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In Deutschland müsste EU-Roaming drin sein


06.03.2017 12:04 - Gestartet von wolfbln
4x geändert, zuletzt am 06.03.2017 12:26
Mal ehrlich. Die letzte Bremse waren die Großhandelspreise, also den max. Betrag, den Betreiber sich für Daten gegenseitig berechnen können.
Die gehen jetzt von gut 7€ auf 2€ pro GB in den nächsten Jahren runter. Mit den hohen deutschen Inlandstarifen ist das also gut aufzufangen, denn EU-Roaming wird ja nicht "kostenlos", sondern zu Inlandspreisen. Es gibt wenige Anbieter, die heute deutlich darunter liegen. Und "Partnernetze" berechnen sich auch viel weniger untereinander. Die 3 deutschen Netzbetreiber haben es jetzt schon in ihren Prepaidangeboten inkludiert. Also die schaffen das ohne FUP oder Tricks.

Roaming ist auch nicht so einfach abzuschalten, wie Markus Weidner schreibt, wenn es vorher als Tarifbestandteil beworben wurde. Gerade bei Drillisch gibt es ja viele Marken, die #GB für EU-Roaming im Tarif draufschlagen. Diese Tarife können EU-Roaming nicht kappen und müssen den EU-regulierten Tarif - als Option - ab Juni anbieten. Sie können immer noch die bisherige Regelung schmackhaft machen, denn der EU-Tarif geht ja vom Inlandskontingent ab, die bisherige Regelung hat zumeist die EU-Daten zusätzlich. Das ist auch weiterhin als Wahloption erlaubt und für manchen User dann vielleicht sogar besser.

Aber die Betreiber in manchen anderen Ländern kommen jetzt erheblich ins Schwitzen:
- T-Mobile in Österreich hat jetzt zum 1.3. Tarife vorgestellt "Wie ich will", bei denen Auslandsroaming für Daten generell ausgeschaltet ist, für Sprache und SMS aber noch geht.
- Three in Irland wollte nur 1GB von seinem 60GB "All you can eat" Inlandspaket für Roaming freigeben, indem sie nur ein paar GB zum "core plan" und den Rest zu "benefits" erklärt haben. Die EU hat aber gleich klargestellt, dass das nicht geht. Ähnliches macht ja hier O2 mit den "Datensnacks".

Wir werden also dort viele Tricksereien sehen, vielleicht auch bei deutschen Discountern. Von den technischen mal ganz zu schweigen: eingeschränkte Netzwahl, kein LTE-Roaming, lange Latenz, Depriorisierung usw. können plötzlich "auftreten",

Ich denke aber bei vielen deutschen Betreibern sind wir relativ sicher wegen den hohen Preisen, die das Roaming auffangen können. Was sollen dann erst die Österreicher machen (mit 1GB für 1€) oder die Polen (mit 1GB für 1Zloty)???

Ich hoffe Teltarif bleibt da weiter dran. Es bleibt spannend, wie weit die Abschaffung der Roamingaufschlänge in der EU wirklich eine völlige Abschaffung sein wird. Die Regeln sind jetzt klar, die Umsetzung aber noch lange nicht.
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[1] Whoami antwortet auf wolfbln
06.03.2017 13:13
Eine sehr gute Zusammenfassung. Daumen hoch.

Ich denke auch, dass die 3 Netzbetreiber sich schon entsprechend auf das Datum des Inkrafttretens der EU-Regelung vorbereitet haben. So naiv ist da keiner es nicht zu tun. Die größten Probleme werden die Drittanbieter haben.
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[2] grafkrolock antwortet auf wolfbln
06.03.2017 13:47

einmal geändert am 06.03.2017 13:48
Vergiss nicht, dass Verträge auch seitens des Betreibers ohne Angabe von Gründen kündbar sind, also nach Ablauf irgendwelcher Mindestlaufzeiten oder Fristen.
Fall die also ihre Felle davonschwimmen sehen, gerade auch in anderen Ländern, können die ihre Kunden kurzerhand vor die Tür setzen. Und seien es nur die besonders Kostenintensiven.
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[2.1] Whoami antwortet auf grafkrolock
06.03.2017 14:25
Ist dei den monatlich kündbaren Verträgen dann ja deutlich einfacher, als bei Verträgen mit 24 Monaten. Beidseitig natürlich.