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Markus, wo stehst Du?


23.02.2017 08:47 - Gestartet von wolfbln
2x geändert, zuletzt am 23.02.2017 09:30
Lieber Markus, ich schätze dich sehr als Teltarif-Redakteur, aber hier hast du dich so ins Abseits argumentiert, dass man schon Fragen stellen muss.

Deine Kernthese lautet ja kurz gefasst: billigere Datenraten oder gar Flatrates sind nicht drin, da sonst die Netze überlastet werden.

Das ist zwar kurzfristig gesehen punktuell möglich, aber wenn die Situation auf diesen Sachverhalt reduziert wird das zur völlig plumben Industriepropaganda. Zufällig argumentieren Telekom und Co. auch so.

Wäre dieser Artikel als Kommentar oder Editorial gekennzeichnet worden, wie Kai Petzke das oft macht, Schwamm drüber. Ist halt deine Meinung, aber es als seriöse 'Meldung' rauszuhauen, entbehrt jeder Grundlage und sucht ein Problem an der falschen Stelle, wobei auch nichts Neues dabei ist.

Lass es mich mal so erklären: Diese Argumentation ist ähnlich, wie wenn jemand bei der gegenwärtigen Asyl- und Einwanderungsdiskussion in Deutschland mit dem Argument kommt: "Wir können keine Ausländer mehr reinlassen, denn es sind keine Wohnungen mehr frei".

Das ist auch in Großstädten vielleicht richtig, aber es lenkt die Diskussion weg vom Thema:
Wie soll es weitergehen mit Einwanderung oder hier mit Netzpolitik und Mobilen Internet im Land? Da gibts durchaus unterschiedliche Standpunkte, die man diskutieren kann.
Wieso sind eigentlich keine Wohnungen gebaut worden bzw. warum halten die Netze den Datenbedarf denn nicht stand? Was dagegen zu tun ist, liegt jeweils auf der Hand. Nur liegt das an der Grundfrage: wollen wir das? Und was wäre die Alternativen?

Teltarif lehnt es weiter ab, Berichte über die reale Situation in Deutschland zu machen:
- Wir haben mit die höchsten Preise für mobiles Internet in allen OECD-Ländern 2017. Aktuelle Studie kann ich dir gerne zeigen.
- Wir haben mit die niedrigsten realen Daten-Geschindigkeiten real nach dem Open Signal Report von 2016.

Das passt nicht. Hohe Preise bei langsamen Netzen. Warum kriegt es den Südkorea, Polen oder Baltikum und Skandinavien mit Flatrates gebacken und wir denn nicht?

Anstatt mal nach den Gründen zu forschen, plapperst du die Scheinargumente der Telkos nach und lenkst damit unbewusst oder gezielt die Diskussionsebene auf ein rein technischen 'Engpass'. Das hätte ich von dir so unkritisch nicht erwartet und ist eines Konsumentenportals nicht würdig.
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[1] marcello81 antwortet auf wolfbln
23.02.2017 09:56
@Wolfbln


100% Zustimmung!!!!

6 Jahre nach dem LTE Start und fast 14 nach UMTS Start gibt es immer noch riesige Lücken in der Netzabdeckung. Das kann bei den Apothekenpreisen die verlangt werden einfach nicht sein.
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[1.1] Rotbaertchen antwortet auf marcello81
23.02.2017 13:04
Ich frage mich, ob ein einziger der Kommentatoren hier den Artikel a) gelesen und b) verstanden hat.

Markus zeigt auf, wie es ist. Die Netze verkraften keine ungedrosselten Flats. Das ist in Deutschland derzeit so. Und ja, Deutschland ist teuer. Das ist hinlänglich bekannt, wird aber auch immer wieder aufgebauscht. Dass das gut ist, lese ich nirgendwo im Text.

Dass es in anderen Ländern anders ist, dass es schön wäre, wenn es anders wäre, dass investiert werden muss - das kann ja gerne alles folgen. Es geht um das Hier und Jetzt!
Daher erst beobachten und analysieren, dann erst handeln.

And don't kill the messenger.
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[1.1.1] wolfbln antwortet auf Rotbaertchen
23.02.2017 14:05

3x geändert, zuletzt am 23.02.2017 14:32
Benutzer Rotbaertchen schrieb:
Ich frage mich, ob ein einziger der Kommentatoren hier den Artikel a) gelesen und b) verstanden hat. Es geht um das Hier und Jetzt! Daher erst beobachten und analysieren, dann erst handeln.

And don't kill the messenger.

Gut. Ich kille den Messenger nicht, aber was ist denn seine Message?

Billigere Preise oder größere Datenvolumen sind zur Zeit nicht drin. Er macht es an der Flatrate fest, aber es gilt ja allgemein. Die Botschaft ist wohl unbestritten, dass es auch Engpässe gibt. Dass er auch technische Argumente hat, ist auch nachvollziehbar.

Die Vergleiche seien "aufgebauscht,". Was ist denn aufgebauscht an der statistischen Analyse, dass mobiles Breitband in Polen nur noch 1/15 der deutschen Preise kostet bei vergleichbarer Leistung? Oder Österreich etwa 1/10 bei höheren Datengeschwindigkeiten?
(In beiden Ländern haben die Betreiber mehr pro Kunde für die LTE-Lizenzen gezahlt als die Betreiber für LTE in Deutschland- weil das Argument immer kommt.) Das fällt alles noch unter Zustandsbeschreibung.

Also wir haben da offenbar 'Disparitäten' von Ländern die Flatrates hinkriegen und anderen, die das nicht können was Preis, Geschwindigkeit etc. betrifft. Wieso auch immer.

Das ist jetzt dein und Markus' Schluss der 'Analyse'. Sag mal, merkst du nicht, dass das als Zustandsbeschreibung gerade noch herhalten kann, aber bei einer 'Analyse' erwarte ich eine Antwort auf die Frage: warum ist das denn so?

Indem man die Diskussion nur auf technische Unzulänglichkeiten begrenzt, lenkt man sie in eine Ecke, die zwar nicht falsch ist, aber zu kurz greift.

Drum habe ich ja mal das Einwanderungs-Thema genommen. Wenn ich jetzt nur sage, wir müssen Zäune bauen, weil bei uns der Wohnraum nicht ausreicht, lenkt man die Diskussion in eine Ecke der 'Sachzwänge'. Dabei müssen wir uns generell entscheiden, mit wem wir wie zusammenleben wollen.

Ähnlich ist es mit dem Internet. Ich war letzte Woche in Singapur und Bangkok. Dort haben die jeweils 3 Netzbetreiber innerhalb eines Jahres das U-Bahn-Netz mit LTE-A abgedeckt. In Berlin gibts 14 Jahre nach Einführung von UMTS von den 2 größten Anbietern immer noch nicht mal 3G.

Sicher wir können auch wieder Feldwege bauen und uns wundern, warum uns andere auf ihren Autobahnen überholen..... Dann ist es aber für eine Analyse wohl zu spät.

Also wo ist nun die Analyse von dir oder Teltarif? Den Zustand kennen wir schon länger. Da sind wir uns vielleicht sogar einig. Was folgt jetzt daraus?