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Seriöse Testmagazine testen nicht immer seriös


21.01.2017 18:43 - Gestartet von DL7FOS
Ist ja schön, wenn sich jemand Gedanken über den grundsätzlichen Inhalt von Testberichten und deren Qualität macht. Nur hat dieser Jurist offenbar auch vollkommen vernachlässigt, dass selbst Stiftung Warentest und das nicht nur einmal wegen unlauterer Testverfahren abgemahnt wurde. Denn auch diese Einrichtungen müssen und können nur mit Geld funktionieren, das sie verdienen. Entweder durch den Verkauf von Artikeln oder die Einnahmen durch Werbung. Und hier liegt bei Fachmagazinen oft das Problem.

Man könnte als Beispiel jetzt die HiFi-Industrie, aber auch den TK-Markt anführen. Hier wunderte ich mich nicht nur einmal darüber, warum ein Unternehmer Testsieger ist, sei es mit Produkten oder der Netzqualität. Besonders bei HiFi-Magazinen fällt mir dies über Jahrzehnte auf und deckt sich auch mit den Aussagen aus der Branche, die man im Internet findet. Es ist nämlich ein Problem, wenn ein Magazin ein Produkt testen soll, für das der Hersteller eine große Werbeseite schaltet. Ist das Produkt gut, ist das kein Problem. Aber falls nicht, muss man sich gut überlegen was man tut: Entweder man stellt die Nachteile klar heraus und riskiert, dass dieser 'Hersteller künftig keine Werbefläche mehr bucht. Oder man nimmt sich kleine und unbedeutende Produkte, die man in einem Feldversuch als klare Verlierer positionieren kann, so dass das beworbene Produkt noch gut weg kommt.

Natürlich besteht das Problem mit diesen Fake-Seiten, die man allerorts unter den interessantesten Domain-Namen findet, die einem suggerieren wollen, sich nur mit dieser Produktgattung zu befassen. Aber das heißt im Umkehrschluss leider nicht, dass seriöse Tests auch wirklich seriös sind. So habe ich bei Stiftung Warentest keinen einzigen Testbericht aus dem Genre meines Wissensgebietes gefunden, der wirklich objektiv und nachvollziehbar ist, allerdings auch in anderen Bereichen. Die Vorwerk-Klage dürfte wohl das bekannteste Beispiel sein, als der Kobold aufgrund der mangelnden Saugleistung ein Mangelhaft erwarb, wobei man die damals noch patentierte Motorbürste nicht mit in die Bewertung einbezogen hat. Vorwerk klagte und erwirkte einen Nachtest mit dem Urteil gut. Auch eine Matratze wurde als sehr gut und langlebig getestet, der Test war aus 2011. Schaut man sich bei Amazon die extrem vielen negativen Bewertungen an erfährt man, dass der Schaumstoffkern nach einem dreiviertel Jahr sichtlich durchgelegen ist und das bei nicht mal schweren Personen. Dabei heißt es im Test, man habe Langzeitproben mit einer schweren Walze gemacht, die hin und her rollt.

Ein weiteres Beispiel dazu ist ein Weltempfänger-Test aus dem Jahre 1992 oder 1993. Hier schnitt der Panasonic RF-B45 schlecht ab, im Test wurden die Genauigkeit der Uhr und einiges mehr verglichen, der Testsieger hatte weder SSB-Empfang, noch einen trennscharfen Empfänger. Im Begleittext zum RF-B45 hieß es, dass das Gerät ja durch den SSB-Empfang eine Funktion bietet, die andere nicht haben, aber diese Empfangsart bräuche man ja nicht und sie sei somit überflüssig. Dumm nur, dass der gesamte Amateurfunkbetrieb auf Kurzwelle in SSB abläuft und einige Radiostationen zumindest damals über ein Seitenband empfangbar war. Ein besser getesteter Yachtboy war zwar auch gut, kränkelte aber an anderen Problemen, dass auch hier das Testergebnis für mich zumindest überhaupt nicht nachvollziehbar war. Ich kaufte auch mal einen Staubsauger als Testsieger, der alles andere als haltbar war.

Als Tipp kann ich nur mit auf den Weg geben, alle Berichte stets zwischen den Zeilen zu lesen und sich ein vielschichtiges Urteil bilden, was Dank Internet auch einfach möglich ist. Leider aber hat man immer ein großes Problem, wenn man ein Produkt kauft, das man nur benutzen will und nicht erst ein Studium ableisten möchte. Da können Testberichte zumindest eine brauchbare Orientierung sein.
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[1] postb1 antwortet auf DL7FOS
22.01.2017 12:34
Gerade die Stiftung Warentest ist seit jeher mit großer Skepsis zu genießen:
Ein "auf Seriös" getrimmtes Unternehmen wie diese "Stiftung" mit dem Anschein einer fast-staatlichen Instution...ich weiß nicht recht.

Den Test von beispielsweise HiFi-Komponenten sollte man denen Fachpublikationen überlassen, die auch was davon verstehen - genauso wie Autoreifen, Drucker oder sonstwas...

Aber diese "Stiftung" testet neben Modelleisenbahnen auch Geschirrspülmittel, Kondome, Reifen, Musikinstrumenten, Fernsehern, Druckern auch queerbet so sonst ziemlich alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist...Kein SERIÖSES Unternehmen kann das leisten in dieser Bandbreite.

Den Testberichten der pseudoseriösen "Stiftung" glaube ich daher nur soweit ich die Zeitschrift werfen kann.
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[1.1] DL7FOS antwortet auf postb1
22.01.2017 13:08
Benutzer postb1 schrieb:
Gerade die Stiftung Warentest ist seit jeher mit großer Skepsis zu genießen:

Allerdings, wobei ich hier noch differenzieren möchte. Die Idee, auch für Laien einfach verständliche Tests ohne Fachkenntnisse anzubieten finde ich grundsätzlich gut. Nicht nur im SoHo, sondern auch im Privathaushalt braucht man beispielsweise einen drucker, ein Computer ist längst ein Medium und kein Hobby mehr. Und nicht jeder, der einen Computer benutzt, interessiert sich zugleich für diese Technik, gleiches gilt für Autos oder auch Haushaltsgeräte, Digitalkameras oder Fernseher. Von daher finde ich den Ansatz sehr gut, aber schlecht umgesetzt.

Den Test von beispielsweise HiFi-Komponenten sollte man denen Fachpublikationen überlassen, die auch was davon verstehen -

Zumindest dies vielen Lesern auch heute noch glaubhaft machen, die nicht zwischen den Zeilen lesen. Etwas davon zu verstehen erleichtert das Manipulieren von Testergebnissen, das darf man nicht vergessen. Es ist daher im Umkehrschluss ebenso falsch davon auszugehen, nur Fachzeitschriften könne man vertrauen, gerade HiFi ist hier ein extrem problematisches Beispiel. Das kann man selbst überprüfen, wenn man über 25 Jahre mal Testberichte von CD-Playern in unterschiedlichen Preisklassen parallel betrachtet. Geht ja auch einfach, wer's nicht hört,, ist ein Holzohr. Bei Kameras mit Testfotos, die man optisch direkt nebeneinander legen kann geht das nicht so einfach. Auch im Bereich Computer würden mir auf Anhieb fünf Zeitschriften einfallen, die man in Google ganz oben findet und deren Berichterstattungen aus technischer Sicht inhaltlich unbrauchbar sind, manche testen auch alles und nicht nur Computer. Man darf nie vergessen, dass es den Verlegern um Umsatzzahlen und Einnahmen geht, daher führt der Suchbegriff "...so geht's" fast immer auf eine Zeitschrift mit vier Buchstaben, zwar die ältereste aber aus meiner Sicht mit zweit geringster Seriosität. Und das ist ein Fachmagazin.

Den Testberichten der pseudoseriösen "Stiftung" glaube ich daher nur soweit ich die Zeitschrift werfen kann.

Zumindest in den meisten Fällen.