerungen einen Ausgleich erhalten werden.

Besonders freuen dürfte das aber Leute mit Schulden. Diese werden nämlich auch "weniger Wert", und somit durch den steigenden Lohn einfacher zurückzuzahlen sein. (Natürlich nur wenn der Zins nicht flexibel ist)

Und nun zu den Telefontarifen: Wenn die Telefonfirmen an den Preiserhöhungen durch aufrunden mitmischen (Viag) so gilt dazu natürlich alles oben gesagte. Nur haben Telefonfirmen Schulden, somit ist ihr "Aufrundungsverhalten" logisch. Bei anderen Firmen kann ich's teilweise nicht nachvollziehen.


Soweit, nur Gedanken zwischen Tür und Angel,

Gruss, Christian
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[1] marc. antwortet auf cafunke
18.12.2001 03:03
Hi,

dazu folgende (konträre) Überlegung:

Der Quote der Leute, die sparen, bzw. die Quote der Leute, die all ihr Geld sofort ausgeben ist GLEICH, bei 'Armen' und 'Reichen'.

(Sache, der persönlichen Einstellung)

Arme legen ihr Geld auf Sparbüchern an.

Reiche legen ihr Geld in Aktien, Immobilien etc. an.

Dadurch trifft die Inflation hauptsächlich die Armen.

C U

Marc

BTW Man sollte auch nicht den Einfluss der importierten Inflation, durch den schwachen Außenwert des Euro, unterschätzen. Dies trifft jedoch für den Bereich der Telekommunikation nur bedingt zu.