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stimmt nicht ganz / Notfallkommunikation


21.02.2017 14:02 - Gestartet von rolf_berg
Eigentlich ist ein Gleichwellennetz sogar stabiler und weniger störanfällig als eine analoge UKW-Kette. Wenn ein Sender ausfällt, wird man noch halbwegs von Nachbarsendern weiterversorgt. Man muss nicht einmal umschalten.

Bei UKW war es übrigens üblich, Nebensender über den Hauptsender mit dem Signal zu versorgen. Per Richtfunk oder per Ballempfänger, der die Modulation unverändert an einen Tochtersender (auf anderer Frequenz) weitergegeben hat. Wenn der Hauptsender ausfiel, war mal gleich ein ganzes Bundesland flächendeckend von der Störung betroffen.

Den nun wirklich sehr seltenen Fehler, dass ein Glöeichwellensender die anderen aus dem Tritt bringt, taugt eher nicht zum Beweis, dass DAB+ im Vergleich zu analogem UKW störanfälliger wäre oder die Störungen einen größeren Umfang haben. Stimmen tut aber, dass meist mehrere Programme gleichzeitig betroffen sind.

Und zum Thema Krisenkommunikation:
Da inzwischen nahezu alle deutschen Langwellen-, Mittelwellen- und Kurzwellensender abgeschaltet wurden, hat man sich eh der großflächigen Krisenkommunikation beraubt. Einen Mittelwellensender hätte man ruhig als Reserve lassen sollen. Eine ganze UKW- oder DAB+-Kette deutschlandweit in Funktion zu halten, ist bei echten Katastrophen kaum möglich. Und das Internet ist dann ohnehin ausgefallen. Die Sirenen auf den meisten Dächern sind abgebaut. Ich frage mich also, wieso man ein batteriebetriebenes Radio für den Notfall bereithalten soll, wenn dann eh keiner sendet...
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[1] r o s s i n antwortet auf rolf_berg
21.02.2017 14:41

einmal geändert am 21.02.2017 15:20
Benutzer rolf_berg schrieb:
Eigentlich ist ein Gleichwellennetz sogar stabiler und weniger störanfällig als eine analoge UKW-Kette. Wenn ein Sender ausfällt, wird man noch halbwegs von Nachbarsendern weiterversorgt. Man muss nicht einmal umschalten.
Das klappt aber nicht wenn der nächste DAB Senderstandort für den Deutschland-Mux 40km entfernt ist wie in meiner Gegend.
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[2] Pagerfan antwortet auf rolf_berg
21.02.2017 20:44
Benutzer rolf_berg schrieb:
Eigentlich ist ein Gleichwellennetz sogar stabiler und weniger störanfällig als eine analoge UKW-Kette. Wenn ein Sender ausfällt, wird man noch halbwegs von Nachbarsendern weiterversorgt. Man muss nicht einmal umschalten.

Jein:
Kommt es zu einer Störung, gibt es folgende Arten von Störungen:

Möglichkeit A:

Wenn nur die Synchronität gestört ist, also ein Sender aus der Reihe tanzt, dann kommt es in Bereichen, wo man den gestörten Sender und mindestens einen Anderen empfängt zu Störungen.
Kann man die Synchronität nicht umgehend wieder herstellen, gibt es theoretisch bis zu vier Varianten darauf temporär zu reagieren:

1. Ich schalte den gestörten Sender ab, dann könnten Nachbarsender teilweise die Versorgung übernehmen. Evtl. kann man vorübergehend die Leistung der Nachbarsender erhöhen, falls Technik und BNetzA das mitmachen. Man muss aber dann evtl. mit Störungen an anderer Stelle durch Overspill rechnen.

2. Ist der gestörte Sender sehr wichtig (viele Hörer), könnte ich auch alle seine Nachbarsender abschalten, um so die Überlappung zu minimieren.

3. Man könnte die Leistung des gestörten Senders herunterfahren. So kann man den Störgürtel verschieben. Ob das was bringt kann aber nur im Einzelfall entschieden werden.

4. Diese Variante ist sehr theoretisch: Ich packe den gestörten Sender vorübergehend auf eine andere Frequenz

Möglichkeit B:

Ist der Sender grundsätzlich gestört (Er sendet einen leeren Träger, verzerrte Signale o. ä., dann gibt es nur eine sinnvolle Lösung: Dieser Sender muss abgeschaltet werden, damit Nachbarsender eine Chance zur Versorgung haben und es zu keinen Störungen in den Überlappungsbereichn kommt.