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Was heißt das jetzt für die FUP?


01.02.2017 10:27 - Gestartet von wolfbln
3x geändert, zuletzt am 01.02.2017 10:37
Es ist ja noch nicht ganz klar, wie "weitgehend" die die weitgehende Abschaffung ist. Also die neuen Entgeltobergrenzen liegen dann bei 3,2ct/min, 1ct/SMS und 7,70€ pro GB. Ich nehme an dass das Nettopreise vor Steuern sind, weil die EU immer so rechnet. Das wären also etwa 8,85 € pro GB mit 19% Steuern, die sich die Betreiber max. in Rechnung stellen dürfen.

Die EU hat sich schon auf die Abschaffung der Aufschläge für Sprachtelefonie und SMS geeinigt. Nur bei Daten gab es ja Probleme (Stichwort: osteurop. Billig-SIM) und Einschränkungen.

Es gab bereits vorher die Übereinkunft, dass das Doppelte, was den dann gültigen Großhandelspreis entspricht, als Daten uneingeschränkt im Roaming herausgegeben werden sollte. Wenn die sich also dran halten, wären dann nur Datenpakete (Minuten- oder SMS-Anteile zählen nicht), bei denen das GB rechnerisch unter 4,40 € kostet, von möglichen Einschränkungen betroffen.

Das ist in Deutschland nur in wenigen relativ großen Postpaid-Paketen der Fall. zumal eine Allnet-Flat im Kostenpaket mitzählt und nicht rausgerechnet wird. In Österreich, Polen und anderen Billig-Ländern wird das aber auch vielfach schon im Prepaid erreicht.

Ich würde mal sagen, auf die meisten deutschen Tarife werden wir "Roam like home" bekommen mit dieser Kostengrundlage, woanders sieht es anders aus.
Wir dürfen auf diese FUPs dort gespannt sein....
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[1] Peterdoo antwortet auf wolfbln
01.02.2017 10:58
Benutzer wolfbln schrieb:
Wenndie sich also dran halten, wären dann nur Datenpakete (Minuten- oder SMS-Anteile zählen nicht), bei denen das GB rechnerisch unter 4,40 € kostet, von möglichen Einschränkungen betroffen.

Ich würde mal sagen, auf die meisten deutschen Tarife werden wir "Roam like home" bekommen mit dieser Kostengrundlage, woanders sieht es anders aus.
Wir dürfen auf diese FUPs dort gespannt sein....
Wie wir am Beispiel T-Mobile NL in der Nachricht von gestern sehen konnten, können die Anbietergruppen, die in vielen Ländern aktiv sind (Vodafone, Telefónica, T-Mobile, Orange,...), auch viel bessere Angebote machen. Die haben sicherlich schon jetzt viel bessere Verrechnungspreise ausgehandelt, als die jetzt von der EU beschlossenen Höchstpreise.

Ich glaube, dass auch in den Niedrigpreisländern die Mengen zumindest bei den Anbietern aus den großen Gruppen nicht so stark begrenzt werden müssen, solange die Anbieter die Möglichkeit nutzen, wie bei T-Mobile das freie Roaming auf die Tage/Mengen zu begrenzen, die man vorher mit der SIM zuhause verbrauchte. Für die "normalen" Benutzer, die wenig reisen, wäre das fast keine Einschränkung, denn man könnte im Urlaub das verbrauchen, was man in der Summe in den letzten 4 Monaten zuhause verbrauchte. Bei einer SIM, die nur fürs Roaming gekauft wird, wäre aber kein zuschlagsfreies Roaming möglich, da man für jeden Tag Roaming einen Tag Nutzung im Heimatland der SIM nachweisen müsste.

Vermutlich kommt bei den teureren Tarifen keine zusätzliche FUP und bei den günstigen Tarifen die Anwendung der 4 Monats-Regel. Natürlich können einige Anbieter auch die Menge begrenzen.
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[1.1] wolfbln antwortet auf Peterdoo
01.02.2017 11:24

einmal geändert am 01.02.2017 11:26
Benutzer Peterdoo schrieb:

Vermutlich kommt bei den teureren Tarifen keine zusätzliche FUP und bei den günstigen Tarifen die Anwendung der 4 Monats-Regel. Natürlich können einige Anbieter auch die Menge begrenzen.

Das kann so sein. Allerdings haben Telekom und Co. schon gesagt, diese Monatsregeln machen sehr hohen organisatorischen Aufwand, der sich nicht lohne. Darum könnte ich mir schon vorstellen, dass z.B. die Betreiber in Österreich oder T-Mobile in den NL (mit "unbegerenzten" Raten - s. Artikel von gestern) einen Antrag bei ihrem Regulierer stellen und sich den EU-Roaminganteil begrenzen lassen.

Ich finde das auch klarer, als 4 Monate minus Grenzgänger plus Einbuchen ins Heimatnetz usw. Das gibt doch nur Ärger mit den Kunden. Und 4 Monate "unbegrenzt" surfen nach niederländischen oder österreichischen Tarifen kostet ja auch den Providern etwas.

Also man darf gespannt sein. Das werden wir aber erst im Juni erfahren, wenn die betroffenen Anbieter Farbe bekennen müssen. In Deutschland wird das aber nur wenige betreffen. Ich glaube, wir können feiern :-)
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[1.1.1] Peterdoo antwortet auf wolfbln
01.02.2017 11:50
Benutzer wolfbln schrieb:
Ich finde das auch klarer, als 4 Monate minus Grenzgänger plus Einbuchen ins Heimatnetz usw. Das gibt doch nur Ärger mit den Kunden. Und 4 Monate "unbegrenzt" surfen nach niederländischen oder österreichischen Tarifen kostet ja auch den Providern etwas.
Von den 4 Monaten darf man nur die Hälfte im Roaming sein, also 60 Tage. Für jeden Tag im Roaming muss man vorher einen Tag im SIM-Land gewesen sein.

Es wird interessant sein, zu sehen, wie die Anbeiter die Regeln aufstellen werden.
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[1.1.2] grafkrolock antwortet auf wolfbln
01.02.2017 14:15

einmal geändert am 01.02.2017 14:16
Benutzer wolfbln schrieb:
Darum könnte ich mir schon vorstellen, dass z.B. die Betreiber in Österreich oder T-Mobile in den NL (mit "unbegerenzten" Raten - s. Artikel von gestern) einen Antrag bei ihrem Regulierer stellen und sich den EU-Roaminganteil begrenzen lassen.
Oder: Sie kündigen einfach den Vertrag mit dem Kunden, sobald der sich fast nur noch im Ausland aufhält. Die für Ausländer potentiell interessanten österreichischen Prepaid-Karten haben ja, genauso wie die in Deutschland, nur einen Monat Kündigungsfrist. Davon kann natürlich auch der Anbieter Gebraucht machen, selbst wenn noch Guthaben auf der Karte ist.
Andere Variante: Auslandsroaming erst nach einem oder drei Monaten Nutzung freischalten. Damit ist das Problem auch erschlagen.
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[1.1.2.1] Bronstein antwortet auf grafkrolock
02.02.2017 11:32
Benutzer grafkrolock schrieb:
Auslandsroaming erst nach einem oder drei Monaten Nutzung freischalten. Damit ist das Problem auch erschlagen.
Geht das? Das Ausland sollte ja immer, d.h. von Anfang an, günstig erreichbar sein.
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[1.1.2.1.1] grafkrolock antwortet auf Bronstein
02.02.2017 11:49
Benutzer Bronstein schrieb:
Geht das? Das Ausland sollte ja immer, d.h. von Anfang an, günstig erreichbar sein.
Wir reden ja vom Roaming, also dem Telefonieren IM Ausland. Und das ist schon heute oftmals nicht von Anfang an freigeschaltet, zumindest bei vertragsgebundenen Karten. Üblich ist es durchaus, das erst nach vier oder sechs Wochen zu aktivieren.

Und es ist ja noch weitergehend: Der Anbieter ist gar nicht verpflichtet, es überhaupt anzubieten, oder auch nur Roamingverträge mit ausländischen Anbietern abzuschließen. Das Szenario ist durchaus denkbar, dass nur Inlandstelefonie (günstig) angeboten wird, und man für's Ausland eine separate Karte erwerben muss.
Mich wundert, dass noch kein Provider solches in den Ring geworfen hat. Vermutlich nur deshalb nicht, weil man die künftigen Nicht-Roaming-Gebühren bislang als Nullsummenspiel betrachtet.