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Bestes Modell:


12.08.2016 11:42 - Gestartet von Moneysac
Der Staat gründet eine Netz-AG, welche erstklassige Infrastruktur aufbaut und betreibt (Glasfaser, Strom, Eisenbahn, etc.) und vermietet diese an die Dienstleister. Die AG arbeitet streng nach wirtschaftlichen Prinzipien und wird von der BRD gehalten. Dabei könnte diese Netz-AG gewinnorientiert oder kostendeckend arbeiten. So wäre ein freier Wettbewerb unter allen Nutzern gewährleistet, nicht so wie heute, wo die Netzbetreiber auch gleichzeitig Wettbewerber sind. Dieser Wettbewerb käme uns Kunden zugute, da sich die Preise auf Markt- und nicht auf Oligopolniveau bewegen würden.

Bestes Beispiel ist die Bahn. Hier sind die Einstiegshürden so hoch, dass erst der Fernbusmarkt die Preispolitik beeinflussen konnte.
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[1] postb1 antwortet auf Moneysac
12.08.2016 13:41
Benutzer Moneysac schrieb:
Der Staat gründet eine Netz-AG, welche erstklassige Infrastruktur aufbaut und betreibt (Glasfaser, Strom, Eisenbahn, etc.) und vermietet diese an die Dienstleister. Die AG arbeitet streng nach wirtschaftlichen Prinzipien und wird von der BRD gehalten.

äääähh...Denkfehler?
Genau DAS wollte der Staat nicht mehr, und genau DESWEGEN wurden Bahn, Post und Fernmeldewesen in privatrechtliche AG umgewandelt.

Und:
Es gibt sie ja durchaus noch, die Infrastruktur die "der Staat" hält, vom Bund über die Länder bis hinunter zu den Kommunen...
...von "erstklassig" kann dabei allerdings meist nicht im geringsten die Rede sein, deshalb die Frage:
Will ich das auch im Bereich der Telekommunikation haben? Eher nicht.
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[1.1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf postb1
12.08.2016 14:18
Benutzer postb1 schrieb:
äääähh...Denkfehler?
Genau DAS wollte der Staat nicht mehr, und genau DESWEGEN wurden Bahn, Post und Fernmeldewesen in privatrechtliche AG umgewandelt.

Du bist ein kleiner, forenbekannter Lobbyschwätzer der Telekom. Die politisch Verantwortlichen wollten die Privatisierung in dieser Form und haben sie mit biegen und brechen durchgedrückt. Den Bürger hat niemand gefragt und die damals noch gut aufgestellte Verwaltung erst recht nicht. Alle Experten und Berater hatten damals vor diesen heute gut sichtbaren Entwicklungen gewarnt, wenn man den Unternehmen die Infrastruktur belässt. Die Arschkrampen in der Politik wollten nicht hören.

Und:
Es gibt sie ja durchaus noch, die Infrastruktur die "der Staat" hält, vom Bund über die Länder bis hinunter zu den Kommunen... ...von "erstklassig" kann dabei allerdings meist nicht im geringsten die Rede sein, deshalb die Frage:

Oh doch! Alls was in staatlicher Hand blieb ist erstklassig oder wenigstens noch gebrauchsfähig. Überall wo privatisiert wurde, ging's hingegen vor die Hunde. Guck dir doch an was die Bahn mit dem Schienennetz gemacht hat - es ist komplett am Arsch! Die Züge können auf vielen Strecken ihre mögliche Geschwindigkeit gar nicht mehr ausfahren! Einfach lächerlich, was wir uns hier in Deutschland leisten. Die Bahn ist genau wie die Deutsche Telekom nämlich dem Größenwahn anheim gefallen. Grube, die alte Pottsau, wollte nämlich am ganz großen Rad drehen und die Reichsbahn zum international führenden Logistikkonzern umbauen und an die Börse bringen. Der eigentlich Kernauftrag - PERSONENNAH UND FERNVERKEHR IN DEUTSCHLAND - geriet dabei immer mehr aus dem Fokus und verkam zum "Randgeschäft". Jetzt haben wir die Scheixe! Und die Bahn kräht nach UNSEREM Steuerzahlergeld um die maroden Schienen zu sanieren! Da platzt mir der Arsch vor Wut, wenn ich nur daran denke...

Die Telekom tut mit dem alten Kupfernetz auch nichts. Keinen Cent muss sie für das einst geschenkte Anschlussteilnehmernetz investieren. Das ist der golddukatenscheixende Esel der Telekom.

Will ich das auch im Bereich der Telekommunikation haben? Eher nicht.

Ich will das unbedingt im Bereich Telekommunikation haben! Ein Staatsnetz. Zentral geplant, überwacht und allen Wettbewerbern zu gleichen Bedingungen zur Verfügung gestellt!!!

Darum Telekom-Netzbetrieb komplett ausgliedern in eine eigene Gesellschaft, finanziert durch die Staatsanteile am Aktienpaket. Dann wird der riesige Magenta Luftballon nämlich plötzlich in sich zusammensacken. Dass der Höttges dann noch groß die Fresse aufreißen würde, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Denn dann wäre die Telekom nur noch ein einziger unter vielen. Und der Staat wäre endlich auch als Anker raus aus diesem dann reinen PRIVATUNTERNEHMEN. Ob sich die Telekom auf der rauen See eines Wettbewerbs unter gleichen noch behaupten könnte, wage ich zu bezweifeln. Die Produkte sind Arschteuer und die Qualität ist zweifelhaft. Der Kundenservice eine Katastrophe.

Mein Plädoyer: Mistet den Schweinestall endlich aus! Es tut bitter Not!
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[1.1.1] jackieoh antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
12.08.2016 14:31
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:



Mein Plädoyer: Mistet den Schweinestall endlich aus! Es tut bitter Not!

Ich finde das Modell auch nicht schlecht und zwar wie folgt, dass eine seperate Gesellschaft das Netz betreibt (siehe DB Netz AG), aber im Gegensatz zur DB Netz AG muss diese Gesellschaft diskriminierungsfrei ihre Leistungen anbieten.
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[1.1.1.1] Mayian antwortet auf jackieoh
12.08.2016 17:55
Benutzer jackieoh schrieb:
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:



Mein Plädoyer: Mistet den Schweinestall endlich aus! Es tut bitter Not!

Ich finde das Modell auch nicht schlecht und zwar wie folgt, dass eine seperate Gesellschaft das Netz betreibt (siehe DB Netz AG), aber im Gegensatz zur DB Netz AG muss diese Gesellschaft diskriminierungsfrei ihre Leistungen anbieten.

Also wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, sieht man heute oft nur noch zugewucherte Bahnschienen. :-(


Außerdem muss man die Telekom mal kritisieren, dass sie keinen FestnetzflatFreien Internetanschluss anbietet. Das treibt die Gebühren unnötig in die Höhe.

In der Stadt bezahle ich 30 EUR für VDSL ohne Festnetzflat. Auf dem Lande sind es 35-40 EUR mit aufgezwungener Festnetzflat.
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[1.1.2] postb1 antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
14.08.2016 12:26
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:
Du bist ein kleiner, forenbekannter Lobbyschwätzer der Telekom. Die politisch Verantwortlichen wollten die Privatisierung in dieser Form und haben sie mit biegen und brechen durchgedrückt. Den Bürger hat niemand gefragt und die damals noch gut aufgestellte Verwaltung erst recht nicht. Alle Experten und Berater hatten damals vor diesen heute gut sichtbaren Entwicklungen gewarnt, wenn man den Unternehmen die Infrastruktur belässt. Die Arschkrampen in der Politik wollten nicht hören.
Ich möchte doch höflichlichst darum gebeten haben, einen normalen Ton hier anzuschlagen. Von wegen "Schwätzer"...da gibts hier im Forum ganz andere, auf die das zutrifft...
Und: Die Bürger hat sehr wohl jemand gefragt, du weißt schon - Demokratie und so...die Politik, die das zu verantworten hat, hat sich ja schließlich nicht in den Bundestag geputscht, sondern ist in freien Wahlen von einer Mehrheit hineingewählt worden.

Oh doch! Alls was in staatlicher Hand blieb ist erstklassig oder wenigstens noch gebrauchsfähig. Überall wo privatisiert wurde, ging's hingegen vor die Hunde. Guck dir doch an was die Bahn mit dem Schienennetz gemacht hat
Ist das ironisch gemeint?
Nahezu ALLE Infrastruktur die heute noch vom "Staat", egal ob Bund, Land, Kreis oder Kommune gehalten wird, bröselt vor sich hin, baufällige Brücken, bröckelnde Straßen, marode und schlecht ausgestattete Schulen überall. Und dort, wo dann doch mal was gemacht wird (im kommunalen Verantwortungsbereich), wird der Bürger/Anwohner deftigst zur Kasse dafür gebeten.
Und die Bahn heute? Sicher nicht alles Gold, was glänzt, viele Fehler wurden gemacht seit der Bahnreform.
Aber wenn ich da auf die Haupt- und Nebenbahnen in meiner Gegend blicke: Erstklassiger Oberbau, modernes Signalsystem, Taktverkehr, zeitgemäße Fahrzeuge (letztere auch von Wettbewerbern der DB, die es ohne Reform so nicht geben würde)...das alles hat die supertolle staatliche Bundesbahn in den Jahrzehnten davor nicht auf die Reihe gekriegt.
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[1.2] Moneysac antwortet auf postb1
20.08.2016 23:11
Benutzer postb1 schrieb:

äääähh...Denkfehler?
Genau DAS wollte der Staat nicht mehr, und genau DESWEGEN wurden Bahn, Post und Fernmeldewesen in privatrechtliche AG umgewandelt.

Ja der Staat, der wollte Kohle machen mit Börsengängen, weil er das Geld brauchte. Was "Papa" Staat macht ist noch lange nicht im allgemeinen Interesse, da werden Strippen gezogen und persönliche Interessen befriedigt. Oder was macht ein Kanzleramtsminister als Bahnvorstand oder ein Ex-Kanzler im Aufsichtsrat von Gazprom? Ich möchte meinen Wasserversorger nicht in privater Hand sehen, die betriebswirtschaftlich bis zum Maximalen optimiert. Private Autobahn auch nicht. Die Bahn? Die legt unrentable Strecken still, Infrastruktur muss der Öffentlichkeit gehören, dann ist eine wichtige Grundvoraussetzung für Wettbewerb gelegt. Das bedeutet NICHT die Rückkehr zu Post- und Bahnbehörden.

Und ja, ich möchte das im Telefonsektor, damit nicht nur die rentablen Gebiete an Glasfaser angeschlossen werden, sondern alle Haushalte.
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[2] krassDigger antwortet auf Moneysac
12.08.2016 17:31
Benutzer Moneysac schrieb:
Der Staat gründet eine Netz-AG, welche erstklassige Infrastruktur aufbaut und betreibt (Glasfaser, Strom, Eisenbahn, etc.) und vermietet diese an die Dienstleister. Die AG arbeitet streng nach wirtschaftlichen Prinzipien und wird von der BRD gehalten. Dabei könnte diese Netz-AG gewinnorientiert oder kostendeckend arbeiten.

Dem kann ich nur zustimmen, man hat damals einen falschen Weg eingeschlagen. Man hätte zu mindestens die letzte Meile separieren müssen.
So wie du es verschlägst stellen sich aber auch eine Reihe von Fragen:
Wer bestimmt denn ob die Infrastruktur erstklassig ist, was ist wenn ein Netzbetreiber ankommt und mehr und besser haben möchte und dafür bereit ist selbst zu investieren? Soll der das dann dürfen, oder soll dort ein staatliches Monopol gelten? Und wenn er investieren darf, darf er dann seine letzte Meile exklusiv für seine Kunden nutzen, oder muss er sie auch anderen zur Verfügung stellen?
Soll das für alle Accessinfrastrukturen gelten, oder nur auf das alte Post-Telefonnetz?
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[2.1] Moneysac antwortet auf krassDigger
26.08.2016 15:21
Benutzer krassDigger schrieb:

So wie du es verschlägst stellen sich aber auch eine Reihe von Fragen:
Wer bestimmt denn ob die Infrastruktur erstklassig ist, was ist wenn ein Netzbetreiber ankommt und mehr und besser haben möchte und dafür bereit ist selbst zu investieren? Soll der das dann dürfen, oder soll dort ein staatliches Monopol gelten? Und wenn er investieren darf, darf er dann seine letzte Meile exklusiv für seine Kunden nutzen, oder muss er sie auch anderen zur Verfügung stellen?
Soll das für alle Accessinfrastrukturen gelten, oder nur auf das alte Post-Telefonnetz?

Wer bestimmt denn bei Straßen und anderer Infrastruktur was erstklassig ist? Da stellt sich die Frage ja auch nicht. Ich wäre schon dafür, dass Drittanbieter auch neben der staatlich bereitgestellten Infrastruktur investieren dürfen, wenn es für sie rentabel ist, so wird die Entwicklung neuer Technologien nicht behindert. Aber eine Grundinfrastruktur sollte jedem Bürger bereitstehen, ob es sich rechnet oder nicht.

Es sollte nicht so sein, dass die der Allgemeinheit gehörende Netzbetreibergesellschaft ein Monopol haben sollte, aber die öffenliche Hand sollte mittelfristig eine Grundinfrastruktur bereitstellen und das Niveau an die sich entwickelnde Technologie nachziehen.