Diskussionsforum
  • 15.09.2016 13:00
    hirnde schreibt

    Fordere weiter gehende Garätefreiheit

    Der Artikel und die Kommentare zeigen deutlich, dass durch die Kombination Internetanschluss und Telefonanschluss weiter eine Abhängigkeit des Kunden von den technischen Lösungen des Anbieters bestehen bleibt. Ich habe das selbe Problem mit 1&1, dort habe ich einen 100 Mbit/s Internetanschluss mit Telefonie. Ich gehe davon aus, dass es sich um Technik der Telekom handelt.

    Ich verwende schon seit über 10 Jahren Telefonie über VoIP. Dabei hatte ich vor meinem 1&1 Vertrag einen Vertrag mit easybell, wo die Telefonie von Anfang an über VoIP gelöst wurde. Dafür brauchte ich einen beliebigen zum Internetanschluss passenden Router und ein VoIP-Telefon, das einfach per Ethernet-Kabel mit dem Router verbunden wird.

    In meinem Fall ist das immer noch ein von Siemens (heute Gigaset) gebautes Gerät, das bis zu 6 VoIP-Accounts speichern kann, also bis zu 6 Rufnummern eines Anbieters oder gemischt mehrerer Anbieter. Das Gerät unterstützt bis zu 6 drahtlose DECT Handgeräte. Auch mit meinem Android Smartphone nutze ich gelegentlich VoIP mit der APP CSipSimple, bei der es keine Begrenzung der Anzahl von VoIP Accounts gibt. Dabei ist es vom Vertrag mit dem VoIP-Anbieter abhängig, ob über eine Rufnummer nur ein oder mehrere Telefonate gleichzeitig geführt werden können.

    Aber unabhängig vom Gerät genügt bei VoIP mit freien Anbietern (z.B. sipgate, Personal VoIP, easybell) irgendein Internetzugang mit ausreichender Bandbreite irgendwo auf der Welt, um mit einer Rufnummer aus dem eigenen Ortsnetz zu telefonieren.

    Das funktioniert aber mit meinen 1&1-Rufnummern nicht. Ich habe beim Wechsel von easybell zu 1&1 unsere Hauptfestnetznummer portiert, kann diese aber weder mit dem Gigaset-Telefon noch mit dem Smartphone nutzen. Nur mit dem einfachen Modem (Fritzbox 7412) mit integrierter Telefonfunktion würde unsere alte Festnetznumer und die zusätzlichen, nicht benötigten 1&1 Rufnummern funktionieren. Da ich wegen der sehr hohen Minutenpreise in die Mobilnetze und vor allem ins Ausland bei 1&1 sowieso nur die im Vertrag enthaltene Festnetzflatrate nutzen wollte, konnte ich auf den 1&1-Telefonanschluss vollständig verzichten.

    Hier zeigt sich ebenfalls, dass man seinen Router für den Internetanschluss frei wählen kann und dass dieser Zugang auch wie gewünscht funktioniert. Aber für die Telefonie wäre ich gezwungen, eine vorgegebene Lösung zu akzeptieren. Auf eine Beschwerde beim 1&1 Kundenservice bekam ich bisher immer nur die Antwort, dass Fremdgeräte vom Service nicht unterstützt werden. Da nutzt es nichts, dass ich berichte, dass VoIP mit anderen Anbietern funktioniert nur mit 1&1 Rufnummern nicht, obwohl mir die Zugangsdaten für die Accounts offen zugänglich sind.

    Beim VoIP-Anschluss der Telekom gibt es nach Auskunft von Bekannten noch einen weiteren Grund für mich, diesen nicht zu benutzen, denn er ist wohl nur am eigenen Internetanschluss nutzbar oder zumindest nicht im Ausland, was bei den von mir genutzten vagabundierenden Anschlüssen problemlos möglich ist.

    Deshalb ist es meine Forderung, dass ein VoIP-Telefonanschluss, wie er heute zum Standard wird, nicht mehr per Vertrag fest an den Internetanschluss des selben Anbieters gebunden sein darf. Genau das hat easybell von Anfang an in fairer Weise so gelöst. Andere VoIP-Anbieter bieten gar keinen Internetanschluss an, aber bei fast allen Internetprovidern ist die Telefonie fest gekoppelt. Das sollte es nicht mehr geben, weil der Wettbewerb bei der VoIP-Telefonie damit behindert wird.
  • 27.09.2016 17:44
    HunterMW antwortet auf hirnde
    Benutzer hirnde schrieb:
    > Deshalb ist es meine Forderung, dass ein VoIP-Telefonanschluss,
    >
    wie er heute zum Standard wird, nicht mehr per Vertrag fest an
    >
    den Internetanschluss des selben Anbieters gebunden sein darf.
    >
    Genau das hat easybell von Anfang an in fairer Weise so gelöst.
    >
    Andere VoIP-Anbieter bieten gar keinen Internetanschluss an,
    >
    aber bei fast allen Internetprovidern ist die Telefonie fest
    >
    gekoppelt. Das sollte es nicht mehr geben, weil der Wettbewerb
    >
    bei der VoIP-Telefonie damit behindert wird.

    Inwiefern behindert das den Wettbewerb? Wenn sich ein Anbieter dazu entscheidet, die nomadische Nutzung seiner SIP-Accounts zu verhindern, dann soll er das doch tun. Damit behindert er nicht den Wettbewerb, er schneidet sich nur ggf. ins eigene Fleisch, weil er einige Kunden damit in die Arme der Konkurrenz treibt.
  • 28.09.2016 00:13
    hirnde antwortet auf HunterMW
    Benutzer HunterMW schrieb:
    > Benutzer hirnde schrieb:
    > > Deshalb ist es meine Forderung, dass ein VoIP-Telefonanschluss,
    > >
    wie er heute zum Standard wird, nicht mehr per Vertrag fest an
    > >
    den Internetanschluss des selben Anbieters gebunden sein darf.
    > >
    Genau das hat easybell von Anfang an in fairer Weise so gelöst.
    > >
    Andere VoIP-Anbieter bieten gar keinen Internetanschluss an,
    > >
    aber bei fast allen Internetprovidern ist die Telefonie fest
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    gekoppelt. Das sollte es nicht mehr geben, weil der Wettbewerb
    > >
    bei der VoIP-Telefonie damit behindert wird.
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    > Inwiefern behindert das den Wettbewerb? Wenn sich ein Anbieter
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    dazu entscheidet, die nomadische Nutzung seiner SIP-Accounts zu
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    verhindern, dann soll er das doch tun. Damit behindert er nicht
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    den Wettbewerb, er schneidet sich nur ggf. ins eigene Fleisch,
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    weil er einige Kunden damit in die Arme der Konkurrenz treibt.

    Wettbewerb funktioniert aus verschiedenen Gründen leider nicht immer. Dafür haben wir ja die Wettbewerbshüter, die auch die Abschaffung des Zwangsrouters durch die Internetanbieter verfügt haben.

    Ich gehe nur einen Schritt weiter, denn die Internetanbieter am Markt sind vorwiegend große Konzerne, die ihren Kunden grundsätzlich einen integrierten, nicht abwählbaren Telefonanschluss verkaufen, für den es keine Alternative gibt. Will man mit einem anderen VoIP-Anbieter oder nur mit dem Handy telefonieren, dann kann man das ja machen, aber den im Monatspreis des Internetanbieters kalkulatorisch enthaltenen Betrag für die Bereitstellung der Telefonie und üblicherweise mindestens einer Festnetzflatrate ist dann weiter fällig, auch wenn man diese nicht nutzen will.

    Hier funktioniert der Wettbewerb deshalb nicht, weil es kaum noch einen Internetanbieter gibt, bei dem man den Anschluss ohne Telefonanschluss buchen kann. Deshalb fordere ich die grundsätzliche Trennung von Internet und Telefonie in den Verträgen.