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Mehr Misstrauen gegen staatliche Maßnahmen bitte!


04.06.2017 19:31 - Gestartet von wolfbln
2x geändert, zuletzt am 04.06.2017 19:44
"Hingegen trägt die Elektronik-Verbannung dazu bei, dass die gegängelten Passagiere künftig die USA meiden. Ob das das eigentliche Ziel ist?"

Glaube ich nicht. Einige saudi-arabische und auch viele europäische Besucher lassen in den USA die Kassen klingeln. Der sehr wirtschaftsfreundliche Präsident wird dies nicht als Maßnahme nehmen, der einheimische Luftverkehrsbranche oder dem internatl. Tourismus in den USA zu schaden. Auch sind Geschäftsleute besonders betroffen vom Ban. Ich denke aber, dass sind die Gründe, weshalb wir das Verbot (noch) nicht haben. Es schlägt eher auf die USA zurück und das ist leichter zu sehen als bei anderen Maßnahmen dieser Regierung (z.B. Klimaschutz).

Es sind da vielmehr einige Strategien zu sehen:
1.) man will immer einen gewissen Hype an Hysterie um die "Terrorbedrohnung" machen. So sind diese Maßnahmen und andere, die Grundrechte beschneiden leichter zu rechtfertigen.
2.) Es sind in den letzten Jahren mehr Fluggäste wegen einem suizidalen Piloten als suizidalen "Terroristen" umgekommen. Sicher, das kann sich verändern. Aber keiner würde Psycho-Tests für jedes Bordpersonal vor jedem Flug fordern.
3.) Die "Alternativen" der Aufgabe im eingecheckten Gepäck beinhaltet erhebliche Gefahren, wie die Batterien im Dreamliner zeigten.

Soweit ich die spezielle "Bedrohungslage" verstehe, handelt es sich um in elektronischen Geräten versteckte Sprengstoffe. Ich habe mir mal so ein Scannerbild meiner Geräte genauer angesehen und mit Sicherheitspersonal darüber gesprochen. Die und ich sind der Meinung, verbergen könnte man sie in einem Laptop praktisch nur im Akku. Alle anderen Stellen hätten nicht das nötige Volumen dafür oder sind im Scanner irgendwie sichtbar.

Wer die Größe eines Akkus etwa in einem eBook-Reader kennt, fragt sich, warum dann Handys erlaubt sind. Bei dem Verbot wurden auch nie "PowerBanks" erwähnt, die aber wegen ihrer Größe dann sicher ein Problem darstellen würden.

Wenn es sich aber wirklich nur um den Akku handelt, dann sollte in Laptops doch eine Lösung dafür zu finden sein. Die kann man rausnehmen und einzeln scannen oder anders behandeln. Gibt es wirklich keinen Weg festzustellen, ob in einen "Lithium-Ionen-Akku" auch einer drin ist? Alle diese Akkus haben bestimmte Eigenheiten, wie Kupfer, Aluminium, Cobalt, Kohlenstoff/Graphit usw. Und das will man nicht irgendwie identifizieren können wenn stattdessen Spengstoff drin ist???

Man macht auf völlig unsinnigen Aktionismus, nur weil man der Bevölkerung etwas an Gefahr und Sicherheitsantwort vorgaukeln möchte. Es ist ja noch nicht mal klar, ob diese Gefahr real besteht, geschweige denn, dass irgendein Vorfall darauf zurückzuführen ist.

Das hilft dann so viel wie gestern Abend an der London Bridge die ganze Stadt mit Kameras vollzuhängen oder hierzulande ab dem nächsten Monat jedesmal den Ausweis beim Kauf einer SIM-Karte zu zeigen.

Erklärt den Menschen, wo die Gefahren konkret liegen und was man dagegen zu tun gedenkt. So lange das aber nicht klar auf dem Tisch liegt, muss man da sehr misstrauisch sein. Damit könnte man zwar den Gegnern in die Hände spielen, aber ein sensibilisierte Öffentlichkeit ist langfristig viel effektiver beim "Kampf gegen den Terror" als eine völlig hysterisierte.